Pflanzenpower selbst gemacht

Regionales Superfood: Microgreens ganz einfach daheim selbst ziehen

Zu sehen sind mehrere Keimlinge in einer Box auf einem Holztisch.
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Microgreens sind ein super Nährstofflieferant und lassen sich ganz einfach selbst anbauen.
  • VonCarolin Schulz-Osterloh
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Microgreens sind ein Superfood, das in wenigen Schritten selbst daheim gezogen werden kann. Hier sind alle Infos vom Zubehör bis zur Keimung und Ernte.

Microgreens sind gesund, vielfältig und unheimlich lecker – mehr als genug Grund also, die Keimpflanzen auf den Speiseteller zu packen. Die Babypflanzen sind dank ihrer Nährstoffdichte ein echtes Superfood und können ganz leicht zuhause gezogen werden. Sie bedürfen keiner besonderen Pflege und können meist innerhalb von ein bis zwei Wochen geerntet werden. Keine Sorge also, wenn ihr keinen grünen Daumen besitzt: Mit unserer Anleitung kann jeder Microgreens in den eigenen vier Wänden ziehen.

1. Das Microgreens-Kit

Der Trend aus den USA kommt nach Deutschland: Microgreens lassen sich leicht selbst anbauen.

Für das Ziehen von Microgreens braucht ihr nur wenig Zubehör, das ihr möglicherweise bereits zu Hause habt: einen flachen Container, einen Deckel oder Folie zum Bedecken der Keimpflanzen, ein wenig Erde, Samen und ein Wasserspray.

2. Die Samen

Auch Gartenkresse zählt zu den Micgrogreens und wird wegen ihres scharfen Geschmacks gerne in der Küche verwendet.

Für Microgreens kann ganz normales Saatgut verwendet werden, allerdings braucht ihr ein wenig mehr, als wenn ihr Gemüse oder Obst anbaut. Im Grunde kann jede essbare Pflanze benutzt werden, um Microgreens zu ziehen. Besonders einfach sind Kopfsalat, Kohl, Senf, Brokkoli, Blumenkohl, Sonnenblumenkerne, Weizengras, Brunnenkresse oder Radieschen. Sonnenblumen und ihre Kerne haben im Übrigen überraschende Verwendungsmöglichkeiten, wie 24garten.de* berichtet.

3. Der Anbau

Microgreens sind sehr nährstoffreich und gesund - ein wahres Superfood.

Sobald ihr euren Microgreens-Kit bereit habt, kann es losgehen! Füllt euren Container mit leicht feuchter Erde. Streut anschließend die Samen gleichmäßig auf die Oberfläche und drückt sie leicht in die Erde. Die Pflänzchen dürfen ruhig so dicht wie möglich wachsen! Sprüht ein wenig Wasser auf die Samen und bedeckt sie mit einer dünnen Schicht Erde sowie einem lichtabweisenden Deckel.

4. Der Wachstumsprozess

Damit die Keimlinge üppig und dicht wachsen, sollte man sie zweimal täglich wässern.

Zu Beginn lieben die Samen Feuchtigkeit und Dunkelheit. Haltet die Microgreens daher in den ersten drei bis fünf Tagen bedeckt und besprüht sie zweimal täglich mit Wasser. Dadurch können sich die Stämme der Keimlinge schön ausdehnen.

5. Die Keimung

Die meisten Microgreens wachsen innerhalb von wenigen Tagen heran.

Sobald alle Samen aufgekeimt sind, könnt ihr den Deckel entfernen. Zu diesem Zeitpunkt werden eure Microgreens ziemlich blass und gelblich aussehen – aber keine Sorge! Stellt den Container einfach an einen Ort, der Licht abbekommt, und die Keimlinge werden im Handumdrehen ihre schöne grüne Farbe annehmen. Besonders gut eignen sich dafür Fensterbänke oder Küchentheken. Tägliches Gießen nicht vergessen!

6. Die Ernte

Sehen hübsch aus und sind gesund: Microgreens wie Kresse und Rettich-Keimlinge.

Meistens können die Microgreens innerhalb von sieben bis vierzehn Tagen geerntet werden, wenn die ersten richtigen Blattpaare ausgebildet wurden und die Pflanzen um die 15 Zentimeter hoch sind. Wenn ihr euch unsicher seid, ob die Keimpflanzen schon bereit zur Ernte sind, dann probiert sie ruhig! Benutzt für die Ernte am besten eine scharfe Schere und schneidet die Keimlinge so nah wie möglich über der Erde ab. 

7. Die Zubereitung

Microgreens werden am besten frisch verzehrt und nicht erhitzt – zum Beispiel im Salat.

Idealerweise genießt man Microgreens frisch und unmittelbar nach der Ernte. Sie eignen sich hervorragend als Garnierung für Suppen, Salate, Pasta- und Fischgerichte. Oder ihr gebt sie einfach in euren morgendlichen Smoothie – die Möglichkeiten sind schier endlos. Allerdings sollte man Microgreens lieber nicht kochen, da sie sehr hitzeempfindlich sind und dadurch viele wertvolle Nährstoffe verloren gehen.

8. Das richtige Wasser

Microgreens mögen am liebsten frisches Wasser aus der Leitung.

Microgreens sind etwas empfindlich, was die Qualität ihres Gießwassers betrifft. Am besten eignet sich gefiltertes, frisches Wasser aus der Leitung. Regenwasser kann Keime enthalten, während ein hoher Chlorgehalt im Wasser bewirken kann, dass der Geschmack der Babypflanzen unangenehm an den letzten Besuch im Hallenbad erinnert.

9. Microgreens-Troubleshooting

In einem Gewächshaus auf dem Fensterbrett sind die Microgreens innerhalb von wenigen Tagen erntereif und leicht zu pflegen.

Glücklicherweise ist es ziemlich einfach, Microgreens zu ziehen. Allerdings können gerade beim ersten Versuch ein paar Problem auftreten. Wenn die Erde zu nass oder zu kalt für die Samen ist, kann sich leicht Schimmel bilden. Deshalb am besten immer eine Sprühflasche statt einer Gießkanne benutzen. Fangen die Keimlinge zu welken an, ist die Umgebung zu warm oder zu trocken. Gelbe Blätter weisen darauf hin, dass den Pflänzchen Licht oder Nährstoffe fehlen. Auch ein zu hoher pH-Gehalt im Wasser kann Grund dafür sein, dass die Microgreens nicht gedeihen.

10. Die richtige Lagerung

Microgreens sind ein optimaler Nährstofflieferant und lassen sich einige Tage aufbewahren.

Wenn ihr eure Microgreens nicht unmittelbar nach der Ernte benutzen wollt, dann könnt ihr sie bis zu einer Woche lang im Kühlschrank lagern. Wickelt sie einfach in ein feuchtes Tuch, das ihr wiederum locker in Plastikfolie hüllt. Achtet darauf, dass die Pflanzen weiter Sauerstoff haben, indem ihr die Folie nicht versiegelt. *24garten.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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