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Wetter: Bauernregeln verraten, ob es an Weihnachten Schnee gibt

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Von: Franziska Vystrcil

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Bei den Prognosen zum Wetter in Deutschland an Weihnachten scheiden sich aktuell die Geister. Treffen die altbewährten Bauernregeln da genauere Vorhersagen?

Stuttgart - Je weiter der Dezember voran schreitet, desto wichtiger scheint eine ganz spezielle Frage zu werden: Bekommen wir dieses Jahr weiße Weihnachten? Zwischen den unterschiedlichen Wettermodellen und den Meteorologen ist da bereits seit Monaten eine heiße Diskussion im Gange. Während einige von einem normal temperierten Dezember sprechen, kündigen andere eine Chance von 70 Prozent an, dass an Weihnachten Schnee liegt. Beim Wetter in Deutschland lässt der große Wintereinbruch allerdings bisher auf sich warten.

Wem kann man da Glauben schenken? Viele Wetterexperten berufen sich auf die sogenannten „Bauernregeln“. Von ihnen lassen sich manchmal Rückschlüsse auf das Wettergeschehen der nächsten Wochen ziehen. Doch ist da was dran? Corinna Borau, Meteorologin bei wetter.com, hat die alten Weisheiten unter die Lupe genommen.

Wetter in Deutschland: Bauernregeln zu Weihnachten - wissenschaftlich belegt oder Aberglaube?

Eines stellt Wetterexpertin Corinna Borau gleich zu Beginn klar: Wochen oder gar Monate vor Weihnachten ist es sehr schwer, nicht gar unmöglich, exakte Prognosen für Heiligabend und die darauf folgenden Feiertage zu treffen. Vor allem Prognosen für Schnee in Deutschland sind schwierig. Abgesehen von den Langfristmodellen wagen jedoch auch Bauernregeln einen weiten Blick in die Zukunft.

Bauernregeln zum Wetter gibt es einige. „Fällt auf Eligius ein kalter Wintertag, die Kälte noch vier Wochen bleiben mag“, lautet etwa eine. Heißt: Schon der erste Dezembertag soll entscheidend für den Verlauf des Wetters im restlichen Monat sein. „Und tatsächlich lässt sich diese Regel wissenschaftlich bestätigen“, sagt Corinna Borau. Herrscht am 1. Dezember winterliches Wetter, also ist es deutlich zu kalt, setzt sich das zu 70 Prozent auch in den darauf folgenden Wochen durch. Meist gilt diese Wetterlage jedoch nur bis kurz vor Weihnachten. Fällt also am 1. Dezember Schnee, ist nicht garantiert, dass dem am 24. auch so ist.

Auch für den 4. Dezember gibt es eine Bauernregel. Diese gibt auch einen Ausblick auf Heiligabend: „Geht Barbara im Klee, kommt’s Christkind im Schnee“. „Diese wird allerdings von den langjährigen Wetteraufzeichnungen widerlegt“, sagt Corinna Borau. Denn liegt am 4. Dezember Schnee, gibt es zu 70 Prozent auch eine Schneedecke über die Feiertage. Dies war zum Beispiel auch 2010 der Fall. 2021 schneite es in vielen Regionen Deutschlands, in tiefen Lagen blieben die Flocken allerdings nicht liegen.

Bauernweisheit zum Wetter: „Ist’s an Weihnachten kalt, ist kurz der Winter, das Frühjahr kommt bald“

Nicht nur zum Dezember und zu Weihnachten gibt es Bauernregeln, auch zum gesamten Verlauf des Winters. So besagt die Regel „Regnet’s an Sankt Nikolaus, wird der Winter streng und graus“, dass Regen am 6. Dezember für einen strengen Winter spreche. Dem widerspricht Corinna Borau jedoch. „Diese Bauernregel konnte mithilfe von statistischen Untersuchungen nicht bestätigt werden.“

„Wenn’s auf Weihnacht ist gelind, sich noch viel Kält einfind“ trifft allerdings zu: Sind die Temperaturen am 25. und 26. Dezember zu warm, folgen mit 70-prozentiger Wahrscheinlichkeit noch Wochen mit Frostwetter. Im März und April kann es dann ebenfalls nochmal sehr kalt werden, was auch in den vergangenen Jahren laut Corinna Borau immer wieder der Fall war. Statt weißer Weihnacht haben die meisten eher zu warme Feiertage in Erinnerung, erst im Januar oder später folgte dann der Wintereinbruch. Dieses Wetterszenario zeigte sich auch im vergangenen Jahr. Der Winter 2020/2021 legte Wärmerekorde hin, im Februar 2021 folgte eine Eiszeit mit Minustemperaturen.

Ein Schneeräumfahrzeug räumt Schnee bei Schneefall an einem Wintermorgen.
Wie stehen dieses Jahr die Chancen auf weiße Weihnachten? Bauernregeln geben manchmal treffende Hinweise, wie das Wetter wird (Symbolbild). © bruno kickner/imago

„Ist’s an Weihnachten kalt, ist kurz der Winter, das Frühjahr kommt bald.“ Der Wetterexpertin zufolge kann die Lage an Weihnachten tatsächlich Erkenntnisse für das folgende Frühjahr liefern. „Ist das Weihnachtsfest frostig, so folgt in fast 70 Prozent der Fälle ein zu warmer Februar, also ein schnelles Ende des Winters“, erklärt Corinna Borau. Diese Regel traf auch 2010 zu. Nach weißen Weihnachten in ganz Deutschland folgte 2011 ein Februar mit frühlingshaften Temperaturen. Im März 2011 gab es 20 Grad und auch der oftmals wiederkehrende Schnee im April blieb aus. Frostig ist es in Deutschland schon jetzt: Orkan „Harry“ bringt Schnee und Glätte.

Es lässt sich festhalten: Die Bauernregeln können nur bedingt eine Prognose zum Wetter treffen. Zwar geben sie oftmals einen Ausblick auf den Verlauf des Winters - wie genau das Wetter an Weihnachten jedoch aussieht, erfahren wir gesichert erst wenige Tage zuvor.

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