Fahren unter Solardächern

Forscher schlagen Solardach auf Deutschlands Autobahnen vor - für immer verfügbare Energie

Eine Animation zeigt Solardächer über einer Autobahn.
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Ein internationales Forscherteam untersucht, inwiefern Solardächer über Autobahnen für die Stromgewinnung genutzt werden könnten.
  • Zülal Acar
    VonZülal Acar
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Forscher aus Österreich und Deutschland untersuchen die Praxistauglichkeit von Solarparks über Autobahnen. Das Pilotprojekt bietet viele Möglichkeiten, bringt allerdings auch einige Probleme.

Seibersdorf - Autofahren und gleichzeitig ökologisch Strom gewinnen - und zwar mit Solardächern über der Autobahn. Noch klingt es eher utopisch. Doch Architekten aus der Schweiz haben bereits 2011 ein Modell konzipiert, das zeigt, wie man die Idee umsetzen könnte. Und ein deutsch-österreichisches Forschungsteam untersucht aktuell, inwiefern sich Solardächer über Autobahnen als Stromlieferanten eignen.

Laut eines Berichts von spiegel.de könnte über den Autobahnen hierzulande eine Fläche von circa 337 Quadratkilometern für die Gewinnung von Strom genutzt werden. Die Fläche entspricht der Größe von Bremen. Das Potenzial ist also groß. Immerhin beträgt die Länge der Autobahn in Deutschland mehr als 13.000 Kilometer, damit ist sie das viertlängste Netz auf der ganzen Welt, wie energiezukunft.eu berichtet.

Anmerkung der Redaktion

Dieser Artikel wurde ursprünglich am 10.02.2021 veröffentlicht. Da er für unsere Leserinnen und Leser noch immer Relevanz besitzt, haben wir ihn erneut auf Facebook gepostet.

Solardächer über Autobahnen: Schutz vor Witterung und Lärm

Wenn man also über die deutschen Autobahnen eine Art Solarpark, bestehend aus Solardächern, baut, könnte pro Jahr 41,5 Terawattstunden Solarenergie erzeugt werden (*FR berichtete). So viel verbraucht laut t3n.de ein Drittel der deutschen Privathaushalte an Energie. Ein Vorteil bei der Erweiterung von Autobahnen in Solarparks ist ihre bereits versiegelte Fläche. Für Solarparks auf der grünen Wiese muss das Gebiet erst aufwändig erschlossen werden.

Zudem vermuten die Wissenschaftler, dass die Straßenoberfläche durch die Überdachung vor der Witterung bzw. vor Niederschlägen und Überhitzung geschützt werden könnte, wie es in einer Pressemitteilung heißt. Somit bleiben die Straßen länger erhalten und müssen nicht aufwendig erneuert werden. Auch könnte ein zusätzlicher Lärmschutz geschaffen werden.

In China gibt es bereits eine Autobahn, die mit Solarzellen ausgerüstet ist - allerdings sind sie nicht über der Straße angebracht, sondern auf der Autobahn selbst. Sie sollen auch E-Autos aufladen können.

Solarpark über Autobahnen: Projekt könnte 100 Milliarden Euro kosten

Um die Autobahnen nicht komplett zu verdunkeln, könnten Gerüste verwendet werden, die genügend Licht durchlassen, also zum Teil transparent sind. Dabei sollen die teil-transparenten Module die Effizienz der Solardächer nur zu einem sehr geringen Maß reduzieren. An dem Pilotprojekt des Austrian Institute of Technology ist auch das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme beteiligt.

Im ersten Schritt wollen die Forscher eine passende Tragkonstruktion sowie einen Prototyp entwerfen. Anschließend soll der Prototyp für die Solaranlage gebaut und mit Messtechnik ausgestattet werden. Die Wissenschaftler wollen dann ein Jahr lang das Konzept testen. An einem Streckenabschnitt der A81 in Baden-Württemberg soll ein Solardach über ein Jahr lang getestet werden, wie im Mai 2021 bekannt wurde.

Jedoch muss das Forscherteam auch mit hohen Kosten rechnen: Der Spiegel ist bei einer Berechnung für die Ausstattung deutscher Autobahnen mit Solardächern auf eine stolze Summe von circa 100 Milliarden Euro gekommen. Denn die Solardächer würden die Straßen zwar vor der Witterung schützen, jedoch würde der Radabrieb bzw. Straßenbelag durch fehlenden Niederschlag nicht weggespült werden. Dadurch könnten Straßen rutschiger werden, also an Griffigkeit verlieren. Zudem wird sich erst nach der Testphase zeigen, auf welche Summen sich die Kosten für das Großprojekt tatsächlich belaufen würden. *FR ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

 

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