Wetterprognose

Wetter: Wird Dezember 2021 deutlich kälter als üblich? 

  • Franziska Vystrcil
    VonFranziska Vystrcil
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Bei den Winterprognosen für das Wetter in Deutschland sind sich die unterschiedlichen Wetterdienste nicht einig. Doch auf welche Vorhersagen ist nun Verlass?

Stuttgart - Schnee, Kälte und Eis - oder doch warme Temperaturen, Sonnenschein und kein Regen? Für das Wetter in Deutschland treffen Langzeitprognosen schon Wochen, manchmal sogar Monate im Voraus Vorhersagen.

Doch wie zuverlässig sind diese Prognosen? Dominik Jung, Diplom-Meteorologe bei wetter.net, vergleicht die verschiedenen Wetterdienste und gibt eine Einschätzung, auf was wir uns im Dezember wettertechnisch einstellen können. Auch andere Experten geben bereits ihre Einschätzung für den kommenden Winter ab. Die Wintervorhersagen der Wetterdienste könnten dabei nicht unterschiedlicher sein.

Wetter im November: Erst „Wärmeberg“, dann kühlere Temperaturen - Wintereinbruch bleibt aus

Vorerst einen Blick auf den November: Da erwarten uns laut Ensemble-Vorhersage ungewöhnlich hohe Temperaturen. In der Vorhersage für Norddeutschland bis zum 10. November ist deutlich ein „Wärmeberg“ zu sehen, sagt Dominik Jung. Temperaturen bis zu 10 Grad herrschen dann in 1.500 Metern Höhe. Zum Monatswechsel vom Oktober zum November gibt es außerdem viel Regen. „Da gibt es immer wieder Niederschlagssignale im Norden, auch im Westen wird es zum Reformationstag ziemlich nass werden“, deutet der Meteorologe das Wetterdiagramm.

Im Westen liegen die Temperaturen in den letzten Oktobertagen meist um 15 bis 17 Grad. Mit dem Monatswechsel wird es allerdings auch im Westen deutlich kühler bei 10 bis 12 Grad. „Aber einzelne Ausreißer bleiben immer noch zwischen der 15- und 20-Gradmarke stecken.“ In Ostdeutschland wird es zum Monatswechsel deutlich kühler. „Auch hier gilt: Ab dem Reformationstag wird es wechselhafter und dann gibt es immer wieder Niederschläge.“

In Süddeutschland bietet sich ein ähnliches Bild. Zum 1. November hin gibt es einen „kleinen Wärmeberg“, wie es Dominik Jung bezeichnet. Stellenweise sind auch mal knapp 20 Grad drin. Dann sinken die Temperaturen und es folgt eine längere und nasse Phase. Winterlich wird es kommenden Monat demnach erst mal nicht werden. „Bei allen vier Regionen gilt: Es ist kein früher Wintereinbruch in Sicht. Bis zum 10. November wird es keinen Schnee bis in tiefe Lagen geben“, so der Diplom-Meteorologe. Dabei sahen die letzten Prognosen des amerikanischen Wetterdienstes noch anders aus. NOAA rechnete mit einem deutlich früheren Wintereinbruch.

Wetter in Deutschland: So lauten die Prognosen für den Winter

Die Gesamtprognose für den Winter 2021/2022, also für die Monate Dezember, Januar und Februar, sagt ebenfalls eher zu hohe Temperaturen voraus - so prognostiziert es zumindest der amerikanische Wetterdienst NOAA. „Mindestens zwei Grad zu warm soll es bei uns in Deutschland werden“, meint auch Dominik Jung. Dabei bezieht sich der Wetterdienst auf Vergleichswerte aus den Jahren 1991 bis 2020.

Der Deutsche Wetterdienst sieht den bevorstehenden Winter als eher leicht zu warm an, so der Wetterexperte weiter. Genauer gesagt könnte der Winter in Deutschland 0,5 bis 1 Grad zu warm ausfallen. Der Vergleich des deutschen Wetterdienstes bezieht sich dabei auf das Klimamittel der Jahre 1990 bis 2019.

Wenn die Wettermodelle wirklich zutreffen, werden Winterfans dieses Jahr enttäuscht. Weder der amerikanische, noch der europäische oder der deutsche Wetterdienst rechnen mit einem zu kalten Winter. Ganz aus dem Rennen ist ein Eiswinter allerdings noch nicht: Dreht der Polarwirbel weiterhin auf, könnte uns eine wochenlange sibirische Kälte drohen. Denn das Phänomen beeinflusst maßgeblich das Wetter in Deutschland.

Wetter in Deutschland: Kommt der Winter im Dezember?

Bei solchen Prognosen kann man kaum an einen Winter mit Schnee und Eis glauben. Der Winter 2020/2021 war hingegen besonders frostig und schneereich. Doch was erwartet uns dieses Jahr? Kommt im November und Dezember doch noch ein Kälteeinbruch? Der amerikanische Wetterdienst NOOA prognostiziert aktuell einen normal temperierten Winter 2021/2022. „Es wird also weder deutlich zu warm, noch deutlich zu kalt“, sagt Dominik Jung.

Der europäische Wetterdienst hingegen sagt einen kälteren Dezember als üblich voraus. „In der Mitte und im Süden des Landes könnte es knapp ein halbes Grad kälter werden als im Vergleich zum langjährigen Klimamittel.“ Zwischen den beiden Wettermodellen gibt es somit leichte Unterschiede.

Prognosen des amerikanischen und europäischen Wetterdienstes: So werden der Januar und der Februar

Auch für den Januar unterscheiden sich die beiden Wetterdienste. Laut NOAA wird der Januar 2 bis 3 Grad wärmer als das langjährige Klimamittel. „Das wäre für Deutschland schon eine recht deftige Abweichung“, bewertet der Meteorologe die Prognose. Der Februar 2022 soll ebenfalls leicht zu warm ausfallen.

Ersterer Prognose widerspricht der europäische Wetterdienst. Normal temperiert soll da der Januar werden. „Ein klein wenig Hoffnung für alle Winterfreunde, dass zumindest der Januar ein paar kältere Episoden bringt“, sagt Dominik Jung. Der Februar hingegen soll leicht zu warm werden, da sind sich die beiden Institutionen einig. Ganz muss man die Hoffnung auf Schnee allerdings noch nicht aufgeben. „Das sind ja alles nur sogenannte Klimatrends“, so Dominik Jung. Vielleicht wendet sich ja noch das Blatt, und ein „Eiswinter“ mit Schneemassen ist doch noch möglich.

Rubriklistenbild: © Bernd März/dpa

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