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Zu viel Vitamin D: Mann wird in Klinik eingeliefert

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Von: Tobias Utz

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Ein Mann dosierte nach einer Ernährungsberatung ein Vitamin D-Präparat derart hoch, dass er mit einer Vergiftung ins Krankenhaus kam. Jetzt will er andere davor warnen.

East Kent – Vitamin-D-Mangel ist ein weitverbreitetes Gesundheitsphänomen. In Deutschland sind einer Einschätzung des Robert Koch-Instituts (RKI) rund 30 Prozent der Erwachsenen betroffen. Das Vitamin D ist für den menschlichen Organismus wichtig, da es den Phosphat- und Kalziumstoffwechsel regelt. Damit trägt es unter anderem zur Härtung der Knochen bei. Außerdem fördert Vitamin D ein funktionierendes Immunsystem und hat einen Einfluss auf die Muskelkraft.

Um einen Vitamin-D-Mangel zu beheben, empfehlen Fachleute vielfach Sonnenlicht. Die Einstrahlung auf der Haut kann ausreichen, dass der Körper ausreichend Vitamin D produziert. Die Pharmaindustrie bietet allerdings auch Produkte zur künstlichen Zufuhr von Vitamin D an. Das Bundesinstitut für Risikobewertung warnt allerdings, dass es bestimmte Risikogruppen für den Gebrauch gibt.

Vitamin-D-Präparate: Durchfall, Übelkeit und Krämpfe als Symptome der Überdosis

Ein Beispiel, wie Vitamin-D-Präparate falsch eingesetzt werden, liefert nun ein Fall aus Großbritannien. Nach einem Besuch bei einem privaten Ernährungsberater nahm der Betroffene täglich mehr als 20 frei verkäufliche Nahrungsergänzungsmittel gegen Vitamin-D-Mangel ein. Unter den Produkten waren laut einem Bericht des US-Senders CNN auch Präparate, welche die empfohlene Tagesdosis teilweise um das hundertfache übersteigen.

Vitamin-D-Mangel
Präparate gegen Vitamin D-Mangel. (Symbolfoto) © Soumyabrata Roy / Imago Images

Innerhalb eines Monats litt der Mann aus Großbritannien an Symptomen wie Durchfall, Übelkeit, Bauchschmerzen sowie Krämpfen in den Beinen und Armen. Anschließend stoppte er die Einnahme der Präparate, sein Zustand blieb allerdings kritisch. Als er zwei Monate später in eine Klinik in East Kent eingeliefert wurde, hatte er laut Bericht bereits mehr als zwölf Kilogramm seines ursprünglichen Körpergewichts verloren. Hinzu kamen massive Nierenbeschwerden.

Zu viel Vitamin D: „Er ist sehr daran interessiert, dass seine Geschichte bekannt wird, um andere zu warnen.“

Nach einer mehrwöchigen Behandlung im Krankenhaus pendelten sich seine Werte schließlich wieder ein. Einer der behandelnden Ärzte, Dr. Alamin Alkundi, erklärte im Nachgang gegenüber dem Magazin BMJ Case Reports: „Er ist sehr daran interessiert, dass seine Geschichte bekannt wird, um andere zu warnen.“

Seit Beginn der Corona-Pandemie wird beispielsweise auch der Zusammenhang einer Infektion mit Sars-CoV-2 und dem Mangel an Vitamin D näher untersucht – mit erstaunlichen Ergebnissen. (tu)

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