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„Neu-Erfindung der Windmühle“ produziert Strom - und passt auf jedes Hausdach

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Von: Julia Hawener

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Eine Windkraftanlage von The Archimedes
Die kleinen Windanlagen sollen auf jedem Ein- und Mehrfamilienhaus Platz haben. © Facebook/The Archimedes

Leise, superleicht und auch bei schwachem Wind effizient: Das verspricht das Mini-Windrad des niederländischen Unternehmens The Archimedes.

Stuttgart/Amsterdam - Die Energiekrise hat Deutschland fest im Griff. Dabei hat nicht zuletzt der Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine ins Licht gerückt, wie abhängig die Bundesrepublik von Energielieferungen aus dem Ausland ist. Deshalb will unter anderem auch Baden-Württemberg auf den schnellen Ausbau der erneuerbaren Energien setzen - etwa mit Solaranlagen und Windrädern. Doch gerade letzteres ist hierzulande immer wieder ein großes Streitthema. Nun könnte eine kleine Windanlage eines niederländischen Unternehmens die Energiewende beschleunigen. Denn anders als die konventionellen Windräder sind sie für den Heimgebrauch geeignet.

Wegen der steigenden Energiepreise und der Versorgungsunsicherheit erleben besonders Solaranlagen einen Boom. Denn im Grunde ist es ganz einfach: Mit etwas Geld und einem sonnigen Dach lässt sich schnell selbst Strom für das eigene Zuhause erzeugen. Windkraftanlagen für den Heimgebrauch sind hingegen eher exotisch. Das will das niederländische Unternehmen The Archimedes ändern. Es hat ein Windrad entwickelt, das nach eigenen Angaben auf fast jedem Hausdach installiert werden kann, kaum Geräusche macht und sogar bei geringerer Windgeschwindigkeit Strom erzeugt. Das ganze steht unter dem Leitspruch: „Die Neu-Erfindung der Windmühle.“ Und tatsächlich hat die Windkraftanlage optisch nicht mehr viel mit einem klassischen Windrad zu tun.

Moderne „Windmühle“ produziert Strom statt Mehl - und das flüsterleise

Statt auf eine klassische Propellerform mit Rotorblättern setzt die Windanlage von the Archimedes laut t3n auf Spiralen in Form eines Zapfens oder einer Blume. Der Wind wird von ihnen eingefangen und sorgt für die Drehbewegung. Die Rotationsachse ist, wie man es von großen Windrädern kennt, horizontal. Auf der vertikalen Ebene ist das blumenförmige Design hingegen flexibel gelagert. So kann es sich mit dem Wind drehen. Laut dem Hersteller ist die Windkraftanlage dadurch sogar effizienter als herkömmliche Rotoren. Auch ein Unternehmen aus Spanien arbeitet an einem Windkraftwerk ohne Rotorblätter, das nur durch Wackeln Strom erzeugt.

Das kleinste Modell für den Privatgebrauch „LIAM F1 UWT“ wiegt rund 100 Kilogramm und hat einen Durchmesser von 1,5 Metern. Je nach Standort und Windverhältnissen können Endverbraucher laut the Archimedes mit etwa 1.500 Kilowattstunden Energieausbeute pro Jahr rechnen. Diese Kapazität ist verglichen mit Solaranlagen recht gering. So werden heutzutage laut dem Stern für ein Einfamilienhaus häufig 20.000 Watt und mehr installiert. Allerdings können die „Windmühlen“ auch nachts Energie erzeugen und sind nicht von saisonal bedingten Sonnenstunden abhängig.

Doch nicht nur verglichen mit Solaranlagen ist die Energieausbeute des kleinen Windrads gering. Es gibt andere Windkraftanlagen, auch für den Heimgebrauch, die leistungsstärker sind, wie der Stern berichtet. Die „Windmühle“ ist also vor allem dann eine sinnvolle Investition, wenn man darauf Wert legt, dass das Gerät bodennah, möglichst leise und auch schon bei wenig Wind Energie einfährt. Wie viel so ein Mini-Windrad kosten soll, ist nicht offiziell bekannt. Auf der Internetseite des Unternehmens steht allerdings, dass man sich bei Interesse mit dem Hersteller in Verbindung setzen soll.

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