Eine meteorologische Erscheinung

So entsteht ein Gewitter in Deutschland – Klassifikation und Gefahren

 Blitz über München
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Blitz über München

Gewitter in Deutschland – Wissenswertes über die Bedingungen für ihre Entstehung sowie über ihre Klassifikation, ihre Begleiterscheinungen und ihre Gefahren.

Offenbach am Main – In der hessischen Stadt befindet sich der Sitz des Deutschen Wetterdienstes (DWD), der Wettervorhersagen erbringt und vor wetterbedingten Gefahren wie einem schweren Gewitter warnt. Der Aufgabenbereich der Bundesbehörde umfasst den zivilen meteorologischen Dienst der Bundesrepublik Deutschland.

Gewitter – die Entstehung der meteorologischen Erscheinung

Bei der Entstehung eines Gewitters treffen mehrere Faktoren aufeinander:

  • Die Grundlage bildet die Schichtung unterschiedlich temperierter Luftmassen und/oder eine ausreichende Temperaturabnahme mit zunehmender Höhe.
  • Steigen labile, feuchtwarme Luftmassen nach oben, kondensieren sie und bilden zunächst eine Quell-, dann eine hohe Cumulonimbus-Wolke. Diese ist aufgrund ihrer charakteristischen Amboss-Form weithin als Gewitterwolke erkennbar. Je nach Klassifikation führen auch weitere Auslösemechanismen zu einem Gewitter.
  • In der Wolke bilden sich Eis- und Wasserteilchen, die durch starke Auf- und Abwinde durcheinanderwirbeln. Sie polarisieren die natürliche Luftelektrizität, indem sie den oberen Bereich mit einer positiven elektrischen Ladung anreichern und den unteren mit einer negativen. Auf diese Weise baut sich ein stetig zunehmendes elektrisches Spannungsfeld auf.

Für einen vorübergehenden Ausgleich sorgt ein Kurzschluss, der als Blitz wahrgenommen wird. Findet die Entladung zwischen zwei Wolken statt, handelt es sich um einen Wolkenblitz; erfolgt sie zwischen einer Gewitterwolke und dem Boden, um einen Erdblitz.

Gewitter – die Entstehung von Blitz & Donner

Ob in Deutschland oder an einem anderen Ort auf dem Globus: Jedes Gewitter wird durch Blitz und Donner begleitet. Bevor ein Blitz entsteht, öffnet sich an der Unterseite der Gewitterwolke durch eine negative Vorentladung ein – etwa fingerdicker - Blitzkanal nach unten. Durch diesen fließen wiederum positive Ladungen bei hohen Vertikalgeschwindigkeiten nach oben. Dieser Vorgang, der nur wenige Millisekunden dauert, setzt eine Stromstärke von bis zu 500.000 Ampere frei und erscheint dem Auge als einziger, heftiger Blitz.

Innerhalb des Blitzkanals erhitzt sich die Luft innerhalb von Sekundenbruchteilen auf rund 30.000 Grad Celsius. Sie dehnt sich explosionsartig aus und erzeugt eine akustische, kugelförmig verlaufende Schockwelle, den Donner. Auf jeden Blitz eines Gewitters folgt unweigerlich Donner, auch wenn er unter bestimmten Bedingungen nicht zu hören ist. Das ist der Fall, wenn der Blitz in einer größeren Entfernung als 18 Kilometern in den Boden einschlägt. Wolkenblitze hingegen werden als Wetterleuchten wahrgenommen.

Gewitter – ihre Klassifikation

Gewitter gliedern sich nach ihren Auslösemechanismen in unterschiedliche Typen. Hier folgt ein Überblick ihrer Klassifikation:

  • Ein Luftmassengewitter resultiert aus einer thermischen Auslösung – mit einem bodennahen Heizmechanismus und einer signifikanten Temperaturabnahme mit steigender Höhe. Dieser Gewittertyp unterscheidet sich in die Wärmegewitter des Sommerhalbjahrs und die deutlich selteneren Wintergewitter.
  • Ein Frontgewitter tritt fast immer an der Vorderseite einer Kaltfront auf. Auslöser ist die dynamische Hebung, die Fronten verursachen.
  • Oreografische Gewitter entstehen durch die zwangsläufige Hebung einer Luftmasse beim Überqueren eines Gebirges.

Eine Besonderheit stellt die präfrontale Konvergenz dar: Dabei handelt es sich um Tiefdruckgebiete vor Kaltfronten, an denen es aufgrund von Windströmungen aus verschiedenen Richtungen zu linienartig angeordneten Gewittern kommt.

Gewitter – Gefahren in Deutschland

Gewitter bergen eine Vielzahl an Gefahren in Form von Überschwemmungen, Sturm- und Hagelschäden, Verletzungen und Bränden.

  • Verhindern starke Aufwinde das Herabfallen der Regentropfen, werden diese immer weiter nach oben getragen, wo sie gefrieren. Sind sie zu schwer für die Aufwinde, prasseln sie als Graupel oder Hagelkörner auf die Erde.
  • Führt eine sehr trockene Luftmasse zwischen der Wolkenuntergrenze und dem Boden zu einer Verdunstung, bleibt der Niederschlag aus. Diese sogenannten Trockengewitter erhöhen die Brandgefahr, treten allerdings in Deutschland selten auf.
  • Weitere Gefahren drohen durch Blitze, die zu Verletzungen, Kurzschlüssen und Bränden führen können.

Eine Orientierungshilfe für die Berechnung der Entfernung eines Gewitters bietet folgende Faustformel: Zählt man die Sekunden, die zwischen dem Blitz und dem Donner verstreichen und dividiert man diesen Wert durch drei, erhält man die Entfernung in Kilometern.

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