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„Unfassbare Wetterkarten“: Experte macht Prognose für die ersten zwei Augustwochen

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Von: Franziska Vystrcil

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Eine Blockadewetterlage sorgt dafür, dass Tiefs nicht nach Deutschland ziehen können. Hitze und Trockenheit setzen sich im August fort.

Stuttgart - Der Sommer 2022 wird vielen vor allem als eines im Gedächtnis bleiben: Als viel zu heiß und trocken. Auch wenn es immer wieder Niederschläge gibt - es ist der bekannte Tropfen auf dem heißen Stein. Am Wochenende brachte uns erneut Heißluft aus der Sahara ins Schwitzen. Zum Monatswechsel sieht die Prognose ebenfalls düster aus. „Unfassbare Wetterkarten“ verspricht Dominik Jung, Diplom-Meteorologe bei wetter.net, in seinem neuesten Wettervideo.

„Solange diese Blockadelage besteht, auf dem Atlantik das stabile Hoch, kann sich an dieser Wetterlage überhaupt nichts ändern“, sagt der Experte. In der ersten Augustwoche wird es - beziehungsweise bleibt es - heiß beim Wetter in Deutschland. Lediglich am Freitag müssen wir mit einem Temperatursturz rechnen, ehe das Thermometer sogleich wieder in die Höhe schießt.

Wetter in den ersten Augustwochen: „Die nächste Hitzewelle kommt“

Zum Start in den August zieht das Tiefdruckgebiet „Frieda“ weiter. Zum Wochenende brachte das Tief gebietsweise Regen, jedoch wurde die Waldbrandgefahr dadurch kaum gebannt. Aus Südwesteuropa kommen unterdessen neue warme Luftmassen nach Mitteleuropa und somit auch nach Deutschland geströmt. Am Montag (1. August) ist es allerdings noch stellenweise durchwachsen, im Norden sowie in der Mitte Deutschlands kann es vereinzelt Schauer geben. Die Höchstwerte liegen bei 22 bis 32 Grad, wobei die Spitzentemperatur von 32 Grad in Baden-Württemberg erreicht werden wird.

Die Abkühlung lässt noch auf sich warten. Die Ü-35-Hitze ist bereits in Lauerstellung. „Es wird immer heißer. Die nächste Hitzewelle kommt“, sagt Dominik Jung. Eine solche ist ganz klar definiert: Liegen die Höchsttemperaturen drei Tage in Folge bei 30 Grad oder mehr, spricht man von einer Hitzewelle. Am Dienstag (2. August) liegen die Werte bei 25 Grad an den Küsten und 34 Grad im Südwesten. Am Mittwoch (3. August) klettert das Thermometer im Norden sogar auf 28 Grad, während in der Mitte und im Süden die maximalen Temperaturen zwischen 32 und 38 Grad liegen.

WochentagTemperaturen in Grad Celsius
Montag (1. August)22 bis 32 Grad
Dienstag (2. August)25 bis 34 Grad
Mittwoch (3. August)28 bis 38 Grad
Donnerstag (4. August)29 bis 39 Grad
Freitag (5. August)18 bis 25 Grad

(Quelle: wetter.net)

Der Donnerstag (4. August) könnte laut Dominik Jung noch heißer werden. Aber: „Mit einer kleinen Abkühlung aus Nordwesten. Da kommen dann einzelne Schauer und Gewitter.“ Doch dabei soll es nicht bleiben: Abermals kommt auch der Saharastaub zu uns. Am Donnerstag (4. August) gelangt dieser durch eine Südwestströmung zu uns nach Deutschland.

Zum Freitag (5. August) wird es ebenfalls etwas kühler. „Da kommt das Kälteei in der Höhe herangewabelt“, sagt der Wetterexperte. Die Höchstwerte liegen dann noch bei 18 bis 25 Grad. Am Donnerstag und Freitag liegen laut Dominik Jung die Chancen gut, dass auch etwas Regen fällt - jedoch nicht genug. „Es bleibt dabei: Der Landregen kommt einfach nicht. Die stabile Blockadewetterlage mit dem Hoch auf dem Atlantik verhindern einfach, dass uns die atlantischen Tiefs mit Regen erreichen“, erklärt der Diplom-Meteorologe.

Auf „Kälteei“ folgt erneut Hitze: Temperaturen klettern wieder nach oben

Lange können wir bei diesen kühleren Temperaturen nicht durchatmen, denn bereits zum Samstag (6. August) wird es wieder heiß in Deutschland. Die Werte steigen auf 23 bis 31 Grad. Am Sonntag (7. August) gibt es im Westen und im Süden Deutschlands erneut Temperaturen über 30 Grad.

WochentagTemperaturen in Grad Celsius
Samstag (6. August)23 bis 31 Grad
Sonntag (7. August)26 bis 33 Grad

(Quelle: wetter.net)

Als „unfassbar“ bezeichnet Dominik Jung unterdessen die Aussichten bis zum 15. August. Im Norden Deutschlands soll bis dahin fast kein Niederschlag fallen. Im Westen Deutschlands liegen die Regensummen bis zur Mitte des Monats gerade einmal bei 12 oder 13 Litern Regen pro Quadratmeter. „Es geht trocken weiter. Die Wetterlage bleibt wie in Stein gemeißelt“, sagt der Meteorologe. Auch in Ost- sowie Süddeutschland ist kein Niederschlag in Sicht. In der Mitte Deutschlands gibt es ebenfalls nur ganz schwache Niederschlagssignale für die kommenden zwei Wochen.

Vor allem aufgrund der herrschenden Dürre und Brandgefahr eine prekäre Situation. In ganz Deutschland herrscht bereits die höchste Waldbrandgefahrenstufe. „Das ist wirklich eine sehr drastische Entwicklung“, sagt Dominik Jung. Der Trend für den August „verschärft“ sich somit immer weiter. Experten warnten bereits davor, dass solche Hitzewellen, wie wir sie derzeit erleben, künftig normal werden könnten.

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