Winter 2021

Wetter: 2021 droht laut Meteorologe ein „Eiswinter“ - enorme Schneemassen?

  • Sina Alonso Garcia
    VonSina Alonso Garcia
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Prognosen wagen schon jetzt einen Blick auf den kommenden Winter. Er dürfte ziemlich kalt und schneereich werden, glauben Experten.

Stuttgart - Treffsichere Vorhersagen für das Wetter in Deutschland können Wettercomputer zwar nur kurzfristig gewährleisten. Mittlerweile ist die Technik jedoch so weit entwickelt, dass es möglich ist, Trends bereits Monate im Voraus zu erkennen. Das bedeutet konkret: Wettermodelle sind schon jetzt in der Lage, eine Einschätzung für den kommenden Winter 2021/2022 abzugeben. Genau das hat nun der amerikanische Wetterdienst NOAA getan - und liefert überraschende Prognosen.

Während die Winterprognosen der Langfristmodelle in den vergangenen Jahren deutlich zu warm ausfielen - was sich letztlich auch bestätigte -, zeigt sich dieses Jahr ein anderes Bild. „Erstmals seit Jahren liegen die Temperaturen in der Langzeitprognose von NOAA nicht über dem Klimamittel“, erklärt Meteorologe Dominik Jung von wetter.net mit Blick auf die Vorhersage für Deutschland und Westeuropa im Zeitraum von Dezember 2021 bis Februar 2022. Laut des Modells weise alles auf einen „normalen Durchschnittswinter“ hin. Den seien viele Menschen aber kaum noch gewohnt.

Wetter in Deutschland: Modell berechnet „völlig normal temperierten Winter“

„Das ist wirklich nur ein erster, ganz grober Trend“, betont Jung. „Die Monats- und Jahreszeiten-Trends können nur versuchen, abzuschätzen, ob eine Jahreszeit wärmer oder kälter ausfallen wird als im Klimamittel - und: wird sie wärmer oder trockener sein?“ Zwar würde der kommende Winter in Deutschland und Westeuropa laut des Modells nicht zu warm werden. Im gesamten osteuropäischen Raum berechnet das Modell jedoch einen deutlich zu warmen Winter, mindestens 0,5 Grad über dem Klimamittel - hier färbt sich die Karte entsprechend Tief-Orange.

Der Winter 2021/2022 könnte eisig kalt und schneereich werden, sagen Prognosen.

Einen Temperatur-Ausreißer gibt es auch in Westeuropa. So färbt sich der gesamte Bereich über den Alpen in der Karte von NOAA ebenfalls Orange. „Ein halbes Grad wärmer wird es also laut der Vorhesage also auch dort“, so Dominik Jung. Weiße Farben über Deutschland, West- und Südeuropa weisen laut Dominik Jung jedoch auf einen „völlig normal temperierten Winter“ hin. Für ihn sei das in Hinblick auf die Prognosen der Vorjahre „eine faustdicke Überraschung“.

Wetter in Deutschland: Beendet der kommende Winter die Serie der zu warmen Winter?

Überraschend sind laut Jung auch die Prognosen für die Niederschläge im kommenden Winter. „Wir sehen, dass es weder zu trocken, noch zu nass wird“, so der Meteorologe. „Typisch für einen milden Westwetterlagenwinter wären Luftmassen vom Atlantik, die viel Regen bringen.“ Da im NOAA-Modell im Zeitraum von Dezember 2021 bis Februar 2022 wenig Regen vorhergesagt wird, deutet laut Jung alles auf einen „Eiswinter“ mit viel Schnee hin.

Noch im vergangenen Jahr fielen bereits die Prognosen für den Winter alarmierend aus. Wie vorhergesagt, war es letztendlich im Schnitt deutlich zu warm. Laut des Deutschen Wetterdienstes (DWD) war es sogar der zweitwärmste Winter seit Beginn der Wetter-Aufzeichnungen - für Meteorologen eine erschreckende Bilanz. Im Februar 2021 stiegen die Temperaturen nach kurzzeitigem Schneefall und Kälte sogar um 41 Grad an. Die NOAA-Prognose könnte, zumindest für Deutschland, also etwas Hoffnung bringen, dass es im kommenden Winter womöglich gemäßigter zugeht - zumindest winterlicher, als es viele gewohnt sind.

Rubriklistenbild: © Markku Ulander/dpa

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