Experten warnen

Extremes Wetter-Phänomen gab es in Deutschland seit 250 Jahren nicht - 2021 könnte schlimmer werden

  • Anna-Lena Schüchtle
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Das Wetter in Deutschland erlebt derzeit die extremste Dürre-Periode seit etwa 250 Jahren - hervorgerufen wird die extreme Trockenheit durch zu wenig Niederschlag und hohe Temperaturen.

Stuttgart - Das Wetter in Deutschland ist 2020 geprägt von „vielen Extrem-Ereignissen“, worin Experten eine verheerende Entwicklung sehen. Aktuell sind es vor allem die ungewöhnlich hohen Temperaturen und Trockenheit bedingt durch wenig Niederschlag, die Anlass zur Sorge geben. So stiegen die Messwerte etwa im September gebietsweise auf bis zu 35 Grad - ungewöhnlich für den Spätsommer. Und auch jetzt im November gibt es einen bedenklichen Wärme-Rekord.

Mit einer „Schockprognose“ warnte ein Experte bereits vor den extremen Verhältnissen beim Wetter in Stuttgart und Deutschland. Doch vor allem die langfristige Entwicklung ist beunruhigend. Denn: Bereits seit mehr als zwei Jahren befinden sich viele Teile Europas in einer außergewöhnlichen Dürre, die zu Ernteausfällen, sterbenden Wäldern und vertrockneten Wiesen und Feldern führt. Schuld haben zum einen die hohen Temperaturen und zum anderen nicht ausreichender Niederschlag, was zu enormer Trockenheit führt.

Wetter in Deutschland: 2021 könnte der dritte Dürre-Sommer in Folge drohen - mit Folgen

Die aktuelle Dürre-Periode hat schlimme Folgen für die Landwirtschaft.

Wie außergewöhnlich das Wetter rund um die aktuelle Dürre-Periode ist, haben Wissenschaftler unter Leitung des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) herausgefunden. Wie wetter.de berichtet, handelt es sich diesen zufolge nämlich um die „schlimmste Dürre seit rund 250 Jahren“. Eine zweijährige Trockenheit mit wenig Niederschlag im Sommer soll es in diesem Ausmaß seit 1766 in Mitteleuropa und Deutschland nicht mehr gegeben haben.

Die derzeitige Dürre-Periode hält nun bereits seit Frühjahr 2018 an, einige Ausnahmen mit viel Niederschlag ausgenommen - etwa im Dezember 2018, im Januar und März 2019 oder Februar 2020. Im aktuellen Jahr konnte zudem das Wetter im Oktober für etwas Entspannung nach extremer Trockenheit im Sommer sorgen. Der US-Wetterdienst NOAA prognostiziert laut wetter.de zudem für den Dezember „eine ausgeglichene Regenbilanz“.

Und auch das Wetter in Deutschland 2021 könnte mit unerwartet viel Niederschlag einen Ausgleich bei dem durch die lange Trockenheit stark strapazierten Wasserhaushalt schaffen. Grund dafür ist, dass es zwischen Februar und April unter Umständen sogar zu viel Regen geben könnte - das würde das Risiko eines dritten Dürre-Sommers in Folge erheblich senken.

Ähnliche Dürre-Pediode zuletzt von etwa 250 Jahren - Experten mit unheilvoller Prognose

Dennoch: Experten von wetter.de sind sich einig, dass es sich bei dieser extrem langen Trockenheit mit wenig Niederschlag um keinen Einzelfall und schon gar keinen Zufall handelt. Hintergrund sind die hohen Treibhausgas-Emissionen. Sollten diese nicht schon bald drastisch reduziert werden, könnten derartige aufeinanderfolgende Sommer-Dürren ihrer Ansicht nach bis zum Ende des Jahrhunderts in Mitteleuropa und Deutschland zunehmen. Langfristig gesehen hätte dieses Wetter gravierende Auswirkungen auf die Wasserversorgung - insbesondere für die Land- und Forstwirtschaft.

Rubriklistenbild: © Foto: Marijan Murat/dpa

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