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Winter-untypisches Wetterphänomen bedroht Deutschland - kaum jemand bemerkt es

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Von: Valentin Betz

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Ein Frachtschiff passiert eine Sandbank am Mittelrhein (Aufnahme mit einer Drohne).
Zu wenig Regen: Der Rhein kämpft derzeit mit extremem Niedrigwasser - die Schifffahrt ist davon bedroht. © Thomas Frey/dpa

Das Klima in Deutschland und Baden-Württemberg war 2020 viel zu trocken. Besonders dramatisch zeigt sich das derzeit am Rhein - auch mit wirtschaftlichen Folgen.

Stuttgart/Koblenz - Das Wetter in Stuttgart und Deutschland insgesamt war auch 2020 viel zu warm. Eigentlich ist das inzwischen zur traurigen Normalität geworden, ein Experte beobachtete 2020 eine verheerende Entwicklung und „viele Extrem-Ereignisse.“

Doch wenn es um zu trockenes und warmes Wetter geht, stehen bei den Prognosen trotzdem meist die Sommermonate im Fokus. 2020 war in Bezug auf Regen aber auch ein sehr schlechter Herbst. Auf Niederschlag in Stuttgart wartete man lange vergeblich - ganz besonders im November.

Experten warnten im November vor einem Wärme-Rekord, phasenweise machte der November mit extremem Wetter auf sich aufmerksam - von sommerlichen Temperaturen bis hin zu Frost. Der mangelnde Niederschlag macht sich jetzt auch am Rhein bedrohlich bemerkbar. Das hat auch schwere Folgen für die Wirtschaft.

Wetter: Dürre im Winter lässt Pegelstand am Rhein dahinschmelzen

Eine Entspannung in Sachen Niederschlag ist derzeit nicht in Sicht, im Gegenteil. 2021 könnte wegen eines extremen Wetter-Phänomens noch schlimmer werden. Auch für Baden-Württembergs Landeshauptstadt sehen die Prognosen düster aus. Der Klimawandel könnte Stuttgart künftig tödliche Hitze und Fluten bringen.

Am Rhein sieht es derzeit bereits sehr apokalyptisch aus. Wie wetter.de berichtet, hat der Rhein durch fehlenden Regen einen rekordverdächtig niedrigen Pegelstand. Inzwischen sind große Kies- und Sandbänke sichtbar, wo sonst eigentlich nur die Wasseroberfläche die Sonne reflektieren sollte.

Die Experten von wetter.de machen dafür ebenfalls den dritten Dürre-Sommer in Folge verantwortlich. Doch auch sie sehen besonders den Herbst und den November als Hauptproblem. „Speziell der November war viel zu trocken mit kaum 20 Litern Regen pro Quadratmeter. Das entspricht 25 Prozent der Klimamittels. Normal wären um die 80 Liter auf jeden Quadratmeter“, so wetter.de.

Niedrigwasser am Rhein: Ausbleibender Regen hat nicht nur Folgen für die Umwelt

Die Situation am Rhein ist nicht nur für die Umwelt dramatisch. Denn der Fluss ist eine der verkehrsreichsten Wasserstraßen der Welt. Der Pegelstand bei Kaub beträgt momentan noch 88 Zentimeter. „Die Fahrrinnentiefe beträgt damit momentan dort zwei Meter“, erklärt Hydrologe Jörg Uwe Belz gegenüber wetter.de. 

Viele Rhein-Schiffe haben aber einen Tiefgang von drei bis 3,5 Metern - und können deshalb derzeit nicht auf dem Fluss fahren. Dabei ist grundsätzlich Niedrigwasser am Rhein typisch für den Herbst. Allerdings sind die Experten besorgt darüber, wie lange dieser Zustand inzwischen anhält.

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