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Historische Hitzewelle über Westeuropa - „Das gab es so in der Geschichte noch nie“

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Von: Franziska Schuster

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Südeuropa und Westeuropa erleben derzeit eine Hitzewelle, wie es sie noch nie gab. Temperaturen von bis zu 45 Grad sind in Portugal und Spanien an der Tagesordnung. 

Stuttgart - Wer hohe Temperaturen und Hitze mag, muss diesen Sommer nicht weit reisen. Seit Wochen jagt beim Wetter in Deutschland ein Hochdruckgebiet das nächste. Vor allem West- und Südeuropa haben unter den extremen Bedingungen zu leiden. In Portugal und Spanien herrschen derzeit Tageshöchstwerte von 40 bis 45 Grad. Selbst im sonst so kühlen England kommen die Menschen nun ins Schwitzen. Dort sollen am Dienstag (19. Juli) 33 Grad erreicht werden.

Am Dienstag erreicht auch die „40-Grad-Hitzezunge“ Deutschland. Im Westen sowie im Südwesten nähern sich die Temperaturen der 40-Grad-Marke. Solch eine Hitzewelle hat Europa noch nie gesehen. „Es ist nicht übertrieben, wenn wir sagen, dass gerade Südwesteuropa und Westeuropa eine zum Teil historische Hitzewelle erleben“, sagt Alban Burster, Meteorologe bei wetter.com. Bald könnte der ein oder andere Temperaturrekord fallen.

Extremwetter in Europa: Hitzewellen lassen selbst England schwitzen

Die Hitze ist derzeit auf gefährlichem Rekordkurs. In Portugal wurden bereits Temperaturen von 47 Grad erreicht. Ein Rekord. Solche Rekorde wird es bald auch in England geben, sagt Alban Burster. Der aktuelle Temperaturrekord wurde dort 2019 in Cambridge mit 38,6 Grad geknackt. „Und wahrscheinlich wird der pulverisiert - sprichwörtlich um zwei Grad“, sagt Alban Burster. „Das ist schon wirklich außergewöhnlich.“

Bei der anhaltenden Trockenheit und dem vielen Sonnenschein trocknen die beliebtesten Urlaubsländer der Deutschen immer weiter aus. Waldbrände halten in Portugal, Spanien, Frankreich sowie in England die Feuerwehrleute auf Trab, auch in Deutschland steigt das Risiko für die Feuer weiter an. Die höchste Warnstufe wurde bereits erreicht. Die Lage wird sich in den kommenden Tagen weiter verschärfen. „Die Trockenheit wird nicht weichen und vermutlich auch nicht die Hitze“, sagt der Meteorologe.

Diese Höchsttemperaturen wurden in den vergangenen Tagen erreicht:

LandHöchsttemperaturen
Spanien40 bis 45 Grad
Portugal40 bis 45 Grad
Frankreich35 bis 40 Grad
England25 bis 33 Grad

(Quelle: wetter.com)

Die momentan herrschenden Temperaturen in Spanien, Portugal, Frankreich und England bezeichnet Alban Burster als „absolut ungewöhnlich“. „Das zeigt einmal mehr, wie intensiv die Hitzewellen mittlerweile geworden sind“, so der Wetterexperte weiter. Die Folgen für die Natur sind immens. Der Fluss Po in Norditalien etwa führt kaum noch Wasser.

Nächstes Hoch rauscht an: „Trockenheit und Hitze bleiben uns noch lange erhalten“

In dieser Woche könnte es noch weitaus extremer werden. In der Nacht zum Dienstag (19. Juli) sanken die Temperaturen in Frankreich und Südengland kaum unter die 25-Grad-Marke. Am Dienstag schwappt die Hitze dann gänzlich zu uns nach Deutschland. Auch in England bleibt es heiß, bis zu 40 Grad sollen dort erreicht werden. „Das würde einfach einen neuen Allzeitrekord bedeuten. Das gab es in der Geschichte so noch nie.“

Frau kühlt sich in Rom an einem Brunnen bei heißem Temperaturen ab
Nicht nur in Italien herrscht momentan Gluthitze, auch Spanien, Portugal, Frankreich und sogar England leiden unter den hohen Temperaturen. © imago stock&people

Zur Mitte der Woche sorgen Gewittergebiete im Westen für kurzzeitige Abkühlung. Doch bereits zum Wochenende (23. und 24. Juli) bahnt sich das nächste Hoch seinen Weg zu uns - und mit ihm auch die Heißluft. „Die Trockenheit und die Thematik mit der Hitze bleiben uns wohl noch lange erhalten“, schlussfolgert Alban Burster. Bis in den August hinein könnte das Wetter extrem bleiben. Den Experten bietet sich eine „Wetterkarte des Schreckens“.

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