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„Ernsthaft?“ Leute wollen IKEA boykottieren - „wegen Pommes, die nicht mal gut sind“

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Von: Anna-Lena Schüchtle

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Das Bild zeigt das Schild der Ikea-Filiale in Würzburg. Auf ihm wird der Verzicht von Pommes begründet.
Mit diesem Schild soll die Ikea-Filiale in Würzburg ihren Pommes-Verzicht begründet haben. © Screenshot Twitter

Auf Twitter kursiert ein Foto, das in einer Würzburger IKA-Filiale aufgenommen wurde und bei einigen für Empörung sorgt. Darauf zu lesen: „Wir verzichten bewusst auf Pommes“.

Wer kennt es nicht? Da hat man das erste Stockwerk beim Möbelhaus-Riesen mit dem blau-gelben Logo gerade durchschlendert, da steigt einem bereits der verlockende Duft frisch zubereiteter Köttbullar, Hot Dogs und anderer schwedischer Köstlichkeiten in die Nase. Ganz klar: Ein Abstecher im IKEA-eigenen Restaurant muss auch diesmal dringend sein. Nach einer herzhaften Stärkung lässt es sich schließlich viel besser durch die bunte Auswahl mehr oder weniger nützlicher Deko-Artikel, Accessoires und Pflanzen stöbern.

Sogar Vegetarier und Veganer kommen beim Möbelhaus mittlerweile voll auf ihre Kosten. Ganz entsprechend des Zeitgeists bietet IKEA schließlich auch pflanzliche Alternativen für den fleischigen Genuss an - etwa in Form von Plantbullar oder veganen Hot Dogs. Und wenn einem das nicht schmeckt, so gibt es wie fast überall auch noch die guten alten Pommes. Zumindest bis jetzt.

„Wir verzichten bewusst auf Pommes“ - Schild aus IKEA-Filiale sorgt für Empörung

In bestimmten Kreise von Social Media gab es in den vergangenen Tagen nämlich einen wütenden Aufschrei. Denn: Auf Twitter wurde ein Foto aus einer Würzburger IKEA-Filiale geteilt, mit dem das Möbelhaus einen kulinarischen Skandal auslöste, wie Merkur.de berichtet. Darauf zu sehen: ein Schild mit den Worten „Kleine Idee, große Wirkung“ und „Wir verzichten bewusst auf Pommes“. Die Empörung ist groß. Schafft IKEA jetzt etwa die geliebten Pommes ab?

Die Maßnahme rechtfertigt die IKEA-Filiale damit, dass eine Portion Pommes Frites in der Verarbeitung und Zubereitung über viermal so viel CO2 verursache wie eine Portion Salzkartoffeln. „Durch eine bewusste Ernährung kann jeder etwas zur Reduzierung der Treibhausgase beitragen“, steht auf dem Schild aus der Würzburger Filiale.

IKEA-Maßnahme sorgt bei einigen Usern für Wut: „Die sind doch nicht mehr ganz tacko“

„Irgendwie ein Sinnbild für dieses Land“, schreibt der Verfasser des Tweets Mario Mieruch, bei dem es sich um einen mittlerweile parteilosen Politiker handelt, der über die Landesliste der AfD Nordrhein-Westfalen in das Parlament eingezogen und von 2017 bis 2021 Mitglied des Deutschen Bundestags war. „Wir lieben Pommes und gehen dann künftig gerne woanders hin. Erzieht jemand anderen.“ Für seine aufmüpfigen Worte erhält er auf Twitter viel Zuspruch.

„Die sind doch nicht mehr ganz tacko“, schreibt etwa ein aufgebrachter User. „In was für einer Welt leben wir nur. Wo soll das alles noch hinführen?“, kommentiert ein anderer. Und auch der umstrittene Blogger und Journalist Boris Reitschuster äußerste sich zu dem Thema und schreibt: „Ich verzichte bewusst auf Läden, die mich belehren und bevormunden wollen. Ich will als mündiger Kunde behandelt werden, und nicht als Erziehungsobjekt.“

Unverständnis bei vielen Usern: „Ernsthaft?

Viele andere User verstehen die Empörung rund um die angeblich verbotenen Pommes bei IKEA nicht - und haben eher Hohn für die wütenden Kommentatoren übrig: „Natürlich kann man sich darüber aufregen, wenn man bei Ikea keine Pommes mehr bekommt. (Die waren eh nicht gut.) Lasst uns aber mal darüber reden, wie traurig ein Leben ist, in dem ein Möbelhaus dein Lieblingsrestaurant ist“, kommentiert etwa ein User. Ein weiterer spottet: „Ernsthaft? So leicht ist es, sich Wahnwichtel vom Hals zu halten? Hätten wir das nur eher gewusst!“

„Leute regen sich jetzt wirklich darüber auf, dass Ikea keine Pommes mehr anbietet und wollen es zum Teil boykottieren. Wegen Pommes. Pommes, die nicht mal gut sind. In einem Möbelhaus“, witzelt zudem eine Userin und unterstreicht ihr Unverständnis mit einem Meme aus dem Film Shrek, in dem der Hauptprotagonist mit einem verwirrten und verständnislosen Gesichtsausdruck zu sehen ist.

Was steckt wirklich hinter dem Pommes-Aus in der Würzburger IKEA-Filiale?

Wieder andere hinterfragen die Maßnahme des schwedischen Möbelhauses aus einem ganz anderen Grund. „Ich denke mal, der wahre Grund, weshalb Ikea keine Pommes mehr anbieten will, sind die rasant gestiegenen Preise für Frittieröl. Das verkauft man dann als Umweltschutz und hat ein paar Milliönchen gespart! Geschickt aber dennoch offensichtlich!“, spekuliert ein User. Ein anderer: „Ikea muss die beste PR-Agentur der Welt haben: Wegwerfmöbel produzieren, Pommes abschaffen, und der pseudo-umweltbewusste Kunde sagt artig Danke Ikea.“

Wie es scheint, ist jedoch alles nur halb so wild. „Es gibt in Deutschland derzeit keine Pläne, Pommes Frites aus dem Sortiment zu nehmen“, kommentiert IKEA Deutschland das Foto mit Schild aus der Würzburger Filiale. Pommes Frites seien jedoch kein fester Bestandteil „unseres nationalen Angebots, sodass die lokalen Standorte entscheiden können, ob Pommes Frites Teil des Angebots vor Ort sind“. Wessen Gemüt sich nach dieser Erklärung noch immer nicht beruhigt hat, dem sei ein Blick auf den Twitter-Account von Kira Ortmann empfohlen. Dort teilte die Bild-Reporterin unlängst ein Foto aus einer IKEA-Filiale in Berlin. Darauf zu sehen: Pommes.

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