Wetterprognose

Wetter: „Sahara-Hitze“ mit 45 Grad rollt über Europa - wird es wieder heiß in Deutschland?

  • Julian Baumann
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Prognosen haben für das Wetter in Deutschland bereits das frühzeitige Sommer-Ende vorausgesagt. Durch die „Sahara-Hitze“ könnte es in der Bundesrepublik jedoch noch mal richtig heiß werden.

Stuttgart - Das Wetter in Deutschland kann sich auch Ende Juli noch nicht wirklich entscheiden. In den vergangenen Wochen war es zwar durchgehend verhältnismäßig warm, weite Teile des Landes wurden jedoch immer wieder von heftigen Unwettern heimgesucht. In wenigen Tagen bricht der letzte kalendarische Sommermonat an, doch von typischem Sommerwetter war zumindest in der Südhälfte der Bundesrepublik noch nicht viel zu sehen. Laut einer „Gruselprognose“, nähern sich die Temperaturen im August „dem Bodenfrost“. Ist damit der Sommer bereits vorbei, bevor er richtig begonnen hat?

Starkregen, Hagel, Überflutungen und Hochwasser prägten bislang beim Wetter in Deutschland die Sommerwochen. In anderen Ländern stiegen dagegen die Temperaturen derart an, dass sogar eine regelrechte Hitze-Gefahr bestand. Die weltweite Hitzewelle trieb die Temperaturen auf bis zu 50 Grad. In den USA und Kanada forderten die extremen Bedingungen mehrere Menschenleben. Laut Diplom-Meteorologe Dominik Jung von wetter.net schiebt sich die „Sahara-Hitze“ in den kommenden Tagen auch nach Europa. Demnach könnte es in Deutschland doch noch mal richtig heiß werden.

Wetter in Europa: „Extreme Hitze von 40 bis 45 Grad“ in den kommenden Tagen erwartet

Die extrem erhitzte Luft aus der größten Wüste der Welt bahnte sich bereits in den vergangenen Monaten immer wieder ihren Weg in Richtung Deutschland. Die „Luft aus Südafrika“ schiebt eine Hitzewelle nach Deutschland, es wird richtig heiß, hieß es erst vor wenigen Tagen. Durch das in diesem Sommer sehr unbeständige Wetter in Deutschland revidierten die Meteorologen ihre Einschätzung jedoch wieder und kündigten eher niedrigere Temperaturen für die Bundesrepublik an. Nun steht die „Sahara-Hitze“ jedoch erneut vor den Toren Europas und könnte die Temperaturen in den kommenden Tagen stark in die Höhe treiben.

Die „Saharahitze wird zunehmen ein Thema bei uns in Europa“, sagt Dominik Jung im Video von wetter.net. „Zumindest in Südeuropa und in Südosteuropa.“ Der Experte spricht von einer „extremen Hitze von 40 bis 45 Grad“, die in den kommenden Tagen in Griechenland erwartet wird. Doch auch im Süden Italiens und in Sizilien steigen die Werte stark an. „Die Urlauber müssen schwitzen bei Temperaturen von bis zu 42 Grad“, so Jung. Der Norden Italiens wurde dagegen erst vor wenigen Tagen von einem heftigen Hagelschauer überrascht. Riesige Hagelkörner zertrümmerten Autoscheiben, wie ein Wetter-Video zeigte.

Wetter in Deutschland: Schwappt die extreme Hitze auch auf die Bundesrepublik über?

Für weite Teile Europas ist in den kommenden Tagen eine regelrechte Hitzewelle vorausgesagt. Es stellt sich also die Frage, ob die extreme Hitze auch auf das Wetter in Deutschland überschwappt. Laut Dominik Jung bleiben die Temperaturen auch zu Beginn des nächsten Monats verhältnismäßig kühl. Grund dafür sind mehrere Tiefs, die aktuell über Mitteleuropa liegen. „Es bleibt erstmal wechselhaft“, so Jung. „Vom Atlantik strömt kühlere Luft nach Deutschland.“ Zeitgleich zieht jedoch die bereits vorhergesagte Hitze aus Südafrika über Europa, „über Sizilien, Italien bis nach Griechenland, bis nach Osteuropa“. Demnach könnte die Hitze auch an der Bundesrepublik vorbeiziehen.

Das Wetter in Deutschland wird also auch zum Start in den August von den Tiefs beherrscht, die kalte Luft ins Land treiben. In den südeuropäischen Ländern wird es dagegen immer heißer. Da die Sahara-Luft zunächst an der Bundesrepublik vorbeizieht, kommt in den kommenden Tagen auch kein Sahara-Staub nach Deutschland. Dass die Hitze aus Südafrika zumindest zu Beginn des nächsten Monats an Deutschland vorbeizieht, liegt laut Dominik Jung an der derzeitigen Lage des Jetstreams. „Der macht eine Delle Richtung Mittel- und Westeuropa“, so der Experte. „Und damit ist der Weg frei für kühle Luftmassen.“

Demnach besteht in den kommenden Tagen zwischen dem Wetter in Deutschland und dem Wetter in Süd- und Osteuropa eine Grenze. „Die Grenze zwischen unserem mäßig warmen Sommerwetter und den sehr heißen Temperaturen Richtung Südosteuropa“, so Dominik Jung im Video von wetter.net. Deshalb bleibt es in Deutschland verhältnismäßig kühl, solange sich der Jetstream nicht neu ausrichtet. Die Ensemble-Vorhersage für Süddeutschland zeigt auch bis Mitte des kommenden Monats nur Temperaturen um die 20 Grad an. „Und dazu auch immer wieder kräftige Niederschlagssignale“, so Jung. „Aber natürlich kann sich das Ganze auch nochmal ändern.“

Rubriklistenbild: © Wolfgang Kumm/dpa

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