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Schwimmende Windturbine in Pyramidenform erzeugt Strom mitten im Meer

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Von: Julia Hawener

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Eine Windturbine in Pyramindenfrom schwimmt im Meer
Die Windturbine des französischen Unternehmens Eolink soll mitten im Meer Strom generieren können. © Instagram/ecoinventos

Konventionelle Windräder auf dem Meer müssen küstennah am Boden verankert werden und sind kostspielig. Ein französisches Unternehmen arbeitet derweil an einer alternativen Konstruktion, die auch bei schwerer See und in tiefem Wasser einsetzbar sein soll.

Plouzané/Frankreich – Besonders in Zeiten der Energiekrise wird deutlich, wie wichtig es ist, bei der Energieversorgung nicht von Lieferungen aus dem Ausland abhängig zu sein. Dabei spielen erneuerbare Energien eine immer wichtiger werdende Rolle. So will auch das Land Baden-Württemberg auf den schnellen Ausbau von Solaranlagen und Windrädern setzen. Doch gerade letzteres stagnierte in Deutschland in den vergangenen Jahren. Während sich Anwohner vom Lärm und Schall der Windturbinen gestört fühlen, sehen andere in ihnen eine Verunstaltung der Landschaft.

Alternativen zu klassischen Windrädern sind jedoch bereits in Aussicht: So arbeitet eine Firma aus Spanien an einem Windkraftwerk ohne Rotorblätter, das nur durch Wackeln Strom erzeugt. Und ein Mini-Windrad soll flüsterleise Strom auf jedem Hausdach produzieren können. Eines haben all diese Anlagen jedoch gemeinsam: sie stehen an Land. Zwar gibt es auch Windturbinen auf See, doch sie sind meist sehr kostspielig und zudem auf Küstennähe beschränkt. Das will das französische Unternehmen Eolink ändern: Es hat eine Alternative zu den klassischen Offshore-Windrädern entwickelt, die sowohl günstiger in der Herstellung sein sollen, als auch in den tiefen Weiten des Ozeans eingesetzt werden können, wie der Spiegel berichtet.

Wind-Pyramide soll auch auf hoher See eingesetzt werden können

Bislang werden Windturbinen auf Stahlgestellen im Meeresgrund verankert. Möglich ist das aber nur in Gewässern bis zu etwa 60 Metern Tiefe. Das ist problematisch, denn dadurch ist nur ein winziger Bruchteil der Weltmeere flach genug, um konventionelle Offshore-Anlagen im Meeresboden zu verankern. Die schwimmenden Windturbinen von Eolink hingegen sollen laut dem Hersteller auf hoher See eingesetzt werden können. Dadurch könnten bisher noch unzugängliche Meeresflächen erschlossen werden und der stürmische Wind in einige Meeresregionen wäre abgreifbar.

Der Grund, weshalb die Windturbinen von Eolink auch bei mehr als 60 Metern Wassertiefe eingesetzt werden können, liegt vor allem daran, dass sie nicht am Boden verankert werden müssen. Denn der traditionelle Turm wird durch vier Arme ersetzt, die oben zusammentreffen – wie bei einer Pyramide. Die Rotorblätter drehen sich im Inneren an der Spitze der Pyramide, statt außerhalb angebracht zu sein. Diese Bauform sowie steuerbare Ballasttanks am Ende der schrägen Stützmasten sollen dafür sorgen, dass die Windturbine auch bei hohem Wellengang und viel Wind im Wasser stabil bleibt. Die Plattform, auf der die Pyramidenform steht, ist mit einem Kabel am Boden verankert. Dadurch kann sich die Anlage mit dem Wind drehen.

Windturbine in Pyramidenform mit 20 Megawatt Leistung

Mit seinen schwimmenden Windrädern hat das französische Unternehmen zwar kein komplett neues Konzept auf den Weg gebracht, denn es gibt bereits andere Firmen, die an ähnlichen Modellen arbeiten. So wurden etwa vor über zwei Jahren bereits schwimmende Windräder auf einem Baggersee in Deutschland getestet. Doch Eolink baut, wie der Spiegel berichtete, bereits an einem Prototyp, der eine Leistung von fünf Megawatt bringen kann. Dafür hat das Unternehmen 23 Millionen US-Dollar Förderung erhalten. Die Windturbine soll 2024 getestet werden und muss dann beweisen, dass sie auch wütender See trotzen kann.

Sollte die Testphase erfolgreich ablaufen, soll die Anlage laut Hersteller auf bis zu 20 Megawatt hochskaliert werden können. Damit könnte sie mehr leisten als die großen Windräder, die jetzt schon im Wasser an Küsten Strom produzieren. Zudem soll die 1.100 Tonnen schwere Windturbine bis zu 25 Prozent günstiger in der Herstellung sein, da weniger Materialien benötigt werden.

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