Fatale Folgen der Hitzewelle

Wetter: 40 Grad heiße Sahara-Hitze tötet Millionen Tiere

Die Sonne geht im Arches National Park unter.
+
Die extrem warme Luft aus der Sahara hatte in weiten Teilen Europas fatale Folgen (Symbolbild).
  • Julian Baumann
    VonJulian Baumann
    schließen

Die extreme Sahara-Hitze löste in den vergangenen Tagen eine regelrechte Umweltkatastrophe in Spanien aus. Aus einer Lagune wurden mehrere Tonnen an toten Tieren geborgen.

Stuttgart/Murcia - Das Wetter hatte in Europa in diesem Jahr bereits mehrere Extremfälle zu bieten. Auch beim Wetter in Deutschland wurden unerträgliche Hitzewellen befürchtet und die Frage gestellt: Wird der Sommer 2021 so heftig wie nie? Ganz so extrem fiel die Hitze in der Bundesrepublik dann zwar nicht aus. Der Sommer kann mit Starkregen, heftigen Gewittern, Sturzfluten und Hochwasser dennoch als schlimm bezeichnet werden.

Während Deutschland in diesem Sommer immer wieder mit teils verheerenden Unwettern zu kämpfen hatte, ergab sich in anderen Ländern in Europa ein ganz anderes Problem. Eine Gluthitze sorgte für dramatische Notlagen in ganz Europa. Die extrem heiße Luft aus der Sahara und die andauernde Trockenheit entfachten in Ländern wie Italien, Griechenland und der Türkei zerstörerische Waldbrände. In Spanien führte die extreme Hitze dagegen zu einem regelrechten Massensterben von Fischen und anderen Wasserlebewesen, berichtet wetter.de.

Sahara-Hitze mit 40 Grad: Massensterben in Europas größter Salzwasser-Lagune

Aufgrund des Klimawandels treten immer mehr extreme Wetterlagen auf. Beim Wetter in Deutschland ist Ende August bereits der Herbst angebrochen, während in anderen Teilen Europas noch immer die Waldbrände wüten. Die heftigen Wetterausschläge bedrohen Menschen und Tiere und forderten zahlreiche Opfer. In der größten Salzwasser-Lagune des Kontinents, dem „Mar Menor“ (kleines Meer) im Südosten Spaniens führte die extreme Hitzewelle zu einem verheerenden Fischsterben. Laut spanischen Medien wurden innerhalb von nur 7 Tagen rund 4,5 Tonnen an verendeten Fischen und anderen Wasserlebewesen aus der Lagune geborgen.

Das extreme Massensterben der Tierpopulation im Mar Menor ist laut Behörden und Umweltschützern auf zwei Gründe zurückzuführen. Zum einen auf die extreme Sahara-Hitze mit Temperaturen von deutlich über 40 Grad, zum anderen aber auch auf die zunehmende Verschmutzung der Gewässer durch Menschen. „Das Mar Menor galt einst als Natur- und Touristenparadies - heute ist dort meistens nur eine ‚grüne Suppe‘ zu sehen, die einen faulen Gestank verströmt“, schreibt wetter.de.

Extremes Fischsterben in Spanien: Umweltschützer prangern Regierung an

Die extreme Hitzewelle durch die Sahara-Luft, die auch in Spanien zu Waldbränden führte, ist also nur einer der Gründe, warum die Fische im Mar Menor massenhaft sterben. Der zweite Grund ist die sogenannte Eutrophierung, die durch menschliche Aktivitäten ausgelöst wird. Laut wetter.de kommt es dadurch zu einer erhöhten Bildung von Algen und Bakterien, die den Fischen und anderen Wasserlebewesen die Lebensgrundlage entziehen. Hohe Temperaturen beschleunigen die Eutrophierung, weswegen die Temperaturen von stellenweise weit über 40 Grad in den vergangenen Tagen besonders fatal für die Lagune waren.

Die Region Murcia in Südspanien, in der die Lagune Mar Menor liegt, ist jedoch nicht nur von extremen Hitzewellen sondern auch von starken Regenfällen bedroht. Durch den Starkregen gelangt mitunter düngerverseuchter Schlamm aus der umliegenden Landwirtschaft in die Lagune und gefährdet die Tierpopulation zusätzlich. Umweltschützer prangern laut die Regierung der spanischen Region an, die nicht genug mache, um den Artenbestand in der Mar Menor zu schützen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare