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Start-up will Muttermilch an Sportler verkaufen - „eine der größten Ressourcen des Lebens“

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Von: Nadja Pohr

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Ein Baby wird mit einer Flasche gefüttert
Babys erhalten in den ersten Monaten nach der Geburt Muttermilch. Ein Start-up fand nun heraus, dass Rinder-Muttermilch in 400 Fällen eine über 95-prozentige Übereinstimmung mit der menschlichen Muttermilch hat (Symbolbild). © IMAGO/Phantermedia

Ein Start-up aus Israel will Muttermilch als Proteinprodukt an Erwachsene verkaufen, da sie einen hohen Wert an Nährstoffen bietet. Noch wartet man auf eine Zulassung.

Stuttgart/Israel - Für viele Mütter ist es besonders wichtig, dass ihre Babys sich in den ersten Monaten von Muttermilch ernähren - diese ist nicht nur nahrhaft, sondern soll auch die Bindung zwischen Mutter und Kind stärken. Es gab allerdings auch schon Diskussionen darüber, dass „Muttermilch“ nicht mehr „Muttermilch“ genannt werden soll. Weil Muttermilch so reich an Nährstoffen ist, will das Start-up Maolac aus Israel sie nun auch für erwachsene Menschen anbieten und ein wahrliches Superfood daraus machen.

Muttermilch kann bei Muskelverspannungen helfen - Idee kam beim Stillen

Gründerin Maya Ashkenazi Otmazgin kam beim Stillen ihres eigenen Kindes auf die Idee, aus der Muttermilch ein Superfood zu machen. „Muttermilch ist der ‚Goldstandard‘ für Nährstoffe und Erwachsenen wird eine der größten Ressourcen des Lebens vorenthalten“, sagt die Gründerin. Insbesondere Sportler könnten von Muttermilch profitieren. Das Start-up arbeitet an einem Produkt, mit dem unter anderem Muskelverspannungen entgegengewirkt werden soll.

Bei dem Produkt von Maolac handelt es sich allerdings nicht um die menschliche Muttermilch. Vielmehr werden aus Rinder-Erstmilch menschliche Proteine gewonnen, die dann zu einer Milchproteinmischung verarbeitet werden. Im ersten Schritt habe man sich aber tatsächlich zunächst mit der menschlichen Muttermilch beschäftigt, wie t3n.de berichtet. Dabei identifizierte man mehr als 1.500 bekannte bioaktive Proteine. Verglichen mit Rinder-Muttermilch gab es in 400 Fällen eine über 95-prozentige Übereinstimmung mit der menschlichen Muttermilch.

Zulassung für Muttermilch-Produkt steht noch aus - Markteintritt für 2023 geplant

Mithilfe von spezieller Technik und computergestützter Biologie will das Start-up menschliche Proteine aus der Rinder-Erstmilch gewinnen. Normalerweise wird diese in Molkereien meist weggeworfen - nun findet sie eine Verwendung. Die innovative Idee brachte Maolac 3,2 Millionen Dollar ein. Zu kaufen gibt es die Muttermilch bisher noch nicht. 2023 soll sie erst auf den Markt kommen - vorausgesetzt, das Produkt erhält eine Zulassung in den USA und Europa.

Momentan befindet sich das Start-up in der „Vor-Umsatzphase“. Die Milchproteinmischung soll einfach zu jedem Lebensmittel dazugegeben werden können. Der menschliche Körper würde sie dann wie die Muttermilch im Kindesalter verarbeiten. Erste Netzreaktionen zeigen, dass die Menschen dem Vorhaben noch eher misstrauisch gegenüberstehen. Sicherlich war man aber auch bei dem veganen Burger, der nach Menschenfleisch schmecken soll, skeptisch - nun erhielt dieser jedoch eine Auszeichnung.

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