Kampf der Luftmassen

Wetter: „Kaltluft flutet uns“ - Deutschland steht Kältewelle mit Minusgraden bevor

  • Sina Alonso Garcia
    VonSina Alonso Garcia
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Kommt Ende September die Herbst-Kälte? Prognosen von Meteorologe Dominik Jung lassen uns schlottern. Sogar Schnee könnte in den höheren Lagen drin sein.

Stuttgart - Noch zeigt sich das Wetter in Deutschland in vielen Regionen warm und sonnig. Am Wahlsonntag steigen die Temperaturen laut Prognosen sogar auf bis zu 27 Grad. Was erwartet uns kommende Woche? Meteorologe Dominik Jung von wetter.net trifft eine erste Prognose: „Anhand von Wettermodellen erkennen wir, dass sich Anfang kommender Woche östlich von Deutschland Warmluft sammelt, im Westen eine Kaltluftmasse.“ Die beiden Luftmassen würden dann Mitte der Woche zusammentreffen.

Durch das Aufeinandertreffen der zwei Luftmassen in der Mitte Deutschlands entstehen am kommenden Mittwoch, 29. September, laut Jung völlig unterschiedliche Temperaturen in Nordwest und Südost: „Die Luftmassentemperaturen in 1.500 Metern Höhe liegen im Nordwesten dann bei nur zwei, drei Grad. Im Südosten liegen sie hingegen bei zwölf bis fünfzehn Grad.“

Wetter in Deutschland: „Kaltluftzunge“ könnte Schnee bringen

Richtig kalt werden könnte es laut Jung dann zum Monatswechsel: „Aktuelle Prognosen zeigen, dass uns die Kaltluft zum 1. Oktober in den Höhenlagen komplett fluten würde. Bei null bis minus vier Grad in 1.500 Metern Höhe können wir in den Hochlagen der Mittelgebirge ab 900 Metern auch mit Schneeflocken oder zumindest nassen Schneeflocken rechnen.“ Am Tag der Deutschen Einheit, dem 3. Oktober, wird uns die „Kaltluftzunge“, die von Skandinavien nach Deutschland reicht, laut der Prognosen weiter fest im Griff haben.

Während die oben genannten Wettermodelle also von einem heftigen Temperatursturz zum Monatswechsel ausgehen, berechnen Ensemble-Vorhersagen eine weitaus weniger dramatische Entwicklung. „Die Ensemble-Vorhersage bis zum 7. Oktober für die Luftmassentemperatur in zwei Meter Höhe in Süddeutschland zeigt: Der markante Temperatursturz zum Monatswechsel ist doch eher unwahrscheinlich“, sagt Dominik Jung. Während einzelne Berechnungen von stark sinkenden Temperaturen ausgehen, liegt der Schnitt der Ensemble-Vorhersagen dann doch eher im gemäßigten Bereich.

Wetter in Deutschland: So ordnet Dominik Jung die Kälte-Prognosen ein

Auch die Ensemble-Vorhersage für West-, Ost- und Norddeutschland bis zum 7. Oktober zeigen laut Jung eine große Streuung der Temperatur-Werte. „Auch hier liegt das Mittel bei 15 Grad. Ein krasser Temperatursturz ist nach dem kommenden Wochenende also eher unwahrscheinlich - das sind immer nur einzelne Ausreißerläufe, die die Temperaturen extrem weit unten berechnen.“ Erst kürzlich klärte Jung über völlig absurde Wetter-Prognosen auf, die viele glauben.

„Ob sich die Wärme vom Wochenende nächste Woche vertreiben lässt, da würde ich mal ein ganz großes Fragezeichen dahinter setzen“, so Jung. Den ersten Schnee in Deutschland hat es aber bereits gegeben, wie er erklärt: „Am vergangenen Sonntag gab es schon den ersten Wintereinbruch in den Alpen. Bis auf 1.300 Meter herab gab es Schneeflocken.“

Rubriklistenbild: © Joe Giddens

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