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Omikron in Deutschland: „Da kommt keine Welle, sondern eine Wand“ – Drosten sieht „Sonderproblem“

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Von: Patrick Huljina

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Omikron wird die Corona-Zahlen in Deutschland wieder steigen lassen – da sind sich Experten einig. Christian Drosten sieht im Vergleich zu anderen Ländern ein „Sonderproblem“.

München - „Da kommt keine Welle, sondern eine Wand“, schrieb Christian Endt via Twitter. Der Datenjournalist der Zeit postete zudem eine Grafik. Sie zeigt den möglichen Verlauf der Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland. Man fürchte, dass Omikron bereits gegen Weihnachten hierzulande die dominante Corona*-Variante sein könnte. Die Folge? Ein rasanter Anstieg der Infektionszahlen. „Bis Jahresende nähert sich die Inzidenz womöglich der 1000er-Marke“, erklärte Endt sein Modell.

Omikron in Deutschland: Experten fürchten neue Welle spätestens im Januar

Omikron ist auf dem Vormarsch – nicht nur in Südafrika und anderen europäischen Ländern, sondern auch in Deutschland. Experten sind sich einig, dass die Variante auch hierzulande dominant sein wird. Die Frage ist nur zu welchem Zeitpunkt. In seinem aktuellen Wochenbericht erklärte das Robert-Koch-Institut (RKI), dass bis zum 14. Dezember lediglich 112 Omikron-Fälle bestätigt wurden. Eine vergleichsweise geringe Zahl. Die Entwicklung sei allerdings „weiter sehr besorgniserregend“, so das RKI. Die Fallzahlen in Deutschland würden angesichts der drohenden Omikron-Welle zu langsam sinken.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) erklärte am Freitag (17. Dezember), dass er vor einer „massiven fünften Welle“ in Deutschland ausgeht. In anderen europäischen Ländern ist diese fünfte Welle bereits zu beobachten. Großbritannien und Dänemark haben in den vergangenen Tagen mehrfach Tagesrekorde bei der Zahl der Neuinfektionen* gemeldet. Omikron macht dort bereits einen größeren Teil der Fälle aus.

Deutschland steuert auf „Omikron-Wand“ zu: Drosten sieht „Sonderproblem“

Nun also die von Endt getwitterte Prognose der „Omikron-Wand“ in Deutschland. „Ich stimme mit diesem Thread und Artikel vollkommen überein“, antwortete Virologe Christian Drosten via Twitter. Gegenüber Großbritannien habe man in Deutschland das „Sonderproblem“ vieler ungeimpfter und nicht genesener Personen, die älter als 60 Jahre sind – „die Impflücke“. Deutschland sei deswegen „nicht bereit für die endemische Situation“, schrieb Drosten.

In seinem NDR-Podcast „Coronavirus-Update“ hatte der Charité-Virologe bereits zuvor eine düstere Omikron-Prognose* abgegeben. „Ab Januar werden wir mit Omikron in Deutschland ein Problem haben“, so Drosten. Es sei nicht auszuschließen, dass es bereits um die Weihnachtstage eine Situation gebe, die „beängstigend“ sei, sagte er. Umso wichtiger daher die Impfungen und umso mehr schockieren Impfpass-Fälschungen im Pflegebereich*.

Omikron in Deutschland: „Konzentration extrem vieler Fälle auf wenige Wochen kann zum Problem werden“

Bislang ist nicht geklärt, inwiefern eine Infektion mit Omikron auch zu einem schweren Covid-19-Verlauf* führt. Aus Südafrika hieß es zunächst, dass viele Verläufe milder seien als bei der Delta-Variante. „Auf individueller Ebene dürfte das Risiko durch Omikron für viele weiterhin akzeptabel sein“, sagte der Biostatistiker Tom Wenseleers von der Universität Leuven der Zeit. Für das Gesundheitssystem könnte es allerdings zu einem Problem werden, sollten sich, wie es die Modelle aktuell zeigen, sehr viele Menschen gleichzeitig mit Omikron infizieren.

„Selbst wenn man annimmt, dass bei Omikron ein deutlich geringerer Anteil der Menschen ins Krankenhaus eingeliefert werden muss als bei Delta, kann die Konzentration extrem vieler Fälle auf wenige Wochen zum Problem werden“, erklärte Modellierer Michael Meyer-Hermann vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig.

Sein Kollege Dirk Brockmann von der Berliner Humboldt-Universität fürchtet, dass die Omikron*-Welle kaum noch aufzuhalten ist. Es gehe nun darum, „die Kurve so weit abzuflachen, dass nicht zu viele Menschen gleichzeitig krank werden“, schilderte er der Zeit. Aufgrund der rasanten Ausbreitung der Variante müsse man dafür allerdings schnell handeln. Denn, so Brockmann: „Wenn die Welle erst da ist, haben wir keine Zeit mehr.“ (ph) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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