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Experte macht Prognose für Juli-Wetter, das „es in sich haben“ könnte

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Von: Franziska Vystrcil

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Wie wird der Sommer in diesem Jahr? Die Wettermodelle sind sich in ihrer Prognose überraschenderweise alle einig.

Stuttgart - Der Winter 2021/2022 war zu warm, das Frühjahr zu trocken, im Mai herrschten bereits Sommertemperaturen. Das Wetter in Deutschland macht in diesem Jahr alles etwas anders. Womit müssen wir da wohl im Sommer rechnen? Die verschiedenen Wettermodelle haben hierzu erste Berechnungen angestellt. Eines überrascht dabei: In ihren Prognosen sind sich die Dienste alle einig. Das ist sonst nur selten der Fall.

Vor wenigen Tagen hat der private amerikanische Wetterdienst „AccuWeather“ eine Prognose über die Merkmale des Sommers 2022 herausgebracht. Demnach soll von Ost- bis nach Westeuropa ein eher warmer und trockener Sommer bevorstehen. Dominik Jung, Diplom-Meteorologe bei wetter.net, erklärt, was das für unser Wetter in Deutschland bedeutet.

Sommerprognose 2022: So sollen der Juli und der August werden

Schenkt man der Prognose von „AccuWeather“ Glauben, könnte sich die Hitze diesen Sommer eher in Südosteuropa sowie in Südfrankreich und Spanien befinden. „Da würde es immer wieder einmal heiß werden, bei uns aber nur ein sehr warmer und trockener Sommer 2022“, sagt Dominik Jung. Laut den Amerikanern bekommen wir keinen Hitzesommer.

Die Vorhersage des europäischen Wetterdienstes sagt einen deutlich zu warmen Juli voraus. Im Osten und im Südwesten sollen die Temperaturen 1,5 bis 2 Grad über dem langjährigen Klimamittel liegen. In der Mitte Deutschlands könnten die Abweichung bei 1 bis 1,5 Grad nach oben gehen, im Norden 0,5 bis 1 Grad. „Der Juli könnte es in sich haben - mit viel Wärme, vielleicht sogar mit einigen Hitzewellen“, sagt der Meteorologe. Auch Extremwetter sowie Unwetter sind dann nicht ausgeschlossen.

Frau kühlt sich an einem Brunnen ab
Droht uns 2022 ein Hitzesommer? Die Wettermodelle sind sich in ihrer Prognose einig. © imago stock&people

Auch der August soll im Norden maximal 0,5 bis 1 Grad zu warm ausfallen, im Rest Deutschlands 1 bis 1,5 Grad zu warm. Im Südwesten gibt es erneut die höchste Abweichung, mit bis zu 2 Grad über dem Klimamittel.

Regen wird zur Mangelware - droht uns in diesem Jahr ein Dürre-Sommer?

Und das amerikanische Wettermodell NOAA? Das korrigiert aktuell seine Berechnungen für den Juni immer weiter nach unten. Möglicherweise steht uns ein Kälteschock bevor, schließlich bescherte eine „Omega-Hitze“ Deutschland im Mai noch hochsommerliche Temperaturen. Insgesamt soll der Monat laut der Prognose eher normal temperiert ausfallen. „Nicht mehr zu warm, aber auch eben nicht zu kalt“, erklärt Dominik Jung. „Aber der Juni wird wohl unterm Strich nicht wirklich ein warmer Sommermonat.“ Polarluft sorgt schon zum Junianfang für kühle Temperaturen.

Der Juli hingegen soll nach dem NOAA-Modell 0,5 bis 1 Grad zu warm werden, im Nordosten auch gut und gerne 2 Grad. Die August-Prognose geht von einer Temperaturabweichung von 0,5 bis 1 Grad im Nordosten aus, im Süden soll es 1 bis 2 Grad zu warm werden. „Insgesamt ein eher zu warmer Juli und ein eher zu warmer August“, fasst Dominik Jung zusammen. Nur der Juni könnte völlig normal temperiert ausfallen. „Eine ganz große Hitze, über den ganzen Sommer berechnet, wird bei keinem der drei Wetterdienste gesehen.“

Die Niederschläge in Deutschland sollen jedoch spärlich ausfallen. Weder nach der Prognose des europäischen Wetterdienstes, noch nach der Vorhersage des amerikanischen. Auch deutsche Wetterexperten kündigten bereits neue Rekorde in Sachen Trockenheit für den Sommer 2022 an.

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