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Wetter: Frühlingsstart laut Meteorologe schon in Sicht - „Natur wird explodieren“

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Von: Franziska Vystrcil

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Der Winter lässt sich beim Wetter in Deutschland bisher nicht wirklich blicken. Laut aktuellen Prognosen könnte der Frühling dieses Jahr früher kommen.

Stuttgart - Das Wetter in Deutschland scheint dieses Jahr den Winter überspringen zu wollen. Geschlossene Schneedecken gab es bisher nur in den Höhenlagen. Auch sonst fiel der Dezember 2021 und der bisherige Januar eher zu warm aus. Ein Experte sieht zudem in den kommenden Monaten „keine großen Chancen“ für eine Rückkehr des Winters.

Heißt das, dass wir uns beim Wetter in Deutschland schon bald auf den Frühling freuen dürfen? Dominik Jung, Diplom-Meteorologe bei wetter.net, gibt einen Überblick über die Berechnungen der Wetterdienste.

Wetter in Deutschland: Frühlingswärme statt Winterkälte

Der Winter hat sich bisher wenig winterlich gegeben, Schnee gab es kaum. Auch in den kommenden Wochen fällt der Januar 2022 wenig winterlich aus. Da stellt sich die Frage: Wird das beim Frühling anders sein? Der amerikanische Wetterdienst NOAA rechnet zumindest fest mit einem zu warmen März. Wie auch der europäische Wetterdienst sagte NOAA einen zu milden Winter voraus. Damit trafen beide voll ins Schwarze: Vom 1. Dezember 2021 bis zum 9. Januar 2022 ist der Winter im Mittel 2,54 Grad zu warm.

Das neue Jahr startete ebenfalls mild. Schuld daran ist der Jetstream. Dieser liegt momentan nördlich von uns und bildet eine Art Grenzmauer zur Kaltluft aus dem Norden, drängt diese sogar nach Osteuropa ab. „Deshalb ist der Januar recht mild“, sagt Dominik Jung. Und er wird erst einmal mild weitergehen, meint der Meteorologe.

Bis zum 26. Januar gibt es in weiten Teilen Deutschlands laut Ensemble-Vorhersage 5 bis 6 Grad Plus. Frost oder Kälte haben somit erst mal keine Chance.

Milde Temperaturen ab März - „Das wäre wirklich ein früher Start in das Frühjahr“

Die Prognose des amerikanischen Wetterdienstes NOAA zeigt auch für den Februar 2022 zu milde Temperaturen. „Rund 1 bis 2 Grad wärmer als das Klimamittel der vergangenen 30 Jahre“, erklärt Dominik Jung die Vorhersage. „Das wäre wirklich ein ziemlich milder Februar, der uns da bevorstehen würde.“

Zwei Frauen genießen im Freien das gute Wetter
Laut Prognose des amerikanischen Wetterdienstes NOAA könnte der Frühling dieses Jahr früh Einzug halten (Symbolbild). © Felix Kästle/dpa

Kommt dann im März verspätet der Winter? Auch hier werden Schneefans enttäuscht. Wie schon der Februar fällt auch der März laut den Berechnungen 2 bis 3 Grad zu mild aus. „Ein März-Winter scheint da eher unwahrscheinlich zu sein“, sagt der Diplom-Meteorologe. In Nordeuropa werden sogar 3 bis 4 Grad zu warm vorhergesagt. „Das wäre wirklich ein früher Start in das Frühjahr mit sehr warmen und sehr milden Temperaturen“, sagt der Wetterexperte. „Da würde wahrscheinlich die Natur ein bisschen explodieren, alles würde aufblühen.“

Im April und Mai ist die jeweilige Temperaturabweichung immerhin nur noch leicht positiv. Heißt: 0,5 bis 1 Grad könnten die beiden Monate laut NOAA zu warm ausfallen. Zumindest in Sachen Niederschlag soll das Frühjahr ausgeglichen ausfallen. „Weder zu viel, noch zu wenig Niederschlag“ werde erwartet.

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