Landgericht Memmingen

Steinewerfer wegen versuchten Mordes angeklagt

Akten liegen am 22.01.2013 im Landgericht Memmingen (Bayern) auf dem Richtertisch.
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Vor dem Landgericht Memmingen wird ein Prozess wegen versuchten Mordes gegen einen Steinewerfer verhandelt (Symbolbild).

Ein Mann soll im Raum Memmingen Steine von einer Autobahnbrücke auf vorbeifahrende Autos geworfen haben. Nun steht er wegen versuchten Mordes vor Gericht.

Memmingen (dpa) - Wegen versuchten Mordes muss sich ein mutmaßlicher Steinewerfer vom Dienstag (9.30 Uhr) an vor dem Landgericht in Memmingen verantworten. Der 42 Jahre alte Mann soll drei Mal im Raum Memmingen von Brücken über der Autobahn 96 Steine auf Autos geworfen haben. Nach Angaben eines Gerichtssprechers bestreitet der Angeklagte die ihm vorgeworfenen Taten.

Dem türkischen Staatsangehörigen droht eine mehrjährige Haftstrafe, auch die Höchststrafe, eine lebenslange Freiheitsstrafe, ist möglich. Der Mann wurde aufgrund der Auswertung von Handydaten an einem Tatort festgenommen. An einem Stein sollen DNA-Spuren des in Untersuchungshaft sitzenden Angeklagten gefunden worden sein.

Prozess in Memmingen: Ähnliche Fälle immer wieder in Deutschland

Ähnliche Prozesse gibt es immer wieder in Deutschland. Eine der folgenreichsten Taten trug sich Ostern 2008 auf der A29 in Niedersachsen zu. Ein Mann warf einen sechs Kilogramm schweren Holzklotz auf den Wagen einer Familie. Der Klotz durchschlug die Windschutzscheibe und tötete eine 33 Jahre alte Mutter. Der Täter wurde vom Landgericht Oldenburg zu lebenslanger Haft verurteilt.

Im Memminger Fall soll der Angeklagte im November 2020 nachts einen eineinhalb Kilo schweren Stein auf einen Wagen geworfen haben, der sich mit mindestens 110 Kilometern pro Stunde der Brücke näherte. Zuvor soll der Mann im Mai und September 2020 bereits ähnliche Taten begangen haben. Für den Indizienprozess sind mindestens sechs weitere Verhandlungstage geplant, das Urteil könnte Mitte Oktober fallen.

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