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Wetter: Erste Anzeichen des Herbstes sind da - „Die ständigen Hochdrucklagen sind vorbei“

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Von: Franziska Schuster

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Mit dem nahenden September neigt sich der Sommer seinem Ende zu. Meteorologe Gernot Schütz sieht bereits erste Anzeichen des Herbstes in der Atmosphäre.

Stuttgart - Welches Wetter uns der Herbst in Deutschland dieses Jahr bescheren wird, darüber geben die Langfristmodelle bereits Aufschluss. Wie warm oder regnerischer er tatsächlich wird, lässt sich so weit im Voraus allerdings nicht mit hundertprozentiger Sicherheit sagen. Sicher ist jedoch, dass der Herbst näher kommt. Am 1. September ist meteorologischer Herbstanfang.

Dass die Tages des Sommers bald gezählt sind, zeigt auch die aktuelle Wetterlage. Ein 5B-Tief bahnt sich seinen Weg zu uns nach Deutschland. Dabei handelt es sich um Mittelmeertiefs, die in Richtung Ostsee auswandern und Deutschland nach Wochen der Trockenheit endlich wieder Niederschläge bringen. Auch die Temperaturen werden wieder kühler. „Am Mittwoch haben wir es in Deutschland mit großen Temperaturgegensätzen zu tun und allmählich baut sich dann auch eine Unwetterlage auf“, sagt Gernot Schütz, Diplom-Meteorologe bei wetter.com.

Wetter in Deutschland: 5B-Tief stimmt uns auf den Herbst ein

Nach wochenlanger Hitze und einem Sommer, der in die Geschichte eingehen wird, freuen sich viele sicherlich über eine Abkühlung der Temperaturen. Auch die Natur ist für jeden Regentropfen dankbar. Meteorologe Gernot Schütz freut sich: „Es tut sich endlich mal was beim Wetter“, sagt er. Denn der Sommer neigt sich langsam aber sicher dem Ende zu. Das zeigt sich auch beim Wetter in Deutschland. „Die ständigen Hochdrucklagen sind vorbei. Wir bekommen es jetzt immer mehr auch mit Tiefdruckeinfluss zu tun“, erklärt der Wetterexperte.

Person überquert bei strömendem Regen eine Straße in Berlin
Fast schon herbstlich: Ein 5B-Tief bringt Deutschland in der zweiten Augusthälfte Regen und sinkende Temperaturen. © IMAGO/Jochen Eckel

Aktuell sorgt ein sogenanntes 5B-Tief dafür, dass die Temperaturen langsam abkühlen. Gleichzeitig steigt jedoch auch die Gewitter- und Unwettergefahr. Am Mittwoch (17. August) ist die Gewittergefahr vor allem im Westen Deutschlands, vom Rheinland bis hinunter nach Baden-Württemberg, besonders hoch. Auch die Temperaturgegensätze zwischen Nord- und Süddeutschland werden wieder extremer. An den Küsten liegen die Höchstwerte zwischen 23 und 29 Grad, während in der Mitte noch 25 bis maximal 35 Grad sowie im Süden zwischen 29 und 33 Grad erreicht werden. „Selbst am sonst so warmen Oberrhein, beziehungsweise im Saarland, auch „nur“ 27 Grad“, sagt Gernot Schütz. Starke Bewölkung sowie Regenfälle lassen die Temperaturen im Westen sinken.

Nach kühleren Temperaturen besteht Hoffnung auf einen Altweibersommer

Am Donnerstag (18. August) bekommen dann weite Teile Deutschlands ein „Herbst-Feeling“. Die Regenfälle breiten sich weiter aus. Auch die Temperaturgegensätze verschärfen sich laut Gernot Schütz. Im Westen Deutschlands erreichen die Höchstwerte noch 23 bis 27 Grad, im Norden liegen die Werte nur noch bei 22 bis 27 Grad. Am heißesten wird es am Donnerstag im Osten mit Spitzentemperaturen von 34 Grad.

Die Hoffnung auf noch ein paar heiße und sonnige Tage sollte man jedoch noch nicht aufgeben. Erste Prognosen zum Herbst 2022 gibt es bereits. Die Wettermodelle prognostizieren sogar noch vereinzelt Hitzetage mit 30 Grad und mehr. Ein Altweibersommer ist demnach nicht auszuschließen.

Warum spricht man vom „Altweibersommer“?

Auch wenn im September der Herbst beginnt, spricht man oftmals von einem Altweibersommer. Damit werden warme und sonnige Tage im September bezeichnet. Der Begriff selbst hat allerdings rein gar nichts mit alten Frauen zu tun. Mit „Weiben“ wurde im Altdeutschen das Knüpfen von Spinnweben bezeichnet. Bei sonnigem Wetter und klaren, kühlen Nächten, ist in den frühen Morgenstunden der Tau auf Spinnweben zu sehen - diese glitzern wiederum in der Luft wie langes, silbergraue Haare. Die Bezeichnung des Altweibersommers ist hierzulande bereits seit etwa 1800 verbreitet.

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