Experte warnt

Wetter: „Sturmfeld“ zieht über Deutschland - Orkan bis 140 Kilometer pro Stunde

  • Franziska Vystrcil
    VonFranziska Vystrcil
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Sturmtief „Yogi“ sorgt für unbeständiges Wetter in Deutschland. Orkanböen, schwerer Sturm und Starkregen werden für den heutigen Mittwoch erwartet.

Stuttgart - Der erste Herbststurm wirbelt das Wetter in Deutschland ganz schön durcheinander. Sturm, Starkregen und Gewitter machen den Mittwoch ungemütlich. „Das wird heute ein ganz schön ruppiger Tag“, sagt Dominik Jung, Diplom-Meteorologe bei wetter.net. Entlang der Nordsee gibt es heute schwere Unwetter, so der Wetterexperte. Auf den Inseln der Nordsee wird sogar ein Orkan erwartet. Windgeschwindigkeiten von 120 bis 140 Kilometer pro Stunde können diese Orkanböen auf der offenen See erreichen.

Bereits im Laufe des Vormittags frischt der Wind an der Nordsee deutlich auf. In den Mittagsstunden erreichen dann von der holländischen Nordseeküste kommend die ersten schweren Sturmböen Deutschlands Nordseeküste. Doch bei Sturm allein bleibt es nicht: „Es gibt zum Teil heftige Regengüsse mit Blitz und Donner, besonders von der Nordseeküste bis zum Bayerischen Wald“, warnt Dominik Jung.

Wetter in Deutschland: Sturmtief „Yogi“ bringt Gewitter und Sturm

Extreme Wetterereignisse wie das herannahende Sturmtief werden laut Studie in Zukunft häufiger vorkommen. Stellenweise wird heute Starkregen mit 20 bis 40 Litern Regen pro Quadratmeter erwartet - innerhalb weniger Stunden kann das regional zu Überflutungen führen. Ein Blick auf die Großwetterlagenkarte verrät: Das Sturmtief „Yogi“ liegt heute Mittag mit seinem Zentrum genau über der Nordsee. Das bekam man aber auch im Süden zu spüren: Schon heute Morgen zog heftiger Regen von Bayern auf und erstreckte sich später bis nach Ostdeutschland. Am Mittag und Nachmittag erreicht das Regenband die Ostsee.

In Ostdeutschland kann es im Zuge der Regenschauer auch zu einzelnen, heftigen Gewittern kommen. „Da ist der Starkregen dann besonders kräftig“, warnt der Meteorologe. Durch den aufziehenden Sturm „Yogi“ gibt es auch im Westen Deutschlands zum Teil recht kräftige Regengüsse. Vor allem am Mittwochnachmittag wird es laut Dominik Jung an der Nordsee rund gehen. Direkt an der Küste erreichen die Winde Geschwindigkeiten bis zu 110 Kilometern pro Stunde, auf dem Meer erreichen sie Orkanstärken mit 120 bis 140 Kilometern pro Stunde.

Zum Mittwochabend zieht der Regen zwar nach Osten hin ab, der Wind bleibt jedoch. Dann wird es dort sehr stürmisch werden. „Dieses Wind- und Sturmfeld zieht bis Donnerstagmorgen, 3 Uhr, langsam weiter, über den gesamten Nordwesten Deutschlands, auch nach Hamburg und Schleswig-Holstein.“ Der Sturm wandert dann von der Nordseeküste weiter in Richtung Ostseeküste und erreicht diese am Donnerstagmorgen gegen 10 Uhr mit Geschwindigkeiten um 110 Stundenkilometern. Das bekommt sogar Niedersachsen mit Sturmböen von knapp 80 Kilometern pro Stunde zu spüren.

Erst Sturm, dann Kälte: Polarluft lässt Temperaturen abstürzen

Auf den Sturm folgt die Kälte: Nach Yogi zieht kalte Polarluft zu uns nach Deutschland. „Die kann in der teilweise klaren Nacht in der Mitte und im Süden bis morgen früh nochmal deutlich abkühlen.“ Die höchsten Temperaturen liegen schon heute bei nur 16 bis 21 Grad. Durch das Sturmtief wird es aber vor allen Dingen am Donnerstagmorgen (30. September) frisch: Die Frühwerte liegen bei 4 bis 9 Grad in zwei Metern Messhöhe. „Direkt über dem Erdboden kann es sogar für Bodenfrost reichen“, so Dominik Jungs Prognose. Auch tagsüber werden höchstens 16 Grad, etwa in Baden-Württemberg, erreicht.

Im Norden und im Süden sind am Donnerstag die Wolken etwas zahlreicher als im Rest des Landes. Dort ist auch vereinzelt Regen möglich. Der Mittag wird insgesamt recht freundlich, erst gegen Abend ziehen an der Nordsee neue Regenfälle heran. Am Freitag dürfen wir uns schon wieder über sonnigeres Wetter freuen bei Temperaturen zwischen 17 und 21 Grad. Nur im Norden halten sich die Wolken weiterhin hartnäckig, es bleibt dort aber niederschlagsfrei.

Das Wetter am ersten Oktoberwochenende wird stürmisch, im Süden warm

Das erste Oktoberwochenende zeigt sich wieder unbeständig. Regen und Wind machen das Wetter in Deutschland am Samstag (2. Oktober) und Sonntag aus. „Die Höchsttemperaturen sind ziemlich mau am Samstag, das amerikanische Wettermodell rechnet mit 13 bis maximal 17 Grad“, sagt Dominik Jung. Eine „Kaltluftzunge“ könnte uns zudem im Oktober den ersten Schnee bringen.

Doch aufatmen können wir noch lange nicht: Am Sonntag ist das nächste Sturmtief im Anmarsch. „Von der Nordseeküste runter bis nach Baden-Württemberg kann es teilweise auch einzelne Sturmböen in tiefen Lagen geben. In der Spitze 90 bis 110 Kilometer pro Stunde“, sagt der Meteorologe. Die Windgeschwindigkeiten von 110 Kilometern pro Stunde werden allerdings eher in Küstennähe erreicht.

Mit dem Sturmtief kommt am Wochenende aber auch warme Luft zu uns geströmt. Die kann im Südwesten am Tag der Deutschen Einheit nochmals für Temperaturen um 24 bis 26 Grad sorgen.

Rubriklistenbild: © Jochen Lübke/dpa

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