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„Sollen zurück nach Baden-Württemberg ziehen“: Wüste Nachbar-Reaktion auf Party-Ankündigung sorgt für Aufreger

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Von: Armin T. Linder

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Eine Zettel-Serie aus Berlin sorgt für Diskussionen: Nachbarn haben auf eine Party-Ankündigung mit wenig Verständnis reagiert, dafür mit einer saftigen Notiz.

Berlin - In den deutschen Treppenhäusern sind unzählige Aushänge zu finden. Auch Nachbarn nutzen Zettel öfter mal, um zu kommunizieren. Die meisten sind außerhalb des Hauses nicht der Rede wert. Doch immer wieder landen auch besonders ungewöhnliche im Netz. Jene aus der Hauptstadt häufig bei der Instagram-Seite „Notes of Berlin“, die auf solche Fälle spezialisiert ist. Unvergessen: die Nachbarn, die ein DPD-Paket angenommen haben und dann für einen Eklat sorgten.

Berlin: Zettel-Serie geht bei Instagram durch die Decke

Was die Toleranz für Lärm im Allgemeinen und Partys im Speziellen angeht, ist die Schwelle bei den Menschen unterschiedlich niedrig. Das zeigte sich kürzlich bei einem ziemlich unverschämten Konter auf eine Lärm-Beschwerde. Und in eine ähnliche Richtung geht auch das Zettel-Set, das am 29. Dezember bei „Notes of Berlin“ veröffentlicht wurde und das aus Berlin-Charlottenburg stammen soll, wie tz.de berichtet. Wohl mit etwas Verspätung, denn die erste Notiz verweist auf das Datum 3. Dezember 2022. Natürlich ist die Echtheit von alldem auch nicht bestätigt - doch es wäre wohl zu aufwändig für einen Fake. Und die Zettel-Parade sammelte schon in der ersten Dreiviertelstunde rund 750 „Gefällt mir“-Angaben und unzählige Kommentare.

Auf dem obersten Blatt weist eine Person namens „A.“ die Nachbarschaft auf eine geplante Geburtstagsparty am 3. Dezember im 3. Obergeschoss hin. Und bittet mit sehr freundlichen Worten darum, ein Auge zuzudrücken, falls sich ein wenig Krach ereignet. „Ich hoffe, dass dies keine große Unannehmlichkeit für Sie darstellt und bitte Sie hiermit um Verständnis. Sollte es dennoch Gesprächsbedarf geben, kommen Sie gerne vorbei.“

Berlin: Nachbarn äußern wenig Verständnis für Party-Lärm

Verständnis? Nix da! Denn von den Nachbarn folgt gleich ein Konter. Den manche als ziemlich unverschämt empfinden dürften. Nicht etwa per Klebeband, sondern per Ausdruck auf einem Sticker landete darunter folgende Nachricht: „Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag und vielen Dank für die Vorankündigung Ihrer Feierlichkeiten. Wir wären gegen jegliche Störung nach 23:00 Uhr (sprich: Polizei). Wir verstehen zwar, dass Sie Geburtstag haben, aber es gibt geeignetere öffentliche Orte für laute Versammlungen nach dieser Zeit. Wir danken Ihnen, einige Ihrer Nachbarn.“

Darunter landet dann auch noch ein drittes beschriebenes Blatt, offensichtlich von der Person mit der Geburtstagsparty. Diese beklagt sich darüber, dass die Nachbarn bei ihrer Reaktion samt Polizei-Drohung anonym geblieben sind. Aber der dritte Zettel ist für die meisten in der Kommentarspalte nicht der diskussionswürdigste. Stattdessen zeigen viele kein Verständnis für die verständnislosen Nachbarn.

Berlin Zettel
Der zweite Zettel in der Detailansicht. © Notes of Berlin/Instagram

Berlin: Zettel-Reaktion wird bei Instagram heiß diskutiert

„Einfach nur traurig!“, schreibt eine Person. Ebenfalls zu lesen: „Tolle Nachbarn“, „Spießer“ und der Hashtag „SoDeutschSoArmselig“. Eine Nutzerin unkt: „Einige [2; Alfred und Renate] Ihrer Nachbarn“. Ein weiterer Kommentar lautet: „Da wär ich mega angepisst und würde da auf jeden Fall nicht feiern.“

Eine andere frotzelt gleich noch gegen Schwaben: „Und der 3.12. war auch noch n Samstag. Die sollen doch zurück nach Baden-Württemberg ziehen.“ Ähnlich dieser Kommentar: „Meine Güte, schnapp dir deine Kinder und zieht aufs Dorf.“ Auch dass es sich um einen Aufkleber handelt, fällt auf: „Und das Ganze vorgedruckt als Sticker, damit man da gleich gegensteuern kann! Den Stickerbogen haben sie bestimmt in nem eigens dafür angelegten Ordner neben dem mit den selbst aufgeschriebenen Falschparkern!“

Eine Nutzerin berichtet, wie es bei ihnen läuft: „Also ich ertrage gerne 2x im Jahr die WG-Party unter uns. Auch bis morgens. Es gibt Ohrstöpsel. Und wir waren auch mal so jung. Einmal war das Baby krank und wurde davon paarmal wach. Da haben wir um Verständnis gebeten. War kein Problem. Aber sonst: Ist halt manchmal laut, wenn man Nachbarn hat.“ Einer formuliert kurz und knapp: „Einfach mal tolerant sein, aber beide Seiten.“ Es geht auch anders: Mit seiner Notiz auf einem Benachrichtigungszettel wurde ein DHL-Bote zum Helden. (lin)

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