Wegen versuchten Mordes

Nach Steinwürfen auf Autobahn: Urteil in Memmingen erwartet

Stau auf der A4.
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Immer wieder halten es Menschen für einen guten Scherz, Steine auf die Autobahn zu werfen. Das kann aber lebensgefährlich sein.

Immer wieder werfen Menschen Steine auf die Autobahn. Das kann lebensgefährlich sein. Ein Mann steht deshalb aktuell vor Gericht.

Memmingen (dpa) - Im Prozess wegen versuchten Mordes nach Steinwürfen auf Autos am Landgericht Memmingen wird am Donnerstag (9.30 Uhr) ein Urteil erwartet. Zuvor sei noch mit den Plädoyers von Verteidigung und Staatsanwaltschaft zu rechnen, sagte ein Gerichtssprecher. Der 42-jährige Angeklagte soll mit drei Würfen von Brücken auf die Autobahn 96 im Raum Memmingen versucht haben, arglose Autofahrer heimtückisch zu töten. Vor Gericht hatte der Mann im September durch seine Anwältin erklären lassen, er «würde so etwas nie tun».

Der Mann wurde aufgrund der Auswertung von Handydaten an einem Tatort festgenommen, er sitzt seit Januar in Untersuchungshaft. An einem Stein sollen seine DNA-Spuren gefunden worden sein. Dem Angeklagten mit türkischer Staatsangehörigkeit droht eine mehrjährige Haftstrafe. Auch die Höchststrafe, eine lebenslange Freiheitsstrafe, ist möglich.

Ähnliche Prozesse gibt es immer wieder in Deutschland. Eine der folgenreichsten Taten trug sich Ostern 2008 auf der A29 in Niedersachsen zu. Ein Mann warf einen sechs Kilogramm schweren Holzklotz auf den Wagen einer Familie. Der Klotz durchschlug die Windschutzscheibe und tötete eine 33 Jahre alte Mutter. Der Täter wurde vom Landgericht Oldenburg zu lebenslanger Haft verurteilt.

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