Kühle Jahreszeit

Wetter: Beunruhigende Entwicklung - der Herbst wird immer länger

Ein Fahrradfahrer fährt an einem sonnigen Herbsttag durch einen Park.
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Laut der Wissenschaft der Phänologie dauert der Herbst immer länger an.
  • Franziska Vystrcil
    VonFranziska Vystrcil
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Nach dem meteorologischen Herbstbeginn startet am 22. September der kalendarische Herbst. Doch die Natur richtet sich nicht nach diesen Angaben.

Stuttgart - Morgens wird es später hell, abends früher dunkel - erste Zeichen, dass der Herbst begonnen hat. Das Wetter in Deutschland bäumt sich aktuell nochmal auf und beschert uns einen herrlichen Spätsommer. Am Wochenende werden sogar Temperaturen von 25 Grad erwartet. Kalendarisch beginnt der Herbst am Mittwoch, dem 22. September, und dauert bis zum Winteranfang am 21. Dezember. Die Natur allerdings hält sich selbstverständlich nicht an unseren Kalender.

Wie lange der Herbst in der Natur andauert, lässt sich vor allem an der Pflanzenwelt ablesen. Früher haben sich auch die Menschen daran orientiert. Um zu wissen, wann ausgesät und wann geerntet werden sollte, richteten sich die Menschen nach der Fruchtreife, Blüte oder etwa nach dem Blattverlust bestimmter Pflanzen. Heute beschäftigt sich die Wissenschaft der Phänologie mit diesem Phänomen. Laut den Wissenschaftlern lässt sich dabei ein neues Szenario beobachten: Der Herbst wird immer länger. Erste Prognosen für den Herbst 2021 könnten dabei viele enttäuschen: Die Jahreszeit wird wohl eher zu kühl ausfallen.

Wetter in Deutschland: Die Jahreszeiten verschieben sich

Die Phänologie unterscheidet nicht nur in Frühling, Sommer, Herbst und Winter, sondern hat insgesamt zehn Jahreszeiten: Vor-, Erst- und Vollfrühling, Früh-, Hoch und Spätsommer sowie den Früh-, Voll- und Spätherbst. Der Winter wird in der Phänologie nicht unterteilt, da er keine Phasen hat und in dieser Jahreszeit kein Pflanzenwachstum stattfindet.

Wie Bild berichtet, beobachten Meteorologen eine Verschiebung dieser Jahreszeiten. „Im Vergleich zum Zeitraum 1961 bis 1990 hat sich der Beginn der phänologischen Jahreszeiten vom Vorfrühling bis zum Frühherbst in den vergangenen 30 Jahren um rund zwei Wochen nach vorn geschoben“, erklärt Andreas Brömser vom Deutschen Wetterdienst (DWD).

Klimaerwärmung ist schuld: Der Herbst dauert inzwischen rund zwei Wochen länger

Der beunruhigende Grund für die Verschiebung: Durch die Klimaerwärmung steigen auch die Durchschnittstemperaturen. Während der Frühling früher beginnt, verschiebt sich der Spätherbst, also die Zeit, in denen sich die Blätter verfärben, weiter nach hinten. Heißt: Der Herbst dauert länger an - um ganze zwei Wochen.

„Da sich die Fruchtreife des Holunders zu Beginn des Frühherbstes im Mittel um zwölf Tage verfrüht und der Blattfall der Stieleiche zum Ende des Spätherbstes hingegen geringfügig verspätet hat, ist der phänologische Herbst um rund zwei Wochen länger geworden“, erklärt Andreas Brömser. Doch nur weil der Herbst länger wird, hat das keine Auswirkungen auf das Winterwetter, meint Dominik Jung, Meteorologe bei wetter.net. Der Experte räumt mit völlig absurden Wetterprognosen und -Mythen auf.

Die steigenden Durchschnittstemperaturen hingegen haben allerdings Auswirkungen auf die anderen Jahreszeiten. So werden auch Frühling und Sommer etwas länger. Dafür kommt die kalte Jahreszeit kürzer dran: Im Vergleich zum Zeitraum 1961 bis 1990 ist der Winter im Mittel um 19 Tage geschrumpft. Dennoch sagen Wetterexperten schon jetzt einen „Eiswinter“ 2021 voraus.

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