Enorme Hitzewellen und Windstürme

Schwächster Golfstrom seit 1.500 Jahren: Extrem-Wetter bald normal

  • Sina Alonso Garcia
    vonSina Alonso Garcia
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Das Wetter wird aktuell immer stärker von Extremen beeinflusst. Eine neue Studie von Wissenschaftlern aus Irland kam nun zu einem erschreckenden Ergebnis. 

Stuttgart - Enorme Auswirkungen des Klimawandels sind auch beim Wetter in Deutschland zunehmend spürbar. Nachdem es im Februar bereits sehr warm war, droht im März nochmals ein Wintereinbruch. Eine aktuelle Studie von Wissenschaftlern aus Irland zeigt nun eine Entwicklung beim Golfstrom, von der verheerende Folgen ausgehen könnten.

Seit Kurzem beunruhigt Forscher eine Anomalie im Ozean. Wie wetter.de berichtet, war der Golfstrom laut der neuen Studie aus Irland noch nie in über 1.500 Jahren so schwach wie in den vergangenen Jahrzehnten. Für das Klima und unser Wetter hat dieses Phänomen voraussichtlich katastrophale Auswirkungen. Laut wetter.de könnten Extrem-Wetterlagen in Europa zunehmen. Konkret bedeutet das: Enorme Hitzewellen im Sommer und heftigere Stürme im Winter, während es in der warmen Jahreszeit immer weniger regnen wird.

Wetter in Deutschland und Europa: Golfstrom wird gebremst

Ein langsamerer Golfstrom hat auch Einfluss auf das Wetter in Deutschland und Europa. Denn das warme Wasser im nordöstlichen Atlantik erwärmt auch unsere Luft. Der Golfstrom sorgt dafür, dass wir hier im Winter noch vergleichsweise warme Temperaturen haben, während es auf der anderen Seite des Atlantiks, zum Beispiel in Kanada, oft Kälte und Schneestürme gibt.

„Der Golfstrom wird durch zwei Faktoren angetrieben“, erklärt Meteorologe Georg Haas in einem Video von wetter.com. „Einerseits durch Temperaturunterschiede - das ist klar, in der Arktis ist es deutlich kälter als in den Tropen. Und andererseits durch Unterschiede im Salzgehalt des Wassers.“ In den nördlichen Breiten sei der Salzgehalt höher als in den Tropen. „Der Golfstrom tut nichts anderes, als diese Unterschiede permanent auszugleichen.“ Doch die Wärmepumpe wird nun gebremst.

Wetter in Deutschland und Europa: Meteorologen warnen vor Hitzewellen, Dürre und Starkregen

Bereits seit Mitte des 20. Jahrhunderts fließt der Golfstrom, bedingt durch den Klimawandel, um circa 15 Prozent langsamer. Meteorologe Gerhard Haas erklärt die Folgen: „Einerseits wird die Arktis in Zeiten des Klimawandels stärker erwärmt als die tropischen Regionen.“ Schuld daran sei der Effekt der sogenannten Eis-Albedo-Rückkopplung. „Diese sorgt auch im Wasser für einen geringeren Unterschied der Temperaturen.“ Auch falle in der Arktis aktuell mehr Niederschlag, was die Salzgehaltunterschiede im atlantischen Ozean verringere. Deshalb hat ein langsamerer Golfstrom auch Auswirkungen auf unser Wetter in Europa.

„Durch die Abschwächung des Golfstroms könnte es im Bereich der Atlantischen Hurrikan-Saison mehr und vor allem stärkere Stürme geben“, warnte auch RTL-Meteorologe Björn Alexander in einem Beitrag von wetter.de. Durch den schwächer werdenden Golfstrom in Richtung Norden und Nordatlantik sei zu befürchten, dass sich die Meeresoberfläche in den tropischen Bereichen erwärmt. „Und wärmeres Wasser bedeutet leider auch mehr Energie, die dann eben zur erhöhten Sturm- und Hurrikan-Aktivität führt.“ Hoch- und Tiefdruckgebiete verlagern sich auch in Europa langsamer, weshalb extreme Hitzewellen, Dürren, Starkregen und Überschwemmungen drohen.

Rubriklistenbild: © Carsten Rehder/dpa

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