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Wetter: „Das Ende naht!“ - Dem Sommer geht die Puste aus

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Von: Franziska Schuster

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Nachdem es in der zweiten Augusthälfte in Deutschland nochmal heiß wird, folgt zum Monatswechsel die Abkühlung. Das Wetter steuert langsam aber sicher auf den Herbst zu.

Stuttgart - Sonne und Hitze hatten wir beim Wetter in Deutschland diesen Sommer definitiv genug. Auch in dieser Woche sorgt das Hochdruckgebiet Piet in Kombination mit Heißluft dafür, dass die Temperaturen in weiten Teilen Deutschlands 30 Grad und mehr erreichen. Und das, obwohl der Herbst quasi schon vor unserer Haustüre steht. Polarluft lauert bereits darauf, nach Deutschland zu ziehen. War es das also bald mit dem Hitzesommer? „Das Ende ist nah“, sagt Dominik Jung, Diplom-Meteorologe bei wetter.net. Gemeint ist damit natürlich nicht das Ende der Welt, sonder das Ende des Sommers.

Für viele ein Grund aufzuatmen. Denn diese Woche wird es nochmals sehr heiß, wie der Wetterexperte sagt. Doch bereits nächste Woche sollen die Temperaturen zurückgehen. Zwar sind dann immer noch sommerliche Temperaturen drin, „aber die ganz große Hitze ist dann erst einmal verschwunden“. Denn für den Start in den September gibt es eine Prognose, die viele überraschen wird, sagt Dominik Jung.

Wetter in Deutschland: Diese Woche wird es nochmals heiß

Der Sommer 2022 wird in die Geschichte eingehen. Den Rekordsommer von 2003 konnte der diesjährige Sommer aber bislang nicht übertreffen. „Gott sei Dank“, sagt Dominik Jung. Denn die Folgen für die Natur sind schon jetzt schlimm genug. Bäume stehen durch die Hitze unter Stress und lassen ihre Blätter fallen, immer wieder kommt es zu Wald- und Wiesenbränden in Deutschland. Und auch die Flüsse hatten zwischenzeitlich extrem niedrige Pegelstände. Momentan ist der Sommer 2022 gleich auf mit dem Rekordsommer 2018 und 2019. Beim Niederschlag fielen auf ganz Deutschland gerechnet gerade einmal 150 Liter Regen pro Quadratmeter. Normalerweise sind im Sommer hierzulande um die 245 Liter pro Quadratmeter üblich.

Auch in der letzten Augusthälfte schraubt der Sommer 2022 weiter an seinem Rekord. Am Mittwoch (24. August) strömen heiße Luftmassen aus Südwesteuropa nach Deutschland. „Das heißt verbreitet wieder Temperaturen über 30 Grad“, sagt der Meteorologe. In der Spitze werden 32 bis 33 Grad erreicht. In der Nacht auf Donnerstag (25. August) haben wir wieder tropische Nächte zu erwarten. Am Donnerstag steigen die Höchstwerte im Tagesverlauf auf 28 bis 34 Grad. Besonders im Westen des Landes ist dann „großes Schwitzen angesagt“.

Meteorologe Dominik Jung vor einer Regenkarte für das erste Septemberwochenende 2022
Nach einer Hitzewoche soll das Wetter zum September kippen. Kühlere Temperaturen und ein Regentief stehen uns laut Dominik Jung bevor. © Screenshot BW24/wetter.net

Der Freitag (26. August) wird zunächst schwül heiß bei 27 bis 33 Grad. Im Osten, später auch im Westen und Südwesten ziehen die ersten dicken Quellwolken auf. Diese bringen zum Teil Schauer im Gewitter, regional auch mit Starkregen, Hagel und Sturmböen. „Wie immer gilt: Es wird nicht jeden treffen.“ Auch der Samstag (27. August) bleibt sehr durchwachsen. Sonne und Wolken wechseln sich ab. Im Osten werden nochmals bis zu 33 Grad erreicht, ansonsten wird es merklich kühler bei 21 bis 28 Grad.

Temperaturen gehen zum Start in den September zurück - „fast schon fröstelhaft“

Auf die Hitze folgt schon bald die Abkühlung: Am ersten Septemberwochenende gibt es dann Erleichterung für alle Hitzegeplagten. Laut dem GFS-Modell (Global Forecast System) liegt am Freitag, 2. September, ein großes Regentief über Deutschland. „Es würde richtig nass werden und auch sehr kühl“, schätzt Dominik Jung die Wetterkarte ein. Denn die Höchsttemperaturen sollen am Samstag (3. September) zum Teil unter 20 Grad liegen. „Da kann man schon fast die Jacke rauskramen.“

Lediglich im Westen sollen die Temperaturen am ersten Septemberwochenende noch um 20 bis 23 Grad erreichen. Auch die Nachttemperaturen werden laut Dominik Jung „fast schon fröstelhaft“. Und tatsächlich: in den höheren Lagen der Alpen ist sogar der erste Frost möglich. Erste Anzeichen des Herbstes. Auch im restlichen Deutschland erreichen die Frühwerte nur knapp zweistellige Temperaturen von 9 bis 13 Grad.

Die Ensemble-Vorhersage bis zum 6. September sagt für den Norden Deutschlands zudem vermehrt Niederschläge voraus. Bis zu 35 Liter Regen pro Quadratmeter sollen dort vom Himmel kommen. Für Westdeutschland ist der Trend unverkennbar, wie Dominik Jung erklärt. Die Temperaturen gehen in 1.500 Metern Höhe auf unter 10 Grad zurück, ab und zu gibt es einzelne Schauer und Gewitter. In Ostdeutschland sinken die Werte ebenfalls auf knapp unter 20 Grad und auch die Regensignale nehmen deutlich zu. Auch in Süddeutschland wird es langsam aber sicher kühler.

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