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Frau erlitt vor Geburt Herzstillstand: Nun starb die kleine Tochter - „Schlimmster Tag meines Lebens“

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Von: Marcus Giebel

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Ein Baby mit Teddybär
Musste viel zu früh auf die Welt geholt werden und wurde nur zweieinhalb Jahre alt: Nicht nur ihre Eltern trauern um Caterina. © Screenshot gofundme.com

Weil ihre Mutter vor der Geburt einen Herzstillstand erleidet, wird die kleine Tochter mit schweren Schäden geboren. Nach zweieinhalb Jahren stirbt sie in einer Klinik. Der Vater findet Worte, die unter die Haut gehen.

München - Es sind herzzerreißende Worte, die Gabriele Succi findet, um seinen Schmerz mit der Welt zu teilen. Bewegende Sätze eines Vaters, der seine kleine Tochter zu Grabe tragen muss. „Ich schwöre dir, dass ich alles getan habe, wir haben alles getan, damit du dich wie ein Kind fühlst, wie alle anderen“, schreibt Succi in den sozialen Medien: „Und wenn ich nicht genug getan habe, entschuldige ich mich, meine Liebe. Das ist der schlimmste Tag meines Lebens, den niemand verdient hat, schon gar nicht ein 2 ½ Jahre altes Mädchen.“

Vor zweieinhalb Jahren begann das Leben der kleinen Caterina mit einer Tragödie. Ihre Mutter Cristina Rosi befand sich an jenem Tag im Juli 2020 allein zu Hause in Monte San Savino in der Toskana, als sie sich unvermittelt krank fühlte. Sie befand sich in der 30. Schwangerschaftswoche, berichtet Merkur.de.

Frau erleidet vor Geburt Herzstillstand: Tochter muss mit Kaiserschnitt auf die Welt geholt werden

Zum Glück hörte Cristinas Mutter ihr Stöhnen. Ein Arzt eilte zur Hilfe und die Schwangere wurde in eine Klinik gebracht. Doch sie erlitt einen Herzstillstand, der für Cristina und ihre ungeborene Tochter schlimme Folgen hatte. Beide litten unter erheblichem Sauerstoffmangel.

Die Ärzte entschieden sich daher, das Baby umgehend auf die Welt zu holen. „Es wurde sofort ein Kaiserschnitt durchgeführt und die Ärzte taten ihr Bestes. Aber der Schaden war schrecklich“, erinnert sich Gabriele laut der Regionalzeitung Arezzo Notizie.

Spendenaufruf für junge Mutter: Nach Geburt fünf Monate im Wachkoma in Rehaeinrichtung

Fortan kämpften die Ärzte um die Leben von Cristina und Caterina. Während Cristina nach einem Monat in eine Rehaeinrichtung verlegt wurde, musste die Kleine wegen der schweren Schäden infolge des Sauerstoffmangels im Krankenhaus bleiben. Schon da war klar, dass Caterina ständige Pflege brauchen würde - auch zu Hause.

Cristina befand sich in dieser Zeit in einem neurologischen Rehazentrum im Wachkoma. Auch nach fünf Monaten in der Einrichtung zeigten die Behandlungen nicht den erhofften Erfolg. Deshalb entschied sich Gabriele zu einem Spendenaufruf, den er mit zwei Freunden am zweiten Weihnachtsfeiertag auf der Plattform Go Fund Me startete.

Spenden nach Tragödie bei Geburt: Geld ermöglicht Rehaprogramm in Innsbruck

Zunächst gingen sie davon aus, 150.000 Euro zu benötigen. „Es ist notwendig, sie in ein privates Zentrum zu verlegen, um die beste Pflege für ihre neurologische und motorische Rehabilitation zu gewährleisten“, schrieb Gabriele damals. Nur in einer privaten Spezial-Einrichtung sei auf eine wirkliche Genesung zu hoffen.

Die Resonanz war überwältigend. Binnen 24 Stunden kamen mehr als 21.000 Euro zusammen. 540 Spender beteiligten sich in dieser Zeitspanne.

Der erste Erfolg: Im April 2021 durfte Cristina die Intensivstation des Krankenhauses von Pontedera verlassen, wurde mit einem Spezialflugzeug in eine Klinik in Innsbruck gebracht, wo sie ihr Rehaprogramm aufnehmen sollte.

Dort lernte Cristina, wieder zu schlucken und zu sprechen. Außerdem stand robotergestützte Physiotherapie auf dem Plan. Es ging ums Schwimmen und die Wiederherstellung ihres psycho-physischen Gleichgewichts.

Eine Frau mit Hut lacht in die Kamera
Erlitt während ihrer Schwangerschaft einen Herzstillstand: Cristina Rosi aus der Toskana ist auf tägliche Pflege angewiesen. © Screenshot gofundme.com

Tragödie in der Toskana: Mutter soll dauerhaft zu Hause gepflegt werden - doch das wird teuer

Bis dahin waren mehr als 200.000 Euro an Spenden zusammengekommen - mehr als erhofft. Doch es zeigte sich, dass die Kosten weit höher liegen würden. Mindestens 300.000 Euro würden nötig sein, damit Cristina nach Hause kommen konnte - zu ihrem Mann und ihrer kleinen Tochter, die sie bis dahin noch nicht einmal zu Gesicht bekommen hatte.

Deshalb bat Gabriele um weitere Spenden. Denn um Cristina dauerhaft zu Hause aufnehmen und versorgen zu können, müsste das Gebäude speziell ausgestattet werden. Seine Frau würde weiter tägliche Pflege benötigen.

Trotz all der Widrigkeiten gab es in diesem Mai einen weiteren Lichtblick. Cristina kam erstmals seit der Tragödie fast zwei Jahre zuvor zurück nach Hause. Wohl noch wichtiger: Sie sah endlich ihre Tochter, die auf so dramatische Weise zur Welt gekommen war. Ein bewegender Moment für den gesamten Ort. Zur Feier des Tages läuteten die Glocken von Alberoro, dem Ortsteil, in dem die Familie zu Hause ist.

Mutter kehrt nach Tragödie heim: „Sie findet langsam in ihre vertraute Umgebung zurück“

Ein paar Wochen mussten sich Gabriele und Caterina dann noch gedulden, ehe Cristina im August endgültig wieder heimkehrte in das gemeinsame Haus. Fortan wohnten sie zu dritt. Gabriele verbreitete ein Foto, dass seine Frau mit Freunden in einer Pizzeria zeigt. Und er schrieb: „Es ist nicht einfach, den Tag zu organisieren, aber wir können auf die Hilfe einer echten Großfamilie für die Tages- und Nachbetreuung zählen.“

Seine Frau sei „ruhig, lächelt, sie findet langsam in ihre vertraute Umgebung zurück.“ Auch wenn das Leben nicht mehr dasselbe war wie vor dem verhängnisvollen Tag gut zwei Jahre zuvor schien es doch bergauf zu gehen für die kleine Familie. Das Schlimmste überstanden zu sein.

Schicksal schlägt wieder zu: Kleine Tochter stirbt nach zweieinhalb Jahren im Krankenhaus

Stattdessen schlug das Schicksal noch einmal mit erbarmungsloser Wucht zu. Caterina musste wieder ins Krankenhaus, diesmal wurde sie in Florenz behandelt. Ihr Zustand verschlechterte sich. Bis ihr Herz am 1. Dezember aufhörte zu schlagen.

In diesen schweren Stunden waren Gabriele und Cristina nicht allein. Eine Welle von Beileidsbekundungen hätten sie erreicht, schreibt Arezzo Notizie. Darunter auch vom Verein Dante FC, für den Gabriele spielt. Weiter heißt es, Caterina habe in ihrem kurzen Leben viel Liebe erfahren und eine große Welle der Zuneigung ausgelöst.

Ermittlungen nach Geburt während Herzstillstand: Beerdigung der Tochter verschoben

Derweil werde angeblich gegen vier Personen ermittelt, darunter seien drei Ärzte aus dem Krankenhaus, in dem Cristina gynäkologisch und kardiologisch untersucht wurde. Es steht der Vorwurf im Raum, das Risiko ihres schweren Herzproblems sei unterschätzt worden. Bislang ging es demnach um schwere Körperverletzung, nun könne der Straftatbestand auf Totschlag geändert werden.

Nach Caterinas Tod sei eine Autopsie beantragt worden. Die Beerdigung wurde verschoben.

Auf den endgültigen Abschied von ihrer Tochter müssen Cristina und Gabriele also noch warten.

Die passenden Abschiedsworte hat der Vater via Social Media ohnehin schon gefunden: „Caterina, du bist meine kleine Prinzessin, du wirst sicher an einem besseren Ort und mit weniger Leid sein. Eines Tages werden wir uns wiedersehen und ich werde dich endlich lächeln und laufen sehen, ich liebe dich so sehr, mein Schatz.“ (mg)

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