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Wetter: Geht der Herbst trocken und heiß weiter? Altweibersommer und goldener Oktober

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Von: Franziska Vystrcil

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Herbststimmung in Stuttgart
Der Herbst hat beim Wetter alles zu bieten: Neben viel Regen können der September und Oktober auch warm und sonnig ausfallen. © Silas Stein/dpa

Der Sommer 2022 bricht Rekorde - schafft dies auch der Herbst? Erste Prognosen werfen bereits einen Blick auf die kühle Jahreszeit.

Stuttgart - Regnerisch, stürmisch und nasskalt - so stellt man sich den typischen Herbst in Deutschland vor. Auch wenn es vor allem in den frühen Morgenstunden und in der Nacht frostig kalt werden kann, bescheren uns die Herbstmonate September und Oktober nicht selten noch sonnenreiche Altweibersommer beziehungsweise einen goldenen Oktober.

Der Trend beim Wetter in Deutschland geht durch die Klimaerwärmung schon länger hin zu eher trockenen und warmen Herbstmonaten. Dies war auch im vergangenen Jahr der Fall. Bisher zeigt sich 2022 was das Wetter betrifft von seiner extremen Seite: Das Frühjahr war deutlich zu warm und zu trocken, ebenso die ersten Sommermonate. Der August ist derzeit auf dem besten Weg, den Sommerrekord von 2003 zu knacken. Wirkt sich die beständige Hochdruckwetterlage des Sommers auch auf den Verlauf des Herbstes aus?

Wetter in Deutschland: Das sagt die Prognose für September, Oktober und November

Blickt man auf den Herbst 2021 zurück, war vor allem der September mehr sommerlich als herbstlich. Ein sonniger und warmer Altweibersommer ist in unseren Breiten nicht selten, jedoch auch nicht selbstverständlich. Im vergangenen Herbst hat sich der warme Spätsommer bis weit in den September hineingezogen, wie wetter.com berichtet. Auch der Oktober 2021 war deutlich zu warm und zu sonnig. Lediglich das Sturmtief „Hendrick II“ brachte Herbststimmung nach Deutschland - und hatte leider auch große Schäden zur Folge.

Das typische Herbstwetter in Deutschland:

(Quelle: wetter.com)

Und 2022? Setzen sich Wärme und Trockenheit aus dem Sommer bis in den Herbst fort? Eigentlich kann man von einer Jahreszeit nicht auf die nächste schließen. Doch dieses Jahr sieht es ganz danach aus, als stehe uns nach einem viel zu heißen Sommer auch noch ein warmer Start in den Herbst bevor. Meteorologischer Herbstanfang ist am 1. September 2022. Das amerikanische Modell der NOAA geht in seiner Langfristprognose davon aus, dass der September 2022 deutlich zu warm ausfallen wird und wir somit einen schönen Altweibersommer bekommen. Nichtsdestotrotz soll vor allem Baden-Württemberg zum Septemberbeginn von schweren Gewittern heimgesucht werden, wie HEIDELBERG24 berichtet.

Im Oktober soll sich das Blatt wenden, dann herrschen lediglich im Nordosten noch zu hohe Temperaturen. Im Rest des Landes sollen die Werte im Normalbereich liegen. Ähnlich ist es beim Regen in Deutschland: Während im September die Niederschlagsmengen normal werden sollen, könnte es im Oktober vor allem im Norden Deutschlands zu viel regnen. Anders im sonst so regnerischen und nebligen November. Da soll es laut wetter.com ein größeres Niederschlagsdefizit geben.

Eindeutiger Trend: in den vergangenen Jahren fiel der Herbst stets zu warm aus

Überraschend sind die Prognosen von NOAA nicht. Schon in den vergangenen zehn Jahren fiel der Herbst deutlich zu warm aus. Lediglich der Herbst 2010 tanzt aus der Reihe. Dieser Trend hin zu milderen Temperaturen im Herbst ist hinsichtlich des Klimawandels nicht verwunderlich. Die Wahrscheinlichkeit für zu warme Herbstmonate steigt. Auch Meteorologe Dominik Jung knöpfte sich angesichts der extremen Hitzewellen 2022 Klimaleugner vor.

 Die Herbst-Durchschnittstemperaturen der letzten Jahre:

JahrMitteltemperaturAbweichung
20219,8 Grad+1,0 Grad
202010,3 Grad+1,5 Grad
201910,1 Grad+1,3 Grad
201810,4 Grad+1,6 Grad
20179,7 Grad+0,9 Grad
20169,8 Grad+1,0 Grad
20159,6 Grad+0,8 Grad
201411,1 Grad+2,3 Grad
20139,5 Grad+0,7 Grad
20129,2 Grad+0,4 Grad

(Quelle: Deutscher Wetterdienst)

Nicht nur wärmere, auch stürmischere Herbstmonate könnten uns künftig bevorstehen. Auch im Herbst 2022 ist eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für schwere Herbststürme bei entsprechender Großwetterlage gegeben, so die Experten von wetter.com. Da im Herbst die Temperaturunterschiede innerhalb Europas extrem sind, können sich kräftige Tiefs oder bis hin zu Sturmtiefs bilden. Denn während die Landflächen Nordeuropas aufgrund des abnehmenden Sonnenstandes immer mehr abkühlen, hält sich die Warmluft über Südeuropa weitaus länger. Ob uns 2022 ebenfalls schwere Stürme erwarten, lässt sich zum aktuellen Zeitpunkt allerdings noch nicht vorhersagen.

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