Zerschlagung der Supermarktkette

Übernahme von Real: Globus, Bünting Gruppe & Co.

Supermarktkette real
+
Der Metro-Konzern bot die Real-Warenhauskette 2018 zum Verkauf an

Mit der Real-Übernahme durch die Supermarktketten Edeka und Kaufland erhält ein Großteil der Märkte einen neuen Namen. Interessenten an weiteren Filialen sind Globus und die Bünting Gruppe. Damit können Mitarbeiter und Kunden an den meisten Standorten aufatmen. Voraussichtlich schließen zehn Real-Märkte endgültig ihre Pforten.

Düsseldorf – Am 10. Mai 2021 stand die Real-Übernahme für die meisten Filialen der Supermarktkette fest. Lediglich für zehn weitere Standorte gibt es bisher keine Interessenten.

Real-Übernahme durch Globus und andere Konkurrenten: Die Gründe

Die Supermarktkette Real entstand 1992 innerhalb des Metro-Konzerns durch Zusammenführung mehrerer regionaler Supermärkte. Im Laufe der Jahre vergrößerte sich das Unternehmen durch Übernahme weiterer Märkte. Unter anderem handelte es sich um Filialen aus den Insolvenzen von Allkauf und Walmart. In den nächsten Jahren folgten zahlreiche Restrukturierungen. Insbesondere angekündigte Tarifänderungen für die Arbeitnehmer führten zu massiven Konflikten mit der Gewerkschaft Ver.di. Als Reaktion darauf bot der Metro-Konzern die Real-Warenhauskette 2018 schließlich zum Verkauf an.

Nach Verhandlungen mit verschiedenen Interessenten verkaufte der Metro-Konzern die Supermarktkette Real an ein Konsortium aus den Firmen X+Bricks sowie der SCP Group. Die in Luxemburg angesiedelte Firma ist ein Tochterunternehmen des russischen Finanzkonzerns Sistema. Das Konsortium sicherte die komplette Real-Übernahme zu, um die Märkte nach dem Kauf in Teilen weiter zu veräußern. Einige Märkte will die SCP Group unter dem bestehenden Namen Real weiterführen. Ob das tatsächlich der Fall sein wird, ist derzeit nicht absehbar.

Real-Übernahme: Nicht alle Filialen finden neue Eigentümer

Seit 2018 bemüht sich der Metro-Konzern um den Verkauf der Real-Supermärkte. Für einige Filialen ist die Schließung trotz Real-Übernahme unvermeidbar. Bereits seit Januar 2021 existieren folgende Real-Supermärkte nicht mehr:

  • Goslar
  • Herten-Westerholt
  • Duisburg-Süd
  • Bitterfeld-Wolfen
  • Mönchengladbach-Rheydt
  • Franktenthal
  • Leißling-Weißenfels

Bis zum Herbst 2021 folgen voraussichtlich weitere Filialen in:

  • Cuxhaven
  • Hannover-Linden
  • Dortmund-Eving
  • Mönchengladbach-Neuwerk
  • Haßloch
  • Maintal
  • Kenn
  • Villingen-Schwenningen
  • Neustadt an der Aisch
  • Berlin-Spandau

Damit droht für insgesamt 17 der ursprünglich etwa 270 Real-Standorte endgültig das Aus. Mit der Schließung weiterer Standorte ist zu rechnen, wenn sich keine neuen Interessenten finden.

Real-Übernahme der Filialen unter Aufsicht des Bundeskartellamts

Die Real-Übernahme durch andere Warenhausketten ist ein Thema für das Bundeskartellamt. Um ein vielfältiges Angebot für die Verbraucher zu sichern, sind die Übernahmen genehmigungspflichtig. Im Genehmigungsverfahren prüft das Bundeskartellamt, ob der Verkauf von Filialen in jeder Region zu einer hohen Konzentration nur eines Lebensmittel-Anbieters führt.

Den Antrag von Kaufland, rund 100 Real-Filialen zu übernehmen, lehnte das Kartellamt zunächst ab, genehmigte dann aber 92 Märkte. Bereits seit Februar tragen 13 der ehemaligen Real-Warenhäuser den Namen Kaufland.

Edeka übernimmt mit Zustimmung des Bundeskartellamtes 51 der bisherigen Real-Supermärkte. Bei sechs dieser Filialen schränkte das Bundesamt die Übernahme durch Auflagen ein. Die Standorte muss Edeka sich mit anderen Wettbewerbern teilen, um die Angebotsvielfalt für Verbraucher zu gewährleisten. Das betrifft die bisherigen Real-Märkte in:

  • Ratingen
  • Rhede-Vardingholt
  • Böblingen-Hulb
  • Hürtingen
  • Memmingen
  • Würzburg

Globus übernimmt mit Zustimmung der Kartellwächter 24 Filialen.

Auf der Suche nach weiteren Interessenten konnte das Luxemburger Unternehmen SCP als aktueller Eigentümer der Real-Warenhauskette die Bünting Gruppe gewinnen. Die insbesondere als Tee-Marke bekannte Firma aus dem ostfriesischen Leer betreibt bereits zahlreiche Supermärkte. Dazu gehören die Filialen von Combi, Minipreis, Jibi, Markant und famila. Die Bünting Gruppe zeigt Interesse an einer Real-Übernahme von 13 Filialen. Der Real-Supermarkt im bayerischen Pentling geht in das Eigentum der V-Markt Unternehmensgruppe über. Für die Übernahme einer zweiten Real-Filiale durch V-Markt liegt ebenfalls eine Kartellamtsgenehmigung vor.

Real-Übernahme: Onlineshop von Real wird zu kaufland.de

Die Real-Übernahme betrifft neben den Supermarkt-Filialen auch den Onlineshop real.de. Das Onlinegeschäft geht ebenfalls in die Hände von Kaufland über. Seit dem 14. April 2021 existiert real.de nicht mehr. Das Angebot des Onlineshops gliedert Kaufland in den eigenen Internet-Markt kaufland.de ein. Kaufland als Unternehmen der Schwarz-Gruppe plant, die Service-Angebote im Onlinebereich auszuweiten. Der Schwarz-Gruppe gehört neben Kaufland der Discounter Lidl mit einem ebenfalls umfangreichen Onlinesortiment an.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare