Klimawandel in Deutschland

Forscher: Fatale Hitzewellen 2021 sind von Menschen verursacht - „Hätte das nicht für möglich gehalten“

Flammen eines Feuers brennen entlang eines Bergrückens in der Nähe des U.S. Highway 97 und der Big Springs Road nördlich von Weed.
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Hitzewelle in den USA: Flammen eines Feuers brennen entlang eines Bergrückens in der Nähe des U.S. Highway 97.
  • Berkan Cakir
    VonBerkan Cakir
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Das Wetter in Deutschland ist in diesem Jahr immer wieder von Hitzewellen geprägt, auch wenn Temperaturen um die 50 Grad wie in Kanada bei weitem nicht erreicht werden.

Stuttgart - Es brauchte nur wenige Stunden, bis das Lauffeuer den Ort Lytton im Westen Kanadas zerstört hatte. Bei Temperaturen von fast 50 Grad verbreiteten sich die Flammen rasend schnell und zerstörten fast das ganze Dorf mit rund 250 Einwohnern. Mehr als 1.000 Menschen mussten die Region infolgedessen verlassen.

Kanada als auch USA werden derzeit von heftigen Hitzewellen erfasst. Das Wetter in Deutschland ist von solchen Verhältnissen derzeit weit entfernt. Zuletzt hatten sich viel mehr Superzellen über Deutschland gebildet, die eine explosive Wetterlage mit sich brachten. Schwere Unwetter mit Starkfluten führten in der ganzen Republik zu überschwemmten Straßen und umgestürzten Bäumen.

Wetter in Deutschland: Die Temperaturen reichten bereits bis zu 37 Grad

Nur wenige Tage vor den Starkregenereignissen herrschten aber ganz andere Verhältnisse. Auch hierzulande reichten die Thermometer auf bis zu 37 Grad. In Europa brachte die Bullenhitze gar 41 Grad. Bei den Berichten aus Kanada und USA stellt sich daher die Frage: Ist eine Rekord-Hitze bis zu 49 Grad auch in Deutschland möglich?

Die extremen Temperaturen haben in Kanada binnen 24 Stunden nicht nur über 60 Waldbrände ausgelöst, sondern allein in der kanadischen Provinz British Columbia 486 Menschen das Leben gekostet. Wetter-Experten sind angesichts dessen besorgt. Auf natürliche Weise kämen solche Temperaturen nur einmal in zehntausenden von Jahren vor, heißt es bei der Meteorologiebehörde in Großbritannien.

Ohne den Einfluss des Menschen seien solch hohen Grade nicht erklärbar. Wetter-Experte Scott Duncan twitterte dazu: „Ich hätte es nicht für möglich gehalten, jedenfalls nicht zu meinen Lebzeiten.“

Wetter in Deutschland: Experte sieht häufig von Hitzewellen

Meteorologen sind sicher, dass der Klimawandel in Deutschland solche Extreme noch nicht erreicht hat. Florian Imbery, Wetterforscher vom Deutschen Wetterdienst, betont gegenüber der Badischen Zeitung allerdings, dass die Hitzewellen hierzulande stark zugenommen hätten. „Im Vergleich zu den 50er-Jahren hat sich die Zahl der Tage, an denen die Lufttemperatur 30 Grad oder mehr beträgt, in den letzten Jahren verdreifacht“, so Imbery.

Die hohen Temperaturen haben bereits jetzt verheerende Folgen für die Gesundheit der Menschen. Das Statistische Bundesamt meldete im vergangenen Herbst, dass im August 2020 4.237 Menschen mehr starben als im Durchschnitt der Jahre von 2016 bis 2019 - und das nicht im Zusammenhang mit Corona, sondern der Hitze.

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