Klimawandel

Wetter in Deutschland: Forscher prophezeien Ende der Jahreszeiten, wie wir sie kennen

Ein Auto im Schnee, daneben Jugendliche, die in einen Badesee springen
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Das Wetter in Deutschland verändert sich - weil sich die Jahreszeiten verschieben.
  • Sabrina Kreuzer
    VonSabrina Kreuzer
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Das Wetter in Deutschland verändert sich dramatisch. Eine Studie zeigt nun, dass sich die Jahreszeiten Winter und Sommer verschieben werden.

Stuttgart - Zugegeben, das Wetter in Deutschland ist verhältnismäßig mild: Die Bewohner der Landeshauptstadt Stuttgart etwa sind es gewohnt, dass es hier eher selten schneit und es im Sommer eher schwül werden kann. Das liegt vor allem an der Kessellage und der engen Bebauung der Stadt. Die angenehmen Temperaturen machen Stuttgart zu einem beliebten Wohnort und auch für den Weinanbau eignet sich das milde Klima perfekt.

Doch das Wetter hat auch seine Schattenseiten: Die hohen Temperaturen in Kombination mit einer erhöhten Luftfeuchtigkeit belasten den menschlichen Organismus recht stark. Vor allem gesundheitlich angeschlagene Menschen fühlen sich dadurch unwohl. Zudem bilden sich bei bestimmten Wettereinflüssen mehr Feinstaub und Smog, wodurch sich die Luftqualität spürbar verschlechtert.

Wetter in Stuttgart: Heißere Sommer und kältere Winter

Doch das Wetter in Deutschland hat sich in den vergangenen Jahrzehnten stark verändert: Aufgrund des Klimawandels sind die Sommer länger und heißer, die Winter meist kürzer und kälter. Laut einer Studie der American Geophysical Union und Geophysical Research Letters könnte sich das Klima und somit auch das Wetter in den nächsten Jahrzehnten weiter drastisch verändern.

Wie man bereits jetzt beim Wetter in Deutschland bemerkt, verändern sich die Jahreszeiten zunehmend. Der Winter pendelt zwischen den Extremen - mal ist es viel zu warm für die Jahreszeit, dann haben Schnee und Eis das Land im Griff. Dieser Kreislauf, der das Jahr ordnet, bringt nicht nur uns Menschen, sondern auch die Tiere und die Natur durcheinander.

Wie die Studie belegt, haben die Jahreszeiten seit 1950 bereits eine starke Veränderung durchlebt und der Klimawandel wird diese Entwicklung noch verstärken, wie die Forscher um Studien-Autor und Ozeanograf Yuping Guan schreiben. Für die Untersuchung hatten sie Klimadaten der Jahre 1952 bis 2011 ausgewertet und die Veränderungen des jeweiligen Jahreszeitenbeginns auf der Nordhalbkugel der Erde dokumentiert. Zudem wurden verschiedene Klimamodelle angewandt, um zu untersuchen, wie sich die Jahreszeiten in den kommenden Jahrzehnten verändern könnten.

Verschiebung der Jahreszeiten: Der Sommer wird länger, der Winter kürzer

Das Ergebnis der Untersuchung zeigt: Die Länge des Sommers nahm im untersuchten Zeitraum im Schnitt von 78 auf 95 Tage zu, gleichzeitig verkürzte sich der Winter von 76 auf 73 Tage. Ebenso nahm auch die Dauer von Frühling und Herbst ab: von 124 auf 115 Tage, sowie von 87 auf 82 Tage. Die Daten zeigen zudem deutlich, dass der Sommer immer früher einsetze und der Winter immer später begann.

Dramatisch wird die Lage, wie Ozeanograf Yuping Guan beschreibt, wenn man diese Trends auf die Zukunft überträgt: Laut den Untersuchungen der Forscher wird der Sommer bis ins Jahr 2100 bei ungebremstem Klimawandel fast das halbe Jahr dauern, während der Winter lediglich noch zwei Monate des Jahres ausmacht.

„Zahlreiche Studien haben bereits gezeigt, dass sich verschiebende Jahreszeiten erhebliche Umwelt- und Gesundheitsrisiken verursachen“, erklärt Studienleiter Yuping Guan. So könnten beispielsweise Vögel später in die Winterquartiere ziehen und dort keine Nahrung mehr finden, weil die Pflanzen bei ihrer Ankunft bereits verblüht sind. Guan spricht auch von „erhöhten Risiken für die Menschheit“ wie etwa Wildfeuern, extreme Hitzewellen und Stürmen.

Durch längere Sommer würden sich auch Vegetationsperioden verlängern, wodurch Menschen mehr allergieauslösende Pollen einatmen würden, heißt es in der Studie. Und schließlich könnten sich krankheitserregende Mücken durch den Temperaturanstieg noch weiter Richtung Norden ausbreiten.

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