Umstrittener Impfstoff

„Steht schon im Kühlschrank“: Russland modifiziert Sputnik V für Delta-Variante

Eine medizinische Angestellte bereitet eine Spritze mit dem Impfstoff Sputnik-V im Impfzentrum in einer Markthalle des "Gostiny Dwor" vor.
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Russische Forscher haben den Impfstoff Sputnik V auf die Delta-Variante des Coronavirus modifiziert.

Die Delta-Variante des Coronavirus ist weltweit dominierend. Russische Forscher haben den Impfstoff Sputnik V nun auf dieses Mutagen modifiziert.

Moskau (dpa) – Russische Forscher haben nach eigenen Angaben den seit gut einem Jahr eingesetzten Corona-Impfstoff Sputnik V für den Einsatz gegen die ansteckendere Delta-Variante des Virus modifiziert. «Im Kühlschrank steht schon das gebaute Vakzin», sagte der Chef des Gamaleja-Instituts, Alexander Ginzburg, der Agentur Interfax zufolge am Donnerstag. Es sei noch zu früh, über den Grad der Wirksamkeit des Impfstoffs zu sprechen. Auch andere Hersteller weltweit arbeiten bereits an Delta-Modifizierungen ihrer Impfstoffe.

Zugleich warb Ginzburg dafür, bei mit dem Präparat von Biontech/Pfizer zweifach Geimpften einen Impfstoff namens Sputnik light als Auffrischungsimpfung einzusetzen. Russland hat bisher insgesamt vier Impfstoffe gegen das Coronavirus entwickelt und arbeitet nach Behördenangaben an einem fünften Vakzin. International vertrieben wird bisher Sputnik V, das in etwa 70 Ländern zugelassen ist. Nach Darstellung des russischen Gesundheitsministers Michail Muraschko soll Sputnik V eine Wirksamkeit von 83 Prozent mit Blick auf Ansteckungen mit der Delta-Variante haben.

Coronavirus: Zulassung für Russlands Impfstoff Sputnik 5 wird in der EU noch geprüft

Russland kämpft wie viele andere Länder sehr mit der Delta-Variante und verzeichnet derzeit täglich etwa 800 Todesfälle. Geimpft sind nach offiziellen Angaben bisher 41,5 Millionen Menschen in Russland oder 28,4 Prozent der Bevölkerung, davon 33,5 Millionen zweifach und damit vollständig (22,9 Prozent).

In der EU wird eine Zulassung von Sputnik V noch geprüft. Allerdings steht Russland immer wieder in der Kritik, nicht ausreichend Daten für eine EU-weite Zulassung zu liefern. EU-Mitglied Ungarn etwa setzt Sputnik aber bereits seit langem auf Grundlage einer nationalen Genehmigung ein. In Deutschland werden die Impfungen nicht anerkannt.

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