„Tragischer Unfall“

Mysteriöse Attacke: Killerbienen töten gefährdete Pinguine - 64 Tiere sterben

  • Sina Alonso Garcia
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In der südafrikanischen Touristenmetropole Kapstadt sind 64 Brillenpinguine tot aufgefunden worden. Ihre Körper waren mit Bienenstichen übersät.

Kapstadt - 64 Brillenpinguine sind am Boulders Beach bei Kapstadt offenbar einem Bienenangriff zum Opfer gefallen. Die toten Tiere wiesen teilweise 20 oder mehr Stiche auf, wie die Sprecherin der Südafrikanischen Naturschutzbehörde SANParks, Lauren Howard-Clayton, gegenüber der Deutschen Presseagentur (dpa) mitteilte. Es handle sich um einen „tragischen und ungewöhnlichen Unfall“.

Die getöteten Brillenpinguine waren Teil einer Kolonie von rund 3.000 Pinguinen, die am Strand von Boulders leben. Laut der Roten Liste der Weltnaturschutzorganisation IUCN gilt ihre Art als gefährdet. „Nach Tests fanden wir Bienenstiche um die Augen der Pinguine herum“, sagte David Roberts, der klinische Tierarzt der Stiftung zur Erhaltung der Küstenvögel im Südlichen Afrika (Sanccob), laut The Guardian. „Es gab auch tote Bienen am Tatort.“ Die Pinguine starben vermutlich an den Giftstoffen in den Stichen.

Attacke der Bienen: „Stiche hätten leicht übersehen werden können“

Wie Tierarzt David Roberts gegenüber The Times erklärte, waren die Stiche so klein, „dass sie leicht hätten übersehen werden können“. So habe man mehrere Versuche gebraucht, um sie überhaupt zu finden. „Wir untersuchten die anderen Leichen erneut und fanden bei fast allen Vögeln die Stacheln noch um die Augen eingebettet“, so Roberts.

Behörden wollen jetzt herausfinden, was die Killerbienen-Attacke ausgelöst haben könnte und suchen nach einem nahegelegenen Bienenstock. Derartige Vorfälle sind laut Sanccob sehr selten. In den vergangenen 20 Jahren gab es nur zwei Vorfälle, bei denen Pinguine durch Bienenstiche verletzt wurden.

Brillenpinguine: Bestand der bedrohten Tierart ist geschrumpft

Der Lebensraum der Brillenpinguine erstreckt sich auf die Küsten Südafrikas und Namibias vorgelagerte Inseln. Auf dem Festland sind sie nur selten zu finden. Angaben der Stiftung Sanccob zufolge ist die Zahl der in Südafrika lebenden Pinguine um 73 Prozent auf 10.400 Paare gesunken. In Namibia gibt es demnach noch 4.300 Pinguin-Paare.

Erst Mitte September löste ein Übergriff auf das Tierreich heftige Diskussionen aus. In dem Fall waren jedoch nicht andere Tiere, sondern Menschen die Angreifer. 1.400 Delfine wurden vor den Färöer-Inseln brutal abgeschlachtet* (BW24* berichtete).

Insektenangriffe auf Menschen: Horror-Geburtstag endete in Notaufnahme

Zu einem Angriff der Insekten kam es auch im vergangenen Jahr in Pforzheim (Baden-Württemberg*). Dort endete ein Horror-Geburtstag für Kinder in einer Notaufnahme*.*BW24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Kira Hofmann/dpa-Zentralbild/dpa

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