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„Polarpeitsche mitten im Juli“ lässt Temperaturen abstürzen

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Von: Franziska Vystrcil

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Auf das Azorenhoch folgt das Bibbern: Polare Kaltluft lässt diese Woche die Temperaturen in Deutschland sinken. Hitze ist erst einmal nicht mehr in Sicht.

Stuttgart - Gerade erst bescherte uns ein Azorenhoch traumhaftes Sommerwetter, schon gibt es wieder einen Umschwung beim Wetter in Deutschland. Die große Hitze ist laut den Prognosen vorerst einmal vorbei. Zwischenzeitlich könnte es sogar richtig frisch werden. Kalte Polarluft lässt die Temperaturen im Juli abstürzen.

Ab Donnerstag (7. Juli) und Freitag (8. Juli) droht uns ein „massiver Kältevorstoß“, wie Dominik Jung, Diplom-Meteorologe bei wetter.net, vorhersagt. „Polarluft rauscht zu uns bis nach Deutschland und verdrängt den Sommer fast aus ganz Mitteleuropa“, so der Wetterexperte.

Wetter in Deutschland: Azorenhoch sorgt zunächst für „Wohlfühlsommer“

Zum Wochenstart herrscht noch ein „Wohlfühlsommer“, wie Dominik Jung die aktuelle Wetterlage bezeichnet. „Da ist keine große Hitze mehr in Sicht“, sagt der Meteorologe. Ab Mittwoch (6. Juli) wird es dann langsam kühler bei 22 bis 28 Grad. Am Donnerstag (7. Juli) werden einige Regenschauer bei 19 bis 16 Grad erwartet. Grund dafür ist die heranrauschende Polarluft. „Der Wind dreht auf nordwestliche Richtung, die Kaltluft kommt herangezogen“, erklärt Dominik Jung. Uns steht demnach eine „Polarpeitsche mitten im Juli“ bevor, wie der Meteorologe die Lage in seinem Wettervideo bezeichnet.

Der Freitag (8. Juli) wird bei Höchstwerten von 15 bis 17 Grad durchwachsen und auch am Samstag (9. Juli) werden nur noch 18 bis 24 Grad erreicht. Wolken und Sonne wechseln sich ab. Die Höchstwerte von 26 Grad am Sonntag (10. Juli) werden am Oberrhein erreicht. „Dort gibt es auch einzelne Schauer, vielleicht auch mal kurze Gewitter.“ In den restlichen Teilen Deutschlands herrscht ein Mix aus Sonne und Wolken.

WochentagTemperaturen in Grad Celsius
Dienstag (5. Juli)24 bis 30 Grad
Mittwoch (6. Juli)22 bis 28 Grad
Donnerstag (7. Juli)19 bis 26 Grad
Freitag (8. Juli)17 bis 25 Grad
Samstag (9. Juli)18 bis 24 Grad
Sonntag (10. Juli)19 bis 26 Grad

(Quelle: wetter.net)

„Es wird also langsam kühler“, meint Dominik Jung. „Aber wir sehen: so richtig kalt wird es nicht.“ In Norddeutschland liegen die Temperaturen allerdings weit unter der Sommertagsmarke von 25 Grad.

Kalte Polarluft vertreibt die Hitze - „Das ist sehr kühl“

Nach einem viel zu warmen und trockenen Juni ist das ein Kaltstart in den eigentlich so heißen Juli. Jedoch setzt sich die Trockenheit fort. Vermutlich die gesamte Woche vom 4. Juli bleibt trocken, nur regional soll Regen fallen. Das „fette Azorenhoch“, das Deutschland traumhaftes Sommerwetter bescherte, rückt am Donnerstag (7. Juli) näher an die britischen Inseln heran. Für unser Wetter heißt das: Es sind kaum Niederschläge in Sicht.

Spaziergängerin mit Hund in einer Allee
Bis Mitte Juli sollte man die Jacke griffbereit halten. Kalte Polarluft sorgt für kühle Temperaturen. © Sebastian Gollnow/dpa

Die niedrigeren Temperaturen beschert uns die bereits erwähnte Polarluft. Auf der Vorderseite vom Azorenhoch setzt eine sehr kühle Nordwestströmung ein, die wiederum die Temperaturen in 1.500 Metern Höhe stark sinken lassen. 4 bis 8 Grad werden in dieser Höhe noch erreicht. „Das ist sehr kühl“, sagt Dominik Jung und erklärt weiter, dass dort in den vergangenen Tagen 15 bis 18 Grad gemessen wurden. Vorhersagen gehen davon aus, dass der Juli 2022 noch extrem werden könnte.

Eine Hitzewelle ist beim Blick auf die Ensemble-Vorhersage bis zum 17. Juli nicht in Sicht. Die Temperaturen bleiben bis zur Mitte des Monats konstant. Aber: „Ab Monatsmitte könnte etwas im Busch sein“, spekuliert Dominik Jung. Ab dem 17. Juli könnten demnach die Temperaturen wieder ansteigen. In Nord-, Ost- und Westdeutschland fällt bis dahin keine nennenswerte Menge an Regen. Auch in Süddeutschland pendeln sich die Temperaturen im Bereich 20 bis 25 Grad ein. Im Süden gibt es ab und zu Niederschlagssignale. In der Landesmitte sieht es bis zum 17. Juli hingegen wieder mau aus mit Regen.

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