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Gierige Aliens? Wissenschaftler ermitteln Zeitpunkt, an dem wir auf außerirdisches Leben treffen könnten

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Von: Isabelle Jentzsch

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Abstrakte Repräsentation von Planeten im Universum.
Wann kann die Menschheit damit rechnen, auf Außerirdische zu treffen? (Symbolbild) © imago-images/YAY Images

Sind wir allein in diesem Universum? Eine Forschergruppe aus Oxford sagt Nein und hat berechnet, wann wir auf außerirdische Zivilisationen treffen – und warum diese gierig sein könnten.

Oxford - Astronomen halten schon länger Ausschau nach Spuren von außerirdischem Leben auf anderen Planeten. Doch bis die Menschheit tatsächlich mit fremden Zivilisationen in Kontakt treten kann, werden noch Millionen von Jahren vergehen, glaubt ein Forscherteam der Universität Oxford. Sie haben Schätzungen angestellt, wo sich diese Zivilisationen in unserem Universum befinden, wie viel sie bisher davon eingenommen haben und wie lange es schlussendlich dauern wird, bis wir ihnen tatsächlich begegnen.

Die Forschergruppe um den Ökonomen Robin Hanson hat ihre Ergebnisse in einer Studie veröffentlicht, die im Astrophysical Journal erschienen ist. Auf Grundlage verschiedener Faktoren, wie dem Alter der Erde sowie der Zeitspanne und Geschichte des Universums haben sie analysiert, warum die Menschheit sich vergleichsweise früh in der Ära des Universums entwickelt hat und was das für den möglichen Kontakt mit Außerirdischen bedeutet.

Anmerkung der Redaktion

Dieser Text erschien erstmals am 02.12.2021. Er hat viele Leserinnen und Leser besonders interessiert. Deshalb bieten wir ihn erneut an.

Außerirdisches Leben: Menschheit ist vergleichsweise jung

Aktuellen Schätzungen zufolge ist das Universum ungefähr 13,8 Milliarden Jahre alt. Unser Sonnensystem und die Erde sind hingegen erst vor etwa 4,5 Milliarden Jahren entstanden. Die Entwicklungszeit würde bedeuten, dass sich nur auf sehr langlebigen Sternen und Planeten Leben herausbilden kann, wie beispielsweise bei Exoplaneten von Roten Zwergen. Im Verhältnis dazu entspricht unsere Evolutionszeit gerade einmal einem Prozent der Lebensspanne von langlebigen Planeten. Das würde bedeuten, dass 99 Prozent der fortgeschrittenen Lebensformen unseres Universums erst nach dem heutigen Tag entstehen werden.

Doch warum hat sich die Menschheit so wahnsinnig früh entwickelt? Das Forscherteam aus Oxford hat auf die Frage eine Antwort gefunden: „Gierige“ außerirdische Zivilisationen würden im späteren Lauf der Zeit die Evolution von möglichen Konkurrenzzivilisationen unterdrücken. Was zunächst klingt wie der Plot eines Star Trek Films, ist der Kern der Studie aus Oxford. Dabei unterscheiden die Forscher „gierige“ und „leise“ Außerirdische. Letztere leben, so wie die Menschen zu diesem Zeitpunkt, nur auf ihrem Planeten und wären deshalb in der Gesamtheit des Universums nur sehr schwer aufzuspüren.

Außerirdische: Den Gierigen gehört das Universum

Manchmal können sich aus „leisen“ aber „gierige“ außerirdische Zivilisationen entwickeln. Das geschieht circa einmal in einer Million Galaxien. Diese „gierigen“ Außerirdischen dehnen sich dann über den eigenen Heimatplaneten hinweg aus und vergrößern ihren Einflussbereich über mehrere Sternensysteme hinweg. Dabei verhindern sie gleichzeitig auch die Ausbreitung anderer, technologisch fortgeschrittenerer Zivilisationen. So könnten „gierige“ Außerirdische binnen weniger Milliarden Jahre das gesamte Universum regieren.

Sollte die Entwicklung tatsächlich so ablaufen, dann müsste das Verhältnis von „gierigen“ zu „leisen“ Zivilisationen bei 10.000 zu 1 liegen. Damit ist es sehr unwahrscheinlich, dass in der Geschichte unserer Galaxie jemals eine andere „leise“ Zivilisation gelebt hat. Falls zu diesem Zeitpunkt doch noch irgendwo in der Milchstraße eine andere „leise“ Zivilisation lebt, von der wir noch nichts wissen, müsste das Verhältnis sogar 10 Millionen zu 1 betragen.

Kontakt mit Außerirdischen: Erstes Date frühestens in 200 Millionen Jahren

Doch unsere Galaxie ist nur ein winzig kleiner Teil des Universums. Wenn davon ausgegangen werden kann, dass „gierige“ Außerirdische sich mit der halben Lichtgeschwindigkeit ausbreiten, dann kontrollieren sie heute bereits 40 bis 50 Prozent des Universums. Doch trotz allem geht das Forscherteam davon aus, dass die Menschheit frühestens in 200 Millionen bis 2 Milliarden Jahren auf eine „gierige“ außerirdische Zivilisation treffen wird - vorausgesetzt, die Menschheit existiert dann noch. (ij)

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