Jupiter

Hobby-Astronom entdeckt bisher unbekannten Mond

Ganymed (unten rechts) ist einer von vielen Monden des Planeten Jupiter und der größte Mond des Sonnensystems. Auf Ganymed haben Forschende nun Wasserdampf entdeckt. (Archivbild)
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79 Monde - wie unten rechts etwa Ganymed - des Planeten Jupiter waren bereits bekannt. Ein Hobby-Astronom hat jetzt einen weiteren entdeckt.
  • Valentin Betz
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Man könnte meinen, zumindest unser eigenes Sonnensystem ist weitestgehend bekannt. Dem ist offenbar nicht so - denn ein Hobby-Astronom hat jetzt einen weiteren Jupiter-Mond entdeckt.

Stuttgart - Der Blick in den Nachthimmel sorgt seit jeher für Faszination. Schon im August hält der Himmel wieder einen Sternschnuppen-Regen bereit. Doch wer allzu lange über die schier unvorstellbaren Ausmaße des Weltraums nachdenkt, dem kann recht schnell sehr mulmig werden. Tatsächlich sind auch nicht alle Phänomene im All bloß faszinierend, sondern mitunter sogar bedrohlich. Während Sternschnuppen in der Atmosphäre verglühen, rast aktuell ein Asteroid auf die Erde zu, den China mit einer besonderen Technik aufhalten will.

Dass wir überhaupt von der Existenz eines einzelnen Asteroiden wissen, ist schon erstaunlich genug. Dabei könnte man meinen, dass der Menschheit zumindest innerhalb des eigenen Sonnensystems inzwischen nichts mehr entgeht. Ein Hobby-Astronom hat das nun eindrücklich widerlegt. Nicht nur hat er vier „verloren“ geglaubte Monde des Jupiter wiederentdeckt - er hat sogar einen weiteren, bis dahin unbekannten, gefunden, wie das Portal iflscience berichtet.

Der Jupiter und seine Monde: Trabanten selbst für Profis schwer zu verfolgen

Angesichts der Tatsache, dass unsere Erde sich mit einem Mond begnügen muss, wären die fünf Monde des Jupiter schon eine Neuigkeit für sich. Doch während unser Mond durch einen veränderten Zyklus bald für Überflutungen sorgen könnte, umkreisen den Jupiter nicht nur fünf, sondern insgesamt 80 bekannte Monde. Gut, mit einem Äquatordurchmesser von 143.000 Kilometern ist der Jupiter auch der größte Planet unseres Sonnensystems - da scheinen so viele Monde nur fair. Die Erde bringt es da im Vergleich nur auf läppische 12.700 Kilometer.

Trotzdem stellt sich die Frage, wie vier Monde des Jupiter eine Zeit lang verloren gehen konnten. Das liegt laut iflscience daran, dass die Monde klein und lichtschwach sind und den Jupiter in weit entfernten Bahnen umkreisen. Weil die Forscher im Weltall zudem nicht nur auf den Jupiter achten, sind die Umlaufbahnen der Monde sehr unsicher - so verloren die Astronomen vier der Monde schlichtweg aus den Augen.

Monde des Jupiter: Hobby-Astronom übertrumpft mit Leidenschaft sogar professionelle Wissenschaftler

Der Hobby-Astronom Kai Ly brachte hingegen die Zeit und die Leidenschaft auf, die den professionellen Wissenschaftlern offenbar fehlte. Er ging Daten von Jahren der Jupiter-Beobachtung erneut durch und berechnete so, wo die vier Monde abgeblieben sein müssten.

Durch die Auswertung der Daten fand Kai Ly aber nicht nur die vier verlorenen Monde, sondern auch einen bis dahin komplett unbekannten. Der Hobby-Astronom entdeckte das Objekt mit dem Namen „EJc0061 = S/2003 J 24“ in 76 Beobachtungen die sich über insgesamt 5.575 Tage erstreckten. Der noch unbekannte Mond umkreist den Planeten Jupiter alle 694 Tage, umgekehrt zu dessen Rotation - in der Astronomie wird das als retrograde Rotation bezeichnet.

„Ich bin stolz sagen zu können, dass das der erste planetare Mond ist, der von einem Hobby-Astronom entdeckt wurde! Abgesehen davon ist nichts Besonderes an diesem Jupiter-Mond“, so Kai Ly laut iflscience. Die Daten für die Entdeckung des Hobby-Astronomen stammen vom Kanada-Frankreich-Hawaii Teleskop aus dem Jahr 2003. Obwohl der Jupiter also inzwischen 80 bekannte Monde besitzt, ist nicht auszuschließen, dass in Zukunft noch weitere entdeckt werden.

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