Familienplanung

Papst Franziskus will mehr Kinder sehen und kritisiert Paare mit anderen Plänen

Papst Franziskus auf Pilgerreise
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Papst Franziskus grüßt Kinder bei seiner Ankunft in Bozzolo (Italien).
  • VonLukas Zigo
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In der Generalaudienz im Vatikan äußerte sich der Pontifex zu Adoption und dem demografischen Wandel im Westen – und sieht Handlungsbedarf.

Vatikanstadt/Rom – Papst Franziskus hat in einer Rede Paare kritisiert, die nicht planen, Kinder zu bekommen. „So viele Paare haben keine Kinder, weil sie keine wollen, oder sie haben nur eins, weil sie nicht mehr wollen, aber sie haben zwei Hunde und zwei Katzen“, sagte der 85-Jährige am Mittwoch (05.01.2022) bei der Generalaudienz in der vatikanischen Audienzhalle vor zahlreichen Gläubigen. Der Papst führe weiter aus: „Hunde und Katzen nehmen den Platz der Kinder ein. Ja, ich verstehe, das bringt einem zum Lachen, aber das ist die Realität“, so das katholische Kirchenoberhaupt.

Als die erneut gesunkenen Geburtenzahlen Italien veröffentlicht wurden, sprach der Papst am zweiten Weihnachtsfeiertag schon von einem „demografischen Winter*“. Die Zivilisation werde immer älter und dabei fehle es ihr an Menschlichkeit, weil man den Reichtum von Elternschaft verliere, warnte Franziskus am Mittwoch.

Papst Franziskus plädiert für vereinfachte Adoptionsverfahren

Ein Land ohne Kinder leide, so Franziskus. „Wer in dieser Welt lebt und heiratet, muss daran denken, Kinder zu haben“, betonte der Pontifex. Es sei zwar ein Risiko, Kinder auf natürlichem Wege oder durch Adoption zu bekommen, doch keine zu haben, sei noch riskanter.

Zugleich plädiert das Oberhaupt der katholischen Kirche für vereinfachte Adoptionsregeln. So könne „der Traum so vieler Kinder, die eine Familie brauchen“, ebenso erfüllt werden*, wie der „vieler Paare, die Liebe verschenken möchten“. Die entsprechenden Stellen müssten bei ihren Vermittlungen zwar genau hinschauen, könnten den Weg zu einer Adoption aber dennoch erleichtern.

Papst betont Bedeutung von Adoptiv- und Pflegeeltern: „höchste formen von Liebe“

Anlässlich seiner aktuellen Katechesreihe äußerte sich der Papst zu Josef, dem Ziehvater Jesu. Er betonte dabei die Bedeutung von Adoptiv- und Pflegeeltern. „Eine solche Entscheidung gehört zu den höchsten Formen von Liebe sowie von Vater- und Mutterschaft.“, so der Franziskus.

„Wie viele Kinder weltweit warten auf jemanden, der sich um sie kümmert.“ Für viele Paare, die aus biologischen Gründen keine Kinder bekommen könnten, sei eine Adoption ein guter Weg. (lz/dpa/kna) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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