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„Endlich“! Lauterbach jubelt über Studie: Sie will Long-Covid-Ursache gefunden haben

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Von: Astrid Theil

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Karl Lauterbach (SPD), Bundesminister für Gesundheit, kommt zum Schloss Meseberg in Brandenburg. (Archiv)
Karl Lauterbach (SPD), Bundesminister für Gesundheit, kommt zum Schloss Meseberg in Brandenburg. (Archiv) © Michael Kappeler/dpa

Viele Menschen leiden unter Long Covid. Eine neue Studie könnte nun einen Durchbruch in der Behandlung bringen.

Berlin - Laut Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) leidet etwa jeder zehnte Corona-Infizierte unter Long Covid - also unter schweren Langzeitfolgen einer Corona-Infektion. Die meisten Menschen, die von Long Covid betroffen sind, leiden unter Müdigkeit, Erschöpfung und Kraftlosigkeit.

Für viele Betroffene sind selbst ein paar Schritte ein enormer Kraftakt. Auch viele andere Symptome können bei Long Covid auftreten. Etwa 200 Symptome werden mittlerweile als Langzeitfolgen einer Corona-Infektion eingeordnet: von Gedächtnislücken und neurologischen Ausfällen über Geruchsverlust bis zu Herzmuskelentzündungen, Thromboembolien und viele Arten von Schmerzen.

Long Covid: Studie aus Yale soll Durchbrauch bei Behandlung bringen

Der Leidensdruck der Betroffenen ist groß, da bisher keine spezielle Behandlung für Long Covid gefunden werden konnte. Die Ursache für viele der Symptome war Wissenschaftlern nämlich nicht klar. Nun haben Forscher allerdings herausgefunden, was die Langzeitfolgen auslösen könnte und eine Studie mit ihren Erkenntnissen veröffentlicht. Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) teilte Informationen zu der Studie auf Twitter und kommentierte diese mit den Worten: „Endlich kommt Licht in den Long-Covid-Tunnel“.

Professorin Akiko Iwasaki von der „Yale School of Medicine“ hat über zwei Jahre an Long Covid geforscht. Mit ihren Kollegen hat sie 215 Patienten untersucht. Im Vergleich zur Kontrollgruppe fiel auf, dass die betroffenen einen anderen Cortisol-Spiegel haben. Dieser war bei den Long-Covid-Patienten niedriger als bei allen anderen Studienteilnehmern. 

Wichtiges Hormon: Long-Covid-Patienten haben niedrigeren Cortisol-Spiegel

Bei Cortisol handelt es sich um ein körpereigenes Hormon, das wichtige Aufgaben im Stoffwechsel übernimmt. Das Hormon wird besonders in Stresssituationen ausgeschüttet, weswegen es auch als Stresshormon bekannt ist. Das Hormon hat unter anderem Einfluss auf den Blutzuckerspiegel, die Knochenbildung, den Eiweißstoffwechsel und den Fettgewebestoffwechsel.

Außerdem hemmt es das Immunsystem, weswegen es beispielsweise auch als Medikament in Form von Kortison zur Bekämpfung von Entzündungsreaktionen eingesetzt wird. Zusätzlich haben die Forscher einen unerwarteten Anstieg der Antikörperreaktionen gegen virale Erreger beobachtet, die nicht zu SARS-CoV-2 gehören. Die Studie trägt zu einem besseren Verständnis von Long Covid bei und hilft bei dessen Therapie. (at)

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