Pentagon in Sorge

US Army: „Generation Nintendo“ hat zu schwache Skelette – überleben Militär-Bootcamp nicht

US-Soldaten
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Im Pentagon sorgt man sich über den Nachwuchs in der US-Armee (Symbolbild).
  • Jason Blaschke
    VonJason Blaschke
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Ein Major der US-Armee hat eine Debatte entfacht, als er Jugendlichen unterstellte, ein zu schwaches Skelett zu haben.

Washington – Der blutige Krieg in der Ukraine und die Folgen für viele Länder weltweit ist ein Thema, das die Menschen wohl noch lange beschäftigen wird. In Deutschland spüren die Menschen die Folgen primär im Geldbeutel: Heizen, Lebensmittel, Sprit – vieles hat der Krieg in der Ukraine verteuert. Handelsexperten gaben bereits die beunruhigende Prognose ab, dass Lebensmittel noch teurer werden (BW24* berichtete).

„Generation Nintendo“ laut US-Militär anfälliger für Verletzungen

In den USA beschäftigt die Menschen mit Blick auf die Kämpfe in Osteuropa noch eine ganz andere Sache: Der Körperbau der in einer Pentagon-Mitteilung betitelten „Generation Nintendo“. Ein Arzt des US-Militärs hat Berichten von PC-Welt zufolge kritisiert, dass die Skelette junger Menschen anfälliger für Verletzungen geworden seien, als die von früheren Generationen.

Die jungen Männer und Frauen im Alter von 18 bis 25 Jahren seien nicht mehr an die intensive Aktivität gewöhnt, die sie in der militärischen Grundausbildung erwartet, heißt es in der Mitteilung. Die große Sorge ist, dass es die heutigen Bewerber für eine Militärlaufbahn schwieriger haben könnten, das Militär-Bootcamp in der Rekruten-Ausbildung zu überstehen. In der Mitteilung ist wörtlich von der „Nintendo-Generation“ die Rede, deren sitzender Lebensstil ein Problem darstellt.

Pentagon-Major Thibodeau beklagt „schwache Skelette“ der „Generation Nintendo“

Es gebe auffällig viele Verletzungen bei der Grundausbildung neuer Soldaten, sagt dazu Captain Lydia Blondin, stellvertretende Leiterin der Physiotherapie am Leonard Wood Army Community Hospital, Berichten von PC Games Hardware zufolge. Der Vorwurf an die als „Generation Nintendo“ betitelten: Lieber Videospiele spielen, statt Sport zu machen. Schon seit der Generation X (Geburtsjahre 1965 bis 1980) beklagt sich das US-Verteidigungsministerium über zu „weiche“ Soldaten.

Major Jon-Marc Thibodeau kommt laut PC Games Hardware zu dem Fazit, dass viele junge Menschen zu schwache Skelette hätten, die kaum körperliche Belastungen aushalten würden. Laut Thibodeau sollten neue Bewerber deshalb ein Trainingsprogramm absolvieren, ehe sie sich im Bootcamp der US-Army bewerben. Kommen Bewerber aus der „Generation Nintendo“ untrainiert ins Bootcamp, können dem Arzt der US-Army zufolge akute Brüche, Kreuzbandrisse, Muskelzerrungen und Stressfrakturen die Folge sein.

Ex-Militär weist Vorwürfe zurück: „Noch nie Feuergefecht in Afghanistan gesehen“

Die überwältigende Mehrheit der Verletzungen sei auf Überlastung zurückzuführen, ergänzt Blondin in der Pentagon-Mitteilung. Thibodeau schlägt deshalb vor, dass in Trainingsprogrammen vorwiegend Laufen, Rennen und Gewichte stemmen trainiert werden sollte. Das Ziel: Die viel sitzende „Generation Nintendo“ körperlich auf den harten Alltag in der US-Army-Ausbildung vorbereiten. Im US-Militär gibt es aber auch andere Stimmen, die Thibodeau widersprechen.

Das Portal WinFuture berichtet über den mittlerweile im Ruhestand befindlichen Navy Admiral William H. McRaven, der die Kritik an der „Generation Nintendo“ vehement zurückweist. Der ehemalige Chef des Special Operations Command ist der Ansicht, dass jeder, der die „Generation Nintendo“ als verweichlicht bezeichnet, „sie noch nie in einem Feuergefecht in Afghanistan gesehen hat“. Auch von vielen Facebook-Usern wird der Vorwurf kritisiert.

Facebook-Community irritiert – „Generation Nintendo“ längst nicht mehr jung

„Die Nintendo-Generation beinhaltet Menschen Mitte bis Ende 40 – also bin ich mir ziemlich sicher, dass dies ein Problem ist, das inzwischen aufgetaucht wäre“, schreibt ein User. Eine Nutzerin empfiehlt, statt „Generation Nintendo“ lieber auf „Generation Playstation“ zu setzen. „Wir sind mittlerweile alle über 40 und entweder im Ruhestand oder sitzen einfach in einem netten Büro und warten auf den Ruhestand.“ *BW24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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