Prognose 2021/2022

Wetter: „Kälter als Eis-Dezember 2010“ - droht erneut Rekordwinter mit Schneemassen?

  • Franziska Vystrcil
    VonFranziska Vystrcil
    schließen

Erste Prognosen werfen bereits jetzt einen Blick auf den bevorstehenden Winter. Der Dezember könnte relativ warm werden - weiße Weihnachten sind dennoch nicht ganz auszuschließen.

Stuttgart - Schnee, Eis und Kälte - so stellen wir uns das Wetter in Deutschland in den Wintermonaten vor. Erste Prognosen gibt es bereits jetzt schon. Einige Wetterexperten sprechen sogar von einem „Eiswinter“. Doch was ist dran an der Vorhersagen? Dominik Jung, Meteorologe bei wetter.net, gibt in Sachen Winterprognosen ein Update.

Manch einer erinnert sich noch an den extremen Winter 2010/2011. Vor allem der Dezember war besonders kalt. „Da lagen die Temperaturen 4 Grad unter dem langjährigen Klimamittel“, erinnert sich auch Dominik Jung. In Berlin und Aachen lagen damals am 24. Dezember zwischen 30 und 45 Zentimeter Schnee - das was das letzte gesamtdeutsche weiße Weihnachten. „Wird der kommende Winter kälter als der Eis-Dezember 2010?“, fragt sich auch Dominik Jung. Und wie stehen an Weihnachten 2021 die Chancen auf Schnee in Deutschland?

Winterwetter 2021/2022: So lauten die Prognosen des amerikanischen Wetterdienstes NOAA

„Der Dezember 2010 war extrem zu kalt“, sagt der Wetterexperte. Danach gab es keinen Dezember mehr, der annähernd so kalt war. Weiße Weihnachten waren uns in Deutschland seither ebenfalls nicht mehr vergönnt. Wie sieht es im kommenden Winter aus? Immerhin ist der erste Schnee in Deutschland bereits im Oktober möglich.

Der amerikanische Wetterdienst NOAA wagt eine klimatologische Vorhersage für den Dezember 2021. Hierfür benutzt NOAA mittlerweile als Vergleichswert das neue Klimamittel von 1991 bis 2020. In Nord- und Süddeutschland sagt das Modell einen um 0,5 Grad zu warmen Dezember voraus. In der Mitte Deutschlands wird der Dezember laut dem amerikanischen Wetterdienst hingegen „normal temperiert“ werden.

Auch im letzten Winter lagen die Durchschnittstemperaturen über dem Mittel. Meteorologen zogen aus dem Winter 2020/2021 eine erschreckende Bilanz. Im Januar 2022 sehen die Prognosen ähnlich aus: Im Osten Deutschlands wird es rund einen Grad, im Westen ein halbes Grad wärmer als das Klimamittel der vergangenen 30 Jahre. „Im Februar sehen wir eher einen warmen Wintermonat“, meint der Meteorologe. Auch hier wird es rund ein Grad wärmer werden als das Vergleichsmittel von 1991 bis 2020. „Ein kalter Winter ist da weit und breit - aktuell zumindest - nicht zu erkennen.“

„Kältezunge aus Osteuropa“ könnte uns weiße Weihnachten bescheren

Doch ausgerechnet für den 24. Dezember sagt NOAA Kälte voraus. „Da würde wirklich das Herz eines jeden Winterfreundes höher schlagen“, so Dominik Jung. „Da käme eine richtige Kältezunge aus Osteuropa zu uns nach Deutschland gerauscht. Vielleicht sogar die russische Kältepeitsche.“ Jedoch weist der Meteorologe darauf hin, dass eine solch früh getroffene Prognose relativ unseriös sei. Denn: Das NOAA-Wettermodell berechnet mehrmals am Tag Vorhersagen. „Alle sechs Stunden werden die Würfel neu ausgerichtet. Es gibt ein Hin und Her bei diesen Prognosen“, erklärt Dominik Jung.

Die NOAA benutzt für ihre Berechnungen das sogenannte „Climate Forecast System“, kurz CFS-Modell. Dabei werden viermal am Tag Berechnungen durchgeführt. Dieses Modell ist in der Lage, Trends bis zu neun Monate in der Zukunft zu erstellen. Dabei handelt es sich um ein experimentelles Modell, es ist also keine klassische Wettervorhersage, so Dominik Jung. „Die Berechnungen ändern sich alle sechs Stunden“, erklärt der Meteorologe. Sein Tipp: Lieber die Monats- anstatt die Langzeitprognosen betrachten, da diese zuverlässiger und aussagekräftiger sind. Denn das CFS soll lediglich dabei helfen, grobe Abschätzungen zu treffen. Ob wir letzten Endes wirklich weiße Weihnachten in Deutschland kriegen, kann jetzt noch nicht sicher gesagt werden.

Rubriklistenbild: © Stefan Thomas/dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare