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Russland droht mit Satellitenabschuss als „legitime Vergeltungsmaßnahme“

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Von: Nadja Pohr

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Starlink-Satelliten: Eine Illustration des Starlink-Satellitennetzes von SpaceX.
Eine Illustration des Starlink-Satellitennetzes von SpaceX. © Science Photo Library/Imago

Der russische Diplomat Konstantin Woronzow erläuterte, dass der Kreml möglicherweise bald zivile Satelliten abschießen lassen könnte, um Vergeltung zu üben.

Moskau - Die Ukraine erobert im Osten nach und nach ihr Land zurück, was für Panik in Russland sorgt. Man fürchtet jedoch bereits, dass der Kreml zum Gegenschlag ausholt. In welcher Form dies passieren wird, ließ der leitende russische Diplomat Konstantin Woronzow vor einer Arbeitsgruppe durchblicken. Darin äußerte er, dass die zivilen Satelliten im Weltraum das nächste Ziel sein könnten.

Woronzow warnt bei seiner Erklärung vor der Arbeitsgruppe zur Verringerung der Bedrohungen aus dem Weltraum am 12. September vor einem „äußerst gefährlichen Trend“: Zivile Satelliten würden demnach von den Vereinigten Staaten und ihren Verbündeten für militärische Zwecke eingesetzt. „Unseren Kollegen scheint nicht klar zu sein, dass solche Aktionen in Wirklichkeit eine indirekte Beteiligung an militärischen Konflikten darstellen“, sagt er.

Ukraine-Krieg: Russische Diplomatie erwägt Satellitenabschuss zu Vergeltungszwecken

Der russische Diplomat Woronzow spricht dabei vermutlich von den Starlink-Satelliten von Elon Musk. Kurz nach Beginn des Krieges aktivierte Musk die Satelliten in der Ukraine und stellte so einen Breitbandzugang zum Internet für das Land her. Dies war Russland schon damals ein Dorn im Auge. Der Tesla-Chef bekam deshalb sogar Morddrohungen. „Quasi-zivile Infrastrukturen können zu einem legitimen Ziel für Vergeltungsmaßnahmen werden“, droht Woronzow.

Aus russischer Sicht verstoße man damit gegen den Weltraumvertrag, wie t3n.de berichtet. „Die Handlungen der westlichen Länder gefährden unnötigerweise die Nachhaltigkeit friedlicher Weltraumaktivitäten sowie zahlreiche soziale und wirtschaftliche Prozesse auf der Erde, die das Wohlergehen der Menschen, insbesondere in den Entwicklungsländern, betreffen“, wird der russische Diplomat zitiert.

Elon Musk rechnete schon mit Angriffen auf seine Starlink-Satelliten - Russland testet Anti-Satelliten-Raketen

Bereits im Mai schrieb Elon Musk auf Twitter, dass sein Starlink-Netz heftigen Cyberattacken aus Russland ausgesetzt sei. Er rechnete auch damit, dass die Angriffe nicht weniger werden. Der SpaceX-Chef teilte damals mit, man könne sich zwar bisher erfolgreich widersetzen, doch die Aggressoren „verstärken ihre Bemühungen“. So schnell lasse sich das Starlink-Netzwerk auch nicht ausschalten, denn mittlerweile umkreisen bereits 3000 Satelliten die Erde. Erst kürzlich waren sie auch über Deutschland zu sehen.

Auch, dass Russland sich weigere, damit aufzuhören, Anti-Satelliten-Raketen einzusetzen, lässt aufhorchen. Im November 2021 führte der Kreml einen Test durch und schoss einen zwei Tonnen schweren Satelliten in einer Höhe von weniger als 500 Kilometern ab. Dies stieß bei mehreren Ländern auf Kritik, da unter anderem der entstandene Schrott für mehrere Jahre in der Umlaufbahn bleibe und eine Bedrohung für andere Flugobjekte darstelle.

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