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Paläontologe stößt zufällig auf verschollenes Replikat eines 160 Millionen Jahre alten „Seedrachens“

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Von: Nadja Pohr

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Die Nachbildung eines Ichthyosaurier
Der Ichthyosaurier ist ein Meeresreptil, das auch als „Seedrache“ bezeichnet wird und vor 160 Millionen Jahren das Meer beherrschte. © IMAGO/StockTrek Images

Der Paläontologe Dean Lomax entdeckte in einem Museum zufällig die Nachbildung eines vor 160 Millionen Jahren ausgestorbenen Meerestier. Seine Entdeckung bietet der Wissenschaft neue Möglichkeiten.

Berlin/Yale - In den Tiefen des Meeres schlummern noch viele unentdeckte Lebewesen. Seit Jahren hält sich beispielsweise hartnäckig das Gerücht, dass der Urzeit-Riesenhai Megalodon immer noch existiert. Regelmäßig kommt es zu vermeintlichen Sichtungen. Es gab jedoch noch weitere Urzeit-Ungeheuer in den Gewässern der Welt - etwa der Ichthyosaurier.

Der Ichthyosaurier ist ein Meeresreptil, das auch als „Seedrache“ bezeichnet wird und vor 160 Millionen Jahren das Meer beherrschte. Es hatte den Körper eines Delphins, große Augen und ein Maul mit Zähnen wie ein Alligator. Durch Zufall entdeckte ein Paläontologe die Nachbildung des Seedrachens in einem Museum in Yale.

Paläontologe stößt zufällig auf verschollenes Replikat eines 160 Millionen Jahre alten „Seedrachens“

Als Dean Lomax, Paläontologe der Universität von Manchester, die Fossilsammlung des „Peabody Museum of Natural History“ in Yale durchforstete, entdeckte er etwas, was aussah wie die Überreste eines Krokodils auf einer Schieferplatte. Obwohl der Wissenschaftler zuvor noch nie in dem Museum war, kam ihm das Exemplar bekannt vor, wie science.org berichtet. Der Abguss ähnelte der ersten historischen Illustration des „Seedrachens“. Im Naturhistorischen Museum in Berlin stieß er drei Jahre später auf einen weiteren Fund.

Tatsächlich wurden von dem Skelett des Ichthyosauriers zwei Abgüsse gemacht. Sie sind auch die einzigen beiden Aufzeichnungen des Meerestiers, wie Lomax berichtet. Denn die ursprünglichen Überreste wurden bei einem Bombenangriff auf London während des Zweiten Weltkriegs zerstört. Dank der beiden Replikate des „Seedrachens“ können ihn die Wissenschaftler nun erneut detaillierter untersuchen und vergleichen, inwieweit die historische Abbildung damit übereinstimmt. „Dieses Exemplar war ein wichtiger Teil des gigantischen prähistorischen Puzzles“, sagt Lomax.

Beide Nachbildungen des „Seedrachens“ sind nicht identisch

Im Jahr um 1800 entdeckte die junge Forscherin Mary Anning mit ihrem Bruder den Schädel des Ichthyosauriers. Wenige Jahre später fand sie ein vollständiges Exemplar, was die Grundlage der beiden Nachbildungen lieferte. Beide Replikate des „Seedrachens“ sind dennoch nicht identisch. Während die Entdeckung aus Berlin beispielsweise zwar im besseren Zustand ist, ist der Fund aus Yale vermutlich eine bessere Abbildung des Originalfunds. Mittlerweile ist die Erstellung von Nachbildungen durch die 3D-Scantechnologie deutlich einfacher geworden.

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