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Neues Virus in Indien aufgetaucht: Warnung vor der Tomatengrippe

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Von: Martina Lippl

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Kinder in Indien haben sich mit einem neuen Virus infiziert. Die Symptome der „Tomatengrippe“ sind ähnlich wie bei einer Covid-19-Erkrankung. Wissenschaftler sind besorgt, warnen aber vor Panik.

Neu Dehli – „Tomatengrippe“ oder auch als „Tomatenfieber“ (englisch: Tomato flu) bezeichnen Wissenschaftler eine neue Viruserkrankung, wie Merkur.de berichtet. In Indien haben sich bislang 82 Kinder mit dem neuen Virus infiziert. Noch ist das Virus selten, doch Wissenschaftler warnen nach Corona und den Affenpocken vor weiteren Ausbrüchen. Betroffen sind demnach vor allem Kinder im Alter unter fünf Jahren. Noch rätseln die Forscher über den tatsächlichen Auslöser der „Tomatengrippe“. Bei der Viruserkrankung treten zwar ähnliche Symptome wie beim Coronavirus (Sars-CoV-2) auf, doch es gibt keine Verwandtschaft.

Neues Virus entdeckt: „Tomatengrippe“-Ausbruch in Indien

Von einem Ausbruch der „Tomatengrippe“ in Indien berichten Forscher im Fachmagazin Lancet Respiratory Medicine Journal. Demnach ist das Virus zuerst am 6. Mai 2022 im südindischen Bundesstaat Kerala in der Hafenstadt Kollam festgestellt worden. Im Juli sei die Zahl der Fälle auf 82 gestiegen. Nach Angaben lokaler Krankenhäuser seien die meisten betroffenen Kinder unter fünf Jahre. Weitere 26 Kinder bis zum Alter von zehn Jahren stehen im Verdacht, an „Tomatengrippe“ erkrankt zu sein.

Den ungewöhnlichen Namen erhielt die „Tomatengrippe“ aufgrund ihrer Symptome. Bei der Viruserkrankung breiten sich auf dem gesamten Körper rote und schmerzhafte Bläschen aus, die langsam auf die Größe einer Tomate anwachsen, erklären die Autoren im Lancet-Artikel.

Symptome einer Tomatengrippe (tomato flu)

Die Symptome einer „Tomatengrippe“ sind anfangs Fieber, Müdigkeit und Kopfschmerzen und damit auch ähnlich zu Covid-19. Zudem können weitere Symptome wie Hautausschläge, Erbrechen und Durchfall sowie Gelenkschwellungen und Gliederschmerzen auftreten. Hier eine Liste der „Tomatengrippe“-Symptome:

„Die seltene Virusinfektion ist endemisch und gilt als nicht lebensbedrohlich“, schreiben die Forscher. Aufgrund der Erfahrung mit Corona sei allerdings ein wachsames Management wünschenswert, um Ausbrüche zu verhindern. Das neue Virus, das für die Tomatengrippe verantwortlich gemacht wird, ist nicht mit Sars verwandt, unterstreichen die Wissenschaftler.

„Die Tomatengrippe könnte eher eine Nachwirkung von Chikungunya- oder Dengue-Fieber bei Kindern als eine Virusinfektion sein“, heißt es im Lancet-Artikel. Das Virus könnte auch eine neue Variante der viralen Hand-Fuß-Mund-Krankheit sein. Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit ist auch in Deutschland eine häufige Infektionskrankheit bei Kindern, die in der Regel meist harmlos verläuft.

Tomatengrippe: Neues Virus „sehr ansteckend“

Ähnlich wie andere Influenza-Typen sei die „Tomatengrippe“ den Forschern zufolge „sehr ansteckend“. Medikamente gegen eine Infektion gäbe es keine. Daher sei es zwingend erforderlich, einen bestätigten Fall sowie bei einem Verdacht zu isolieren. Um die Ausbreitung der Infektion zu verhindern, halten die Wissenschaftler eine Quarantäne von fünf bis sieben Tagen für sinnvoll. Dazu sollten angemessene Hygienemaßnahmen und Desinfektion durchgeführt werden. Bei einer Erkrankung seien Ruhe, viel Flüssigkeit und ein heißer Wasserschwamm zur Linderung der Reizungen und Hautausschläge zu empfehlen. (ml)

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