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Wetter-Experte warnt: diese Woche „Lebensgefahr durch Superzellen und Tornados“

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Von: Franziska Vystrcil

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Unwetter wirbeln zum Ende des Monats das Wetter in Deutschland ordentlich durcheinander. Ein Experte warnt sogar vor Tornados und Superzellen.

Stuttgart - In den kommenden Tagen wird das Wetter in Deutschland ungemütlich. Gleich mehrere schwere Unwetter drohen. Lokal kann es zu heftigen Schäden kommen. Extreme Hitze begünstigt derzeit die Bildung von Gewittern und Stürmen. „In den nächsten Tagen werden sich in Deutschland örtlich Superzellen bilden“, warnt Georg Haas, Meteorologe bei wetter.com.

Und die haben es in sich. Denn bei einer Superzelle handelt es sich um ein schweres Gewitter, das durch das Vorhandensein eines Mesozyklons gekennzeichnet ist: Ein tiefer und anhaltend rotierender Aufwind. „Wenn diese auftreten sollten, dann herrscht wirklich Lebensgefahr“, sagt der Wetterexperte über die Tornados.

Unwetter in Deutschland: Superzellen bringen schwere Gewitter und Tornados

Bereits am Montag (27. Juni) kam es in vielen Teilen Deutschlands zu schweren Unwettern mit Hagel und Starkregen. Auch am Dienstag (28. Juni) musste sich vor allem der Süden auf einiges gefasst machen. Wie Georg Haas erklärt, bestand dort sowie am Alpenvorland die größte Unwettergefahr. Unterdessen konnte sich die Mitte Deutschlands und der Norden über einen entspannten Sommertag ganz ohne Gewitter und Stürme freuen.

Auto fährt Straße nach einem Hagelschauer entlang
Diese Woche drohen schwere Unwetter mit Gewittern, Hagel und Tornados. © Bernd März/dpa

Grund für die in dieser Woche herrschenden Unwetter im Süden sind instabile Luftmassen. „Labilität ist eine Zutat für die Entstehung für Gewitter“, erklärt der Meteorologe. Und diese ist derzeit gegeben. Damit die bereits erwähnten Superzellen entstehen können, braucht es zusätzlich noch die sogenannte Windscherung. „Die ist auf jeden Fall vorhanden“, lautet die Prognose von Georg Haas. In hohen Luftschichten herrschte bereits am Dienstag ein Südwestwind, demnach kamen die Gewitter im Süden aus Südwesten. Bodennah wehte diesen Strömungen jedoch warmer Nordostwind entgegen. „Das heißt, der Wind dreht mit der Höhe. Dementsprechend werden auch die Gewitter angedreht.“

Das Ergebnis ist eine rotierende Zelle, die sich um die eigene Achse dreht. „So eine rotierende Zelle kann dann tatsächlich so einen lebensgefährlichen Tornado, auch bei uns in Deutschland, produzieren“, warnt Georg Haas.

Eine Unwetterfront jagt die nächste: Freitag erneut Schauer und Gewitter

Am Mittwoch (29. Juni) ist der Spuk noch nicht vorüber. Die Unwetter breiten sich weiter nordwärts aus. Da die Windscherung und die Labilität weiterhin hoch bleibt, besteht noch immer die Möglichkeit für Tornadobildungen. Am Donnerstag (29. Juni) können wir beim Wetter in Deutschland vorerst aufatmen. Alles beruhigt sich etwas, Schauer und Gewitter werden seltener. In den meisten Regionen bleibt der Donnerstag trocken und sonnig bei Höchstwerten von 25 Grad im Norden und bis zu 31 Grad im Süden Deutschlands.

WochentagTemperaturen in Grad Celsius
Freitag (1. Juli)22 bis 30 Grad
Samstag (2. Juli)23 bis 29 Grad
Sonntag (3. Juli)24 bis 29 Grad

(Quelle: wetter.com)

Die Ruhe währt jedoch nur kurz. Bereits zum Freitag (1. Juli) droht das nächste Unwettertief. Bei Temperaturen von 22 bis 30 Grad werden in ganz Deutschland kräftige Schauer und Gewitter erwartet. Passend zum Wochenende ziehen die Unwettertiefs jedoch wieder ab. Verbreitet Sonnenschein und Temperaturen von 23 bis 29 Grad am Samstag (2. Juli) und 24 bis 29 Grad am Sonntag (3. Juli) versprechen bestes Badewetter. Darauf können wir uns laut den Juli-Prognosen noch öfter freuen. Das Wetter im Juli könnte extrem werden, schätzen Meteorologen.

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