Unwetter bis in den August

Wetter: „Ungemach im Aufzug“ - Starkregen trifft am Wochenende wieder Flutregionen

Ein Auto liegt auf dem Dach in den Trümmern nach der Flutkatastrophe Rheinland Pfalz
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Das vergangene Unwetter hinterließ in Teilen Deutschlands verheerende Schäden - die nun wieder drohen.
  • Berkan Cakir
    VonBerkan Cakir
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Das Wetter in Deutschland erlebt sommerliche Tage. Damit soll am Wochenende aber Schluss sein. Heftige Unwetter ziehen erneut über den ohnehin schwer getroffenen Flutregionen auf.

Stuttgart - Nach den heftigen Regenfällen vergangene Woche hat sich das Wetter in Deutschland mittlerweile beruhigt. Bis auf den Norden des Landes, wo es derzeit noch zu Regenschauern kommt, scheint nahezu überall die Sonne. Auch in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz, die besonders von den Unwettern vergangene Woche betroffen waren, zeigt sich das Wetter stabil. Grund dafür ist eine „Luft aus Nordafrika“, die derzeit in Hitzewelle nach Deutschland schiebt.

Doch die Ruhe trügt. Noch bis zum Ende der Woche bleibt es landesweit zwar trocken. Am Wochenende formiert sich über Deutschland allerdings das nächste Wetter-Chaos. „Am Samstag ist Ungemach im Aufzug“, warnt Dominik Jung, Meteorologe von wetter.net. Vom Westen her ziehen den Prognosen nach wieder kräftige Schauer auf, die „nicht so flächig“ auftreten würden wie bei den Starkregen-Ereignissen in der Woche zuvor. „Dennoch kann es punktuell ordentlich zur Sache gehen“, sagt Jung.

Wetter in Deutschland: Meteorologe warnt von „kritischen Umständen“ in Flutregionen

Am vergangenen Mittwoch und Donnerstag hatten extreme Unwetter und Starkregen besonders Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen getroffen. Die Überflutungen verursachten verheerende Schäden an Gebäuden und Straßen. Bei dem Hochwasser starben mehr als hundert Menschen, mehr als tausend gelten noch als vermisst. Die aufwendigen Aufräumarbeiten laufen noch.

Die beiden Bundesländer stehen - neben Teilen von Baden-Württemberg - nun erneut im Mittelpunkt des anrückenden Unwetters. Laut Dominik Jung kann es am Samstag dort zu heftigen Sturzfluten kommen. „Unter Umständen wird das ziemlich kritisch“, so der Meteorologe.

Auch der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt vor Starkregen im Eifelumfeld. Mindestens 15 bis 25 Liter pro Quadratmeter seien wahrscheinlich, 25 bis 40 Liter pro Quadratmeter „durchaus möglich und größere Mengen nicht ausgeschlossen“. Das ist zwar lang nicht so viel wie in der vergangenen Woche - in der Nacht zu Donnerstag, 15. Juli, fielen in Teilen von Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen mehr als 150 Liter pro Quadratmeter.

Wetter in Deutschland: Unwetterfront läutet Ende der sonnigen Tage ein

Dennoch sei nach den verheerenden Unwetterschäden Vorsicht geboten. Der Meteorologe Dominik Jung hatte nach der Flut-Katastrophe den Behörden „totales Versagen“ vorgeworfen. Viele Wetter-Experten hätten Tage zuvor vor Sturzfluten und Hochwasser gewarnt. Die Warnungen seien allerdings von Behördenseite nicht gehört worden, so Jung.

Die aufziehende Unwetterfront am Wochenende läutet auch das vorzeitige Ende der sonnigen Tage ein. Den langfristigen Prognosen gemäß bleibt es bis in den August zwar warm. Allerdings gibt es laut Dominik Jung auch immer wieder „heftige Niederschlagsignale“. Die Kombination zwischen warmen Luftmassen und länger anhaltendem Starkregen bleibe insbesondere für den Süden gefährlich. „Der Unwettersommer scheint uns noch eine ganze Weile zu begleiten“, sagt Jung.

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