Über 30 Grad

„Hitze kommt wie ein Speer zu uns“: Rekordverdächtiger Mai-Sommer steht bevor

  • Franziska Vystrcil
    VonFranziska Vystrcil
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Deutschland schwitzt im Mai. Die Hitze soll auch kommende Woche das Wetter im Land bestimmen. Sogar Temperaturen über 30 Grad werden laut Prognosen erreicht.

Stuttgart - Beim aktuellen Wetter in Deutschland könnte man meinen, wir seien bereits im Hochsommer angekommen. Temperaturen über 25 Grad, Sonne satt und kein Tropfen Regen. Bedingungen, die untypisch für den Mai sind. Durch Heißluft aus der Sahara kommen wir aktuell ordentlich ins Schwitzen. Anstatt Temperatursturz an den „Eisheiligen“ erleben wir dieses Jahr „Schweißheilige“.

Mai-Wetter in Deutschland: Nächste Woche kann es über 30 Grad geben

Und die sommerlichen Temperaturen sollen uns noch eine Weile begleiten, wie Dominik Jung, Diplom-Meteorologe bei wetter.net, verrät. „Der Mai-Sommer ist da und scheint dazubleiben“, sagt der Wetterexperte in seinem neuesten Video. Nachdem es am Donnerstag (12. Mai) und Freitag (13. Mai) leicht abkühlt, steigen die Temperaturen zum Wochenende hin wieder auf über 26 Grad an. Am Donnerstag (12. Mai) ist auch Vorsicht geboten: Starke Winde und Trockenheit begünstigen Sandstürme. Das soll in der Woche vom 16. Mai sogar noch getoppt werden: Laut neuester Prognosen könnten die Werte dann über der 30-Grad-Marke liegen.

Der neue „Wärmeschub“ soll laut Dominik Jung Deutschland am Samstag (14. Mai) erreichen. Besonders heiß wird es dann am Mittwoch (18. Mai). Wie der europäische Wetterdienst vorhersagt, sollen zwischen 30 und 32 Grad herrschen, punktuell sogar 33 oder 34 Grad. „Das ist natürlich deutlich zu warm für die aktuelle Jahreszeit“, sagt der Meteorologe. Er geht für Mittwoch (18. Mai) eher von Temperaturen um 22 bis 28 Grad aus, aber auch Werte über 30 Grad könnten punktuell eintreten. „Das Potenzial zur Hitze mit 33 oder 34 Grad ist da“, meint der Experte. Laut dem Meteorologen sind solche Wetter-Aussichten jedoch „übel“. Die Trockenheit sei zu extrem.

Hitzewelle im Mai - Monat fällt deutlich zu trocken aus

Doch woher kommt diese plötzliche Hitzewelle im Mai? Über Südwesteuropa und aus Nordafrika kommen sehr warme Luftmassen in 1.500 Metern Höhe nach Deutschland geströmt. Die lassen auch die Temperaturen am Erdboden in die Höhe schnellen. In 1.500 Metern Höhe können die Werte dann bei 14 bis 15 Grad liegen. Heißt für uns am Erdboden: über 30 Grad. „Wie ein Speer kommt diese Hitze zu uns“, sagt Dominik Jung voraus.

WochentagTemperaturen in Grad Celsius
Freitag (13. Mai)19 bis 24 Grad
Samstag (14. Mai)19 bis 25 Grad
Sonntag (15. Mai)20 bis 27 Grad
Montag (16. Mai) 19 bis 26 Grad
Dienstag (17. Mai)22 bis 28 Grad
Mittwoch (18. Mai)22 bis 28 Grad

(Quelle: wetter.net)

Der Mai fällt dadurch nicht nur deutlich zu heiß aus, sondern auch deutlich zu trocken. Die Dürreperiode geht in Deutschland wohl weiter. Bis zum 20. Mai sollen die Regensummen laut europäischem Wetterdienst weit verbreitet bei 0 Liter pro Quadratmeter liegen. Lediglich im Nordwesten, im äußersten Westen sowie am Alpenrand kann es mal gelegentlich Regenschauer geben. Doch mit viel Niederschlag muss auch da nicht gerechnet werden. Vor allem der Osten und die Mitte Deutschlands sollen mit Trockenheit zu kämpfen haben.

Mai läutet den Hitzesommer ein

Es sieht ganz danach aus, als könnte der Mai den Dürre-Rekord vom März 2022 brechen. Die bisherige Maibilanz bis zum 9. des Monats macht dies deutlich. Die mittlere Temperatur beträgt 12, 2 Grad und ist somit 1,6 Grad wärmer als das langjährige Klimamittel. Beim Niederschlag in Deutschland gab es bisher 8 Liter Regen pro Quadratmeter. „Damit ist das Regensoll zu 9 Prozent erreicht“, erklärt Dominik Jung. In Sachen Sonnenschein wurden mit 70 Stunden bereits 35 Prozent des Monatsolls erreicht.

Monatsbilanz für den Mai 2022 bis zum 9. Mai:

  • aktuelle mittlere Temperatur: 12, 2 Grad
  • aktuelle Abweichung (bis 9. Mai): +1,6 Grad
  • Niederschlag: 8 mm (9 Prozent)
  • Sonnenschein: 70 Stunden (35 Prozent)

(Quelle: wetter.net)

Der Mai soll in den kommenden Wochen trocken weiter gehen. Den Berechnungen des amerikanischen Wetterdienstes NOOA nach wird der Monat in Mittel- und Westeuropa extrem trocken. So ähnlich sieht es auch die Prognose des europäischen Wetterdienstes. Demnach sollen besonders der Westen, die Mitte Deutschlands sowie der Südwesten unter einer Trockenperiode leiden.

In der kommenden Woche steigen die Temperaturen noch weiter an. Da hilft nur Abkühlung.

Durch eine stabile Hochdruckwetterlage haben Tiefdruckgebiete samt Regenwolken keine Chancen. „Immer wieder kommen die sehr warmen Luftmassen aus Südwesteuropa bis zu uns nach Deutschland geströmt. Und deswegen ist es bei uns aktuell so warm“, erklärt Dominik Jung. Ähnlich sehen auch die Prognosen für den Sommer 2022 aus. Der Hitze-Sommer geht laut Experten im Mai los - und genau diese Vorhersage scheint nun eingetreten zu sein. Lediglich die „Schafskälte“ im Juni könnte die Temperaturen stark fallen lassen. Doch diese soll 2022 wie auch die „Eisheiligen“ ausfallen.

Rubriklistenbild: © Jens Büttner

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