1. bw24
  2. Wetter

Wetter-Experte warnt vor Saharaluft: erst Hitze, dann Sandstürme in Deutschland

Erstellt:

Von: Franziska Schuster

Kommentare

Diese Woche wird es heiß: Temperaturen bis zu 30 Grad sind vorhergesagt. Die anhaltende Trockenheit birgt eine Gefahr. Staubstürme suchen Deutschland heim.

Stuttgart - Der Sommer nimmt diese Woche an Fahrt auf. Heißluft aus der Sahara sorgt dafür, dass die Temperaturen in die Höhe schießen. Bis zu 30 Grad und jede Menge Sonnenschein sind für die zweite Maiwoche vorhergesagt. „In dieser Woche kommt der Hochsommer zu uns nach Deutschland“, verspricht auch Dominik Jung, Diplom-Meteorologe bei wetter.net.

Vor allem im Westen und Südwesten sind Höchstwerte um 30 Grad möglich. Damit könnte dort der erste Hitzetag des Jahres 2022 erreicht werden, sagt der Wetterexperte. Zwar soll das Wetter in Deutschland zum Ende der Woche wechselhafter werden, jedoch ist weiterhin kaum Regen in Sicht. Das Erdreich trocknet somit noch weiter aus. Zudem soll der Wind soll stellenweise zunehmen. Daraus ergibt sich ein in Deutschland seltenes Phänomen: „Wir müssen in Richtung Wochenende sogar mit Sand- und Staubstürmen rechnen“, warnt Dominik Jung. Der Meteorologe verrät, was das Wetter in Deutschland diese Woche bringt.

Wetter in Deutschland: Die Waldbrandgefahr steigt bedrohlich an

Seit Monaten hält die Trockenheit in Deutschland an. Der März brach mit zu vielen Sonnenstunden und zu wenig Regenfällen einen Rekord. Auch der April fiel deutlich zu trocken aus. Im Mai setzt sich dieser Trend nun fort, wie das europäische Wettermodell vorhersagt. In weiten Landesteilen kommt bis zum 18. Mai kaum Niederschlag vom Himmel. „Die große Trockenheit geht erst einmal weiter“, bestätigt auch Dominik Jung. Im Osten Deutschlands sollen lediglich zwischen 2 und 7 Liter Regen pro Quadratmeter fallen. Nur am Alpenrand ist mit mehr Niederschlägen zu rechnen.

Mann steht an einem Sommertag vor einem Ventilator
Diese Woche wird sommerliches Wetter in Deutschland erwartet. Bis zu 30 Grad sind möglich. © Jesús Hellín/dpa

Das amerikanische Wettermodell schließt sich mit seinen Berechnungen den Vorhersagen der Europäer an. Bis zum 24. Mai soll es in der Mitte Deutschlands insgesamt nur etwa 20 Liter pro Quadratmeter geben. Bis zum 20. Mai sind es demnach gerade einmal 5 bis 6 Liter pro Quadratmeter.

Die Trockenheit verschlimmert auch die Waldbrandgefahr deutlich. Bereits im April erreichten die Warnstufen ein gefährliches Level. Laut dem Gefahrenindex ist das Risiko am Mittwoch (11. Mai) besonders hoch. Im Osten Deutschlands liegt die Warnstufe auf fünf und somit auf der höchsten Stufe. Auch ansonsten gilt Warnstufe drei bis vier, so der Meteorologe.

Sonne satt und strammer Wind sorgt für Sandstürme in Deutschland

„Die viele Sonne trocknet natürlich das Erdreich noch weiter aus“, gibt Dominik Jung zu bedenken. Und davon gibt es in der Woche vom 0 bis zum 15. Mai jede Menge. Das Hochdruckgebiet „Wolf“ beschert und zehn bis zwölf Sonnenstunden täglich. Am Dienstag (10. Mai) liegen die Temperaturen „bereits im sommerlichen Bereich“ zwischen 22 und 27 Grad.

Der Mittwoch (11. Mai) könnte dann der wärmste Tag der Woche werden. 22 bis 29 Grad sind dann laut Prognose möglich. Im Westen und Südwesten könnten die Werte auch an der 30-Grad-Marke kratzen. Am Donnerstag (12. Mai) wird es mit 19 bis 27 Grad etwas kühler. Vereinzelt kann es Schauer geben. Doch laut Dominik Jung ist dies nur „der berühmte Tropfen auf dem heißen Stein“.

WochentagTemperaturen in Grad Celsius
Dienstag (10. Mai)22 bis 27 Grad
Mittwoch (11. Mai)22 bis 29 Grad
Donnerstag (12. Mai)19 bis 27 Grad
Freitag (13. Mai)15 bis 22 Grad
Samstag (14. Mai)14 bis 20 Grad
Sonntag (15. Mai)15 bis 21 Grad

(Quelle: wetter.net)

Zum Wochenende hin gehen die Temperaturen leicht zurück. Regen ist dann noch immer nicht in Sicht. Am Samstag kommt laut Dominik Jung jedoch ein strammer Wind auf. „Der kann eben hier und da aufgrund der Trockenheit zu Sand- und Staubstürmen führen“, warnt der Meteorologe. Die Spitzenböen erreichen am Samstag (14. Mai) im gesamten norddeutschen Raum um die 75 Kilometer pro Stunde. Der Wind trocknet das Erdreich noch weiter aus, wirbelt Staub auf und sorgt so für die besagten Sandstürme.

Laut der Prognosen der Wetterdienste wird der Mai 2022 ein Wonnemonat. Die aktuellen Berechnungen des amerikanischen Wetterdienstes NOAA zeigt im CFSv2-Modell 0,5 bis 1 Grad zu hohe Temperaturen für den Mai an. Im Westen und Südwesten sollen die Werte sogar bis zu 2 Grad über dem langjährigen Klimamittel liegen. „Besonders brisant ist da die Trockenheit, die sich im Mai 2022 andeutet“, sagt Dominik Jung. In weiten Landesteilen wird zu wenig Niederschlag erwartet. Und auch die Prognose für den Juni bringt keine Entspannung. „Keine gute Entwicklung für die Niederschläge in den nächsten Tagen, Wochen und Monaten“, sagt der Meteorologe besorgt. „Das könnte hier und da eine sehr brisante Wetterlage werden.“

Auch interessant

Kommentare